Die 7 Säulen der Resilienz - Widerstandsfähigkeit stärken

Die 7 Säulen der Resilienz – Stärke deine innere Widerstandsfähigkeit

Kategorien: Persönlichkeitsentwicklung & Mentales
Lesezeit: 12 Minuten

Wie können wir unsere Widerstandskraft gegen Stress im Alltag oder Job stärken und fördern? Die 7 Säulen der Resilienz sind ein Resilienzmodell, das uns besseres Verständnis zur Stärkung der inneren Fähigkeit, um gelassen auf Stress und Reize zu reagieren, lehrt. In diesem Blogartikel erfährst du, was genau hinter dem Modell steckt.

Was bedeutet Resilienz?

Das Wort Resilienz stammt von dem lateinischen Wort „resilire“ ab, das so viel heißt wie „abprallen“ oder „zurückspringen“. Einfach gesagt handelt es sich bei Resilienz um das Immunsystem unserer Seele, das Krisen, Rückschlägen, Stress oder Verlusten standhält und unsere Psyche gesund hält, also unsere innere Widerstandsfähigkeit. Resilienz hilft zu verhindern, dass wir in Selbstmitleid versinken und treibt uns an, ein Tief zu überwinden und weiter zu machen.

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Das Gegenteil zur Resilienz ist die Vulnerabilität, die die Verwundbarkeit der Menschen bezeichnet. Vulnerable Personen lassen sich durch negative Ereignisse meist stark beeinflussen und reagieren verletzt. Für sie ist es schwer, selbstständig aus ihrem Tief wieder herauszukommen. Wer jetzt denkt, dass vulnerable Menschen keine Resilienz entwickeln können, liegt allerdings falsch.

Der Mensch wird nicht resilient geboren, sondern entwickelt diese im Laufe des Lebens. Durch Bezugspersonen, die das Leben positiv beeinflussen und unterstützend wirken, entwickelt sich auch die eigene innere Widerstandsfähigkeit. Vermittelt dir ein Mensch Sicherheit und Zuversicht, so beeinflusst dieser deine Resilienz positiv. Es ist also wichtig, schon als Kind von solchen Menschen umgeben zu sein, um sich schon früh resilient in Bezug von Trauer oder Verlusten zu zeigen. Aber auch als Erwachsener kannst du dir Resilienz aneignen!

Die Resilienz ist eine Eigenschaft unserer Persönlichkeit. Laut Forscherinnen und Forschern sind Charakterzüge im Laufe unseres Lebens veränderbar und auch erlernbar. Das gilt also ebenso für die Resilienz. Besonders wichtige Ereignisse, positive wie auch negative, können unsere Persönlichkeit beeinflussen. Passiert uns etwas schlimmes, wie der Verlust eines geliebten Menschen, so müssen wir durch diese Leiderfahrung hindurch, egal ob wir eine resiliente Persönlichkeit besitzen oder nicht. Allerdings gelingt es resilienten Menschen meist, sich schneller wieder zu fangen und ihr Tief zu überwinden.

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Manche bezeichnen Resilienz als ein Merkmal oder eine Eigenschaft einer Person, während andere wiederum der Meinung sind, dass es sich bei der inneren Widerstandsfähigkeit um einen Prozess handelt.

Welche Faktoren beeinflussen die persönliche Resilienz?

Grundsätzlich wird die Resilienz eines Menschen durch drei Faktoren beeinflusst. Diese sind die Umweltfaktoren, Prozessfaktoren und personale Faktoren. Man unterscheidet hier jeweils noch zwischen positiven und negativen Faktoren.

  • Umweltfaktoren: Positiv beeinflussend wirkt hier die Unterstützung der Familie oder durch Freunde, Gemeinschaften oder ein stabiles, soziales Umfeld. Negativ hingegen wirkt eine unsichere Bindung, wenig bis kein Rückhalt durch das eigene soziale Umfeld uvm.
  • Prozessfaktoren: Positiv wirkt hier die Fähigkeit, in Krisen Chancen und Perspektiven zu erkennen. Die Energie wird so gelenkt, dass sie Unveränderbares akzeptiert und Strategien zur Bewältigung entwickelt. Die Energie kann jedoch auch für das Gegenteil verwendet werden, also dass sie Menschen davon abhält, den ersten Schritt in Richtung Bewältigung zu gehen.
  • Personale Faktoren: Zu diesen Faktoren zählen kognitive und emotionale Fähigkeiten, die Toleranz für Ungewissheit, die Fähigkeit, Beziehungen aktiv zu gestalten und eine positive Einstellung gegenüber Problemen.

Auch Armut, Migration oder ganz besonders die Familie beeinflussen die Resilienz maßgeblich. Menschen, die in Armut aufwachsen, sind häufiger Frustration oder Krisen ausgesetzt. Das hat zur Folge, dass vor allem Kinder schlechtere Schulleistungen bringen, häufiger kriminell auffällig werden oder sogar Erkrankungen wie ADS oder Schizophrenie öfter vorkommen. Auch Traumata, die beispielsweise durch Migration erlebt werden, wirken sich stark auf die Resilienzfähigkeit eines Menschen aus. Hier setzen die 7 Säulen der Resilienz an, um die Bereiche der persönlichen Resilienz zu stärken und aufzubauen.

