Psychosomatik - Wenn dir dein Körper Zeichen gibt |

Psychosomatik – Wenn dir dein Körper Zeichen gibt

Wenn dir der tägliche Stress auf die Nieren geht, der Erwartungsdruck anderer wie ein Stein auf der Brust liegt, dir die Arbeit Kopfzerbrechen bereitet und die immer näher rückende Abgabefrist dir den Schweiß auf die Stirn treibt; wenn dir Liebeskummer das Herz schwer macht oder das frische Verliebtheitsgefühl Schmetterlinge im Bauch bereitet: Das ist Psychosomatik!

Im Sprachgebrauch drückt der Mensch oft seine Emotionen sehr bildlich und mithilfe körperbezogener Redewendungen aus. Dabei wird klar, dass all diese Ausdrucksarten nicht nur figurativ und frei erfunden sind, sondern einen wahren Ursprung haben. Offensichtlich kann das emotionale Gemüt starke Auswirkungen auf den Körper haben und das spürt der Mensch – manchmal sehr deutlich und bewusst, manchmal eher subtil und ohne wirkliche Zusammenhänge erkennen zu können.

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Seit Beginn der Medizin wird über Psychosomatik philosophiert, also wie stark die Psyche auf physisches Leid Einfluss nimmt. Schon in der Bibel spricht der weise König Salomo von den Zusammenhängen der Psychosomatik:

„Ein fröhliches Herz befördert die Gesundheit, doch ein gedrücktes Gemüt zehrt den Körper aus.“

Salomo (Sprichwörter 17, 22)

In diesem Blogartikel über Psychosomatik erfährst du, welche Krankheitsbilder der menschliche Körper aufgrund psychischer Belastungen zeigen kann und wie du diesen präventiv entgegenwirken kannst, sie (frühzeitig) erkennen oder behandeln (lassen) kannst. Welche Faktoren hierbei ausschlaggebend sind, um Leib und Seele gesund zu halten, erfährst du in diesem Artikel!

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Definitionen

Das Wort Psychosomatik setzt sich aus zwei altgriechischen Wörtern zusammen: Psyche, was so viel wie Seele oder Atem heißt, und Soma, was übersetzt Körper bedeutet. Die Psychosomatik ist in der Medizin eine Krankheitslehre, welche sich mit dem Zusammenspiel von Körper und Seele beschäftigt und dabei die Auswirkungen psychischer und sozialer Faktoren auf die körperliche Gesundheit beobachtet. Diese biopsychosoziale Sichtweise geht also davon aus, dass sich Symptome am Körper zeigen können, obwohl das Krankheitsbild psychogen ist und in seelischem Leid seinen Ursprung nimmt.

Komplementär dazu behandelt die Somatopsychologie die Einflüsse körperlicher Beschwerden auf die Psyche. So können nämlich genau umgekehrt somatogene Erkrankungen organischen, hormonellen, genetischen, infektiösen oder traumatischen Ursprungs gravierend die emotionale und kognitive Gesundheit belasten und einschränken.

Die folgende Grafik soll noch einmal Klarheit über den Unterschied der eben definierten Begrifflichkeiten schaffen: Sie stellt die psychophysische Korrelation dar und unterscheidet psychosomatische Beschwerden (Abwärtseffekt) und somatopsychische Beschwerden (Aufwärtseffekt).

Psychosomatik Grafik Kreis Psychophysiologie Psychisch Physisch System Aufwärts Abwärtseffekt

Psychophysiologie ist hier im Rahmen der Psychosomatik ein noch größerer Überbegriff, der allgemein die Lehre des Zusammenspiels psychischer und physischer Vorgänge beschreibt. Hierbei werden oft Atmung, Herz- und Hirn Aktivität während einer erlebten Emotion oder einer kognitiven Leistung gemessen und die psychologischen Veränderungen analysiert. Diese Messungen werden als Polygraphie bezeichnet.

Krankheitsformen in der Psychosomatik

Psychosomatik ist ein umfangreicher Bereich der Medizin. Im Folgenden werden die verschiedenen Arten psychophysiologischer Krankheiten beschrieben und gegliedert.

Wie man sich bei akuten oder langwierigen Konflikten verhält, wird als Konfliktreaktion bezeichnet. Ungelöste Konflikte sind emotional belastend und können zu chronischem Stress führen, was wiederum Auslöser psychogener Störungen ist. Ein wichtiger Schlüssel im Sinne der Stressbewältigung und somit auch der Reduktion psychosomatischer Erkrankungen ist also Konfliktmanagement.

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Dissoziative Störungen, auch Konversionsstörungen genannt, gehen auf unbewusste psychische Konflikte zurück und kommen dann als körperliches Symptom zum Vorschein. Hierbei werden Affekte wie Wut, Angst oder Schuld, wenn sie nicht maßgerecht ausgedrückt werden, auf physische Organe übertragen. Die Psyche verschiebt sozusagen die starken Emotionen auf eine Körperstelle oder -funktion, bei welcher dann unterschiedliche Symptome auftreten können. Dabei kommt es zur Entkopplung psychischer und körperlicher Funktionen.

Ess- und Schlafstörungen sind unter anderem häufig die körperlichen Auswirkungen von seelischen Erkrankungen. Auch ein verantwortungsloser Umgang mit der eigenen Gesundheit wie etwa der Konsum gesundheitsschädlicher und suchterzeugender Genussmittel und Drogen kann Folge einer psychogenen Krankheit sein, oder umgekehrt.

Neurotische Entwicklungen sind Angst- und Zwangsstörungen wie etwa Kontroll-, Zähl- und Reinlichkeitszwang oder eine hypochondrische Störung. Letztgenannte ist die zwanghafte, unbegründete Überzeugung, an einer Krankheit zu leiden, ohne diese diagnostisch nachweisen zu können und zeichnet sich durch ein krankhaftes Interesse an Gesundheit und Beschwerden auf.

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Unter psychosomatische Erkrankungen fallen unter anderem funktionelle Syndrome, die Funktionen und Prozesse im Körper einschränken, jedoch keine organische Ursache zu erkennen geben. Somit können sie nur subjektiv wahrgenommen werden. Diese physiologisch-funktionellen Störungen treten auf als Begleiterscheinungen von Emotionen und Konflikten des Alltags oder als Reaktion auf starke Belastung. Traumatische Erfahrungen und daraus folgende Störungen, wie etwa die posttraumatische Belastungsstörung oder Anpassungsstörungen sind Beispiele dafür.

Somatoforme Störungen sind ebenfalls körperliche Beschwerden, welche sich nicht auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen. Ein alltagseinschränkendes Symptom ist neben stress- oder angstbedingter Müdigkeit und Erschöpfung vor allem ein Schmerzempfinden. Darüber hinaus auch Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Beschwerden und weitere neurologisch bedingte Symptome.

Betroffene können sich hierbei schnell auf eben diese somatischen Beschwerden fixieren, was wiederum Angst davor auslöst, welche die Symptome erst recht verstärkt und einen Teufelskreis auslöst. Dies wird auch als somatosensorische Amplifikation bezeichnet.

Typische psychosomatische Erkrankungen machen sich bemerkbar durch Phobien und Paniksyndrome, negative Gefühle, Essstörungen, funktionelle Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, rheumatoide Arthritis oder sexuelle Funktionsstörungen.

Seelische Störungen, die durch körperliche Missempfindungen hervorgerufen oder verstärkt werden, sind zum Beispiel Depressionen, Angststörungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Wie du siehst, ist die Psychosomatik äußerst vielumfassend und einige Krankheiten gehen mit einer anderen einher, wodurch auch eine ärztliche Diagnose und Ursprungsfindung unter Umständen schwer zu präzisieren ist. Einen Versuch, die Übergänge körperlicher und psychischer Erkrankungen zu veranschaulichen, um etwas Überblick zu verschaffen, gibt diese Grafik hier:

Psychosomatik Grafik Funktion Psychophysiologie Konfliktreaktion neurotisch funktionell somatoform

Probleme des Behandlungssystems

Somatoforme Störungen gehören zu den häufigsten Beschwerden von Hausarzt-Patienten (mindestens 20 Prozent!). Das Problem bei der Behandlung besteht darin, dass sich der Patient oft nicht ernst genommen fühlt, da die Symptome schwer einzuordnen sind. Dadurch kann oft nur eine oberflächliche Symptombehandlung vorgenommen werden, meistens durch Medikamente.

Der unzufriedene Un- oder Fehldiagnostizierte geht von Arzt zu Arzt, um sich dritte Meinungen einzuholen. Bis der Betroffene endlich auf eine psychosomatische Erkrankung diagnostiziert wird und darauf aufmerksam gemacht wird, wie diese zu behandeln sei oder zu einem Psychotherapeut überwiesen wird und der Sache auf den Grund gehen kann, kostet es oft viele Jahre und Geld.

Symptombilder in der Psychosomatik

Falls du also schon länger ein körperliches Symptom hast, bei welchem du nicht weißt, warum dies ständig auftritt, und kein Arzt oder Medikament dir bisweilen helfen konnte, dann führe dir nachstehende Auflistung zu Gemüte. Der Grund für deine Beschwerden könnte vielleicht psychogenen Ursprungs sein!

Aber Achtung, das bedeutet natürlich jetzt nicht, dass du jeden Schnupfen nur wegen psychischer Belastung hast! Für körperliche Erkrankungen spielen immer viele Faktoren eine Rolle – die psychische Gesundheit ist einer davon.

Im Bereich der Atmung können Symptome wie Atemhemmung und Luftnot auftreten. Andere klagen über einen Kloß im Hals oder das Gefühl von Halsenge. Auch Asthma kann unter Umständen psychosomatisch bedingt sein.

Ein nicht intaktes Herzkreislaufsystem ist häufig ein Indiz für Stress oder Angst. Diese psychische Belastung kann sich somatisch als Druck- und Beklemmungsgefühl im Brustbereich äußern. Stolper- und Stichgefühle, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen können ebenfalls auftreten.

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Psychische Probleme belasten auch oft den dafür anfälligen Magen-Darm-Trakt: Reizmagen und Reizdarm, Übelkeit und Völlegefühl, Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten oder gar Geschwüre sind häufige Auswirkungen des alltäglichen Stresses.

In der Gynäkologie sind (chronische) Unterbauchschmerzen mit Ausstrahlung in Leisten und Kreuzbein, aber auch Menstruationsstörungen wie das Ausbleiben oder ein vorzeitiges Eintreten der Regelblutung, potentiell psychogen bedingt.

Reizblase, häufiges und/oder schmerzhaftes Wasserlassen und Schmerzen im Unterbauch oder Darm können in der Urologie Symptombilder sein.

Weitere somatoforme Störungen können Fehlfunktionen des Nervensystems sein. Hierunter fallen funktionelle Körperbeschwerden wie zum Beispiel Zittern und muskulärer Hartspann oder hormonelle Auffälligkeiten. Andere neurologische Befunde wie etwa Kopfschmerzen, Sensibilitätsverminderung oder Tics sind häufig Indizien für ein psychosomatisches Krankheitsbild.

Ein fehlerhaftes Zusammenspiel von Nerven und Muskeln kann auch unter Umständen HNO-Erkrankungen wie Hörsturz, Tinnitus oder Schwindel hervorrufen.

Deine Haut kann ebenfalls ein guter Indikator für psychische Belastung sein: Neurodermitis, Ausschläge, Ekzeme, oder auch viele Arten von Allergien wie Heuschnupfen.

Auch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, welche ohne hinreichend organisch nachweisbare Befunde Schmerzen an einer Körperstelle oder allgemein verursacht, könnte eine psychisch bedingte körperliche Störung sein.

Psychosomatik Therapie

Etwa 80 Prozent aller Menschen leiden zumindest zeitweise an psychisch bedingten körperlichen Symptomen! Da ist also dringend eine Aufklärung darüber notwendig, wie psychosomatische Krankheiten medizinisch behandelt und therapiert werden beziehungsweise wie und in welchem Ausmaß du dir nun selbst helfen kannst.

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Wichtig ins Bewusstsein zu rufen ist, dass körperliche Krankheiten uns wie ein Signallicht darauf aufmerksam machen wollen, unterdrücktes seelisches Leid wieder an die Oberfläche zu lassen, um es konfrontieren zu können. In diesem Sinne ist körperliches Leid also sinnvoll und wichtig, um seiner seelischen Gesundheit wieder mehr Beachtung und Fürsorge zu widmen.

Denn ein Konflikt, den man ignoriert, rutscht dann von der geistigen Ebene auf die seelische und wird dort so lange verdrängt, bis sich das Angestaute auf der somatischen Ebene manifestiert. Hier wiederum, am physischen Körper, ist das Problem wieder gut erkennbar, nur oft wird dieses organische Aufscheinen nicht mit dem unterdrückten psychischen Konflikt in Verbindung gesetzt. Ein Psychotherapeut kann hier wie ein Katalysator helfen, das körperliche Problem wieder auf psychischer und geistiger Ebene zu verarbeiten.

Ist dir eine therapeutische Behandlung zu teuer? Dann könnten dir diese klassischen therapeutischen Methoden in der Psychosomatik helfen:

Affirmationen

Eine Affirmation ist eine Bestärkung, Versicherung und Beteuerung von positiven Gedanken, Aussagen, Handlungen oder anderen Situationen. Denn die in jedem Menschen tief verwurzelten Glaubenssätze beeinflussen unser Unterbewusstsein und somit unser ganzes Leben gravierend. Aktiv daran zu arbeiten, sich in positiven Gendanken zu bekräftigen, kann also zur Förderung der Gesundheit, sowohl psychisch als auch physisch, beitragen.

Dies basiert auf dem Wissen, dass sich Synapsen im Gehirn durch beständiges Umdenk-Training verändern lassen. Nach etwa sechs Monaten konsistenten neuen Gedanken, wie etwa Affirmationen, können sich die Gehirnverbindungen neu verknüpfen und verschalten. Folglich werden dadurch andere Hormone ausgeschüttet, was wiederum Auswirkungen auf den gesamten Organismus hat.

Einige Beispiele von möglichen Affirmationssätzen sind diese:

  1. Mein Körper ist gesund, mein Geist ist brillant und meine Seele ist ruhig.
  2. Ich fühle mich in meinem Körper wohl.
  3. Ich behandle meinen Körper liebevoll und achtsam.
  4. Mein Körper wird geheilt und ich nehme diese Heilung an.
  5. Ich fühle mich gesund, stark und selbstbewusst.
  6. Ich wachse jeden Tag über mich hinaus.
  7. Ich kann mir und anderen verzeihen.
  8. Ich lasse los und verabschiede Negatives und Belastendes.
  9. Ich bin dankbar, Menschen in meinem Leben zu haben, die mich wertschätzen.
  10. Ich bin wertvoll.

Versuche nun negative Gedankensätze in positive umzuwandeln, indem du dir, deinen Zielen entsprechend, Affirmationen wählst und diese, am besten öfters am Tag, ganz bewusst laut aussprichst. Verwende nicht mehr als höchstens 10 Affirmationsphrasen sondern halte es simpel, dafür konsistent. Hab Geduld und Vertrauen in den Prozess!

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Mehr Infos über Glaubenssätze und wie sie einen beeinflussen erhältst du in diesem Blogartikel von uns.

Autogenes Training

Das ebenfalls auf Autosuggestion basierende, aus der Hypnose entwickelte Autogene Training ist ein Entspannungsverfahren. Diese Psychotherapiemethode wird bei vielen Beschwerden in der Psychosomatik wie Nervosität, Kopfweh, Schlaf-, Herz- und Verdauungsstörungen angewendet.

Bevor es losgeht, ist eine ruhige Körperhaltung notwendig, in welcher sich deine Muskeln völlig entspannen können. Zum Einstieg wird das Training in sieben Übungen eingeteilt. Gehe die folgende Reihenfolge durch und wiederhole im Geiste immer die zugehörigen Sätze pro Phase etwa drei bis sechs Mal. Wenn du neu beginnst, dann unterteile die einzelnen Phasen eventuell nochmals und lege deinen Fokus zum Beispiel bei der Schwereübung auf jeweils nur einen Körperteil (zuerst die linken Arm, dann den rechten etc.).

  1. Erleben der Ruhe: „Ich bin ganz ruhig, nichts kann mich stören.“
  2. Erleben der Schwere: „Die Arme und Beine sind ganz schwer.“
  3. Erleben der Wärme: „Die Arme und Beine sind warm.“
  4. Atemübung: „Mein Atem fließt ruhig und gleichmäßig.“
  5. Sonnengeflecht: „Mein Leib wird strömend warm.“
  6. Herzübung: „Mein Herz schlägt ruhig und regelmäßig.“
  7. Kopfübung: „Der Kopf ist klar, die Stirn ist kühl.“

Wenn du nach der Übung nicht einschlafen möchtest, dann schließe das Training durch eine anschließende Aufwachphase ab mit Worten wie: „Arme fest! Tief Luft holen! Augen auf!“

Paradoxe Intention

Diese von Viktor Frankl entwickelte psychotherapeutische Methode kann neurotische Verhaltensweisen so überwinden, indem der Patient aufgefordert wird, eben diese ihm angstauslösende neurotische Verhaltensweise absichtlich auszuführen. Dies soll ein Durchbrechen der bestehenden Teufelskreise der Angst bewirken. Klingt paradox – ist es auch – aber es funktioniert. Frankl definiert es so:

Diese logotherapeutische Technik basiert auf dem heilsamen Einfluß [sic] des Versuches des phobischen Patienten, sich das zu wünschen, wovor er sich so sehr fürchtet. Auf diese Art und Weise wird nämlich der Angst schließlich der Wind aus den Segeln genommen.

Viktor Frankl (Gesammelte Werke, Band 4)

Um es bildlicher zu vermitteln, hier eine Durchführung dieser Technik mit dem Beispiel einer irrationalen Nervosität:
Anstatt dir die ganze Zeit nur zu denken, du darfst jetzt bloß nicht nervös sein, strengst du dich extra an, so nervös zu sein, wie du nur überhaupt sein kannst, ganz im Widerspruch zu deinem Ziel der Angstüberwindung. Der Versuch allein verrückt die ganze unbegründete Nervosität ins Alberne und du kannst nur noch darüber lachen – und fort ist jegliche Anspannung.

😀

Wir hoffen, dir mit diesem Blogartikel über die Psychosomatik einen groben Überblick verschafft zu haben, welche Gründe, neben rein physisch bedingten, es noch für körperliche Krankheiten geben kann und dass durch psychische Therapiemaßnahmen auch das physische Leid reduziert werden kann.

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