Was sind die 7 Säulen der Resilienz?

Die Grundidee der 7 Säulen der Resilienz stammt von der Pychologin Ursula Nuber. Dieses Modell ist besonders beliebt, da es übersichtlich ist und mit einfachen Begriffen und Elementen arbeitet. Wichtig zu wissen ist, dass wie bei jedem Modell auch hier die Komplexität stark vereinfacht dargestellt wird. Das Thema der inneren Widerstandsfähigkeit ist sehr groß und komplex und kann durch die 7 Säulen der Resilienz handhabbar, einfach und sinnhaft erklärt werden.

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Die 7 Säulen der Resilienz, die in diesem Modell verwendet werden sind sieben Charaktereigenschaften oder auch Resilienzfaktoren, die für eine gestärkte Fähigkeit zur Krisen- und Stressbewältigung führen. Sieh das Modell der 7 Säulen der Resilienz doch als kleinen Selbsttest. Je mehr Eigenschaften du auch in deiner Persönlichkeit wiederfindest, desto resilienter bist du.

Optimismus

Optimismus ist eine wichtige Säule der Resilienz. Sie ermöglicht die Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten und scheinbar aussichtslosen Situationen das Positive zu erkennen. Natürlich heißt das nicht, dass resiliente Personen keine Trauer oder negative Emotionen verspüren, sondern lediglich, dass auch in Krisen ein Licht am Ende des Tunnels erscheint. Anstatt also zum Beispiel bei einer Niederlage zu sagen „Ich werde es nie schaffen“ sollte man das Motto verfolgen „Diesmal hat es nicht geklappt, aber nächstes Mal wird es funktionieren“. Eine Krise wird zu einer extremen Last, sondern ist lediglich ein zeitlich begrenztes Event, das überwunden werden kann.

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Akzeptanz

Eine wichtige Eigenschaft der 7 Säulen der Resilienz ist die Akzeptanz. Diese Sorge dafür, dass man schwierige und stressige Zeiten oder Krisen nicht verdrängt, sondern sich diesen stellt, also sie akzeptiert. So lernt man, besser mit Ereignissen umzugehen und außerdem wird der erste Schritt zur Bewältigung gelegt. Denn erst wenn man etwas akzeptiert hat, kann man es auch überwinden.

Lösungsorientierung

Nach einer Lösung suchen und diese auch zu verfolgen ist wichtig, um Krisen zu entkommen. Dabei muss allerdings das Problem nicht sofort gelöst sein, sondern vielmehr Schritt für Schritt ein Weg zur Lösung gefunden werden. Dieser Aspekt der 7 Säulen der Resilienz drückt aus, dass man optimistisch nach vorne schaut und nach Lösungen sucht, Ziele formuliert und schlussendlich Wege zur Realisierung findet.

Handlungskontrolle

Verluste, Trauer, Krisen oder Rückschläge veranlassen uns oft dazu, uns selbst in der Opferrolle zu sehen. Wir fühlen uns, als ob das Leben uns bestrafen möchte oder als ob einfach die ganze Welt gegen uns ist. Diese Gedankengänge haben zur Folge, dass wir immer weiter in den Strudel des Selbstmitleids und der Trauer gezogen werden. Ein resilienter Mensch allerdings, nimmt die Kontrolle über das eigene Leben selbst in die Hand. Sie erkennen die Auswirkungen ihres eigenen Handelns und schaffen es durch gezielte Veränderungen, die eigenen Krisen abzuschwächen und dem Strudel des Selbstmitleids zu entkommen. Dieser Schwerpunkt der 7 Säulen der Resilienz trägt dazu bei, die eigenen Fähigkeiten und die eigene Macht zu erkennen.

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Übernahme von Verantwortung

Ich selbst bin für mein Handeln verantwortlich. Diese der 7 Säulen der Resilienz hängt stark mit der davor erwähnten Handlungskontrolle zusammen. Als resilienter Mensch übernehme ich Verantwortung für meine Taten, auch wenn dies manchmal Angst machen kann. Allerdings erhältst du so viel größere Macht über dein eigenes Leben. Du lernst, wie du Aspekte verändern und so dein Leben positiv beeinflussen kannst.

Aufbau des eigenen Netzwerks

Ein ausgeprägtes soziales Netzwerk kann dazu beitragen, dass man Krisen leichter überwinden kann, da man Rückhalt und Unterstützung von außen erhält. Achte allerdings darauf, dass hier nicht eine möglichst große Freundes- oder Bekanntengruppe gemeint ist, sondern vielmehr Personengruppen, denen du deine Probleme anvertrauen kannst und die dich stärken und stützen. Diese der 7 Säulen der Resilienz hilft dir dabei, deine eigene Widerstandskraft aufzubauen.

Gestaltung der Zukunft

Die Letzte der 7 Säulen der Resilienz ist die Gestaltung der eigenen Zukunft. Besonders in Krisensituationen haben wir oft Angst davor, in die Zukunft zu blicken. Wichtig, um auch diese Säule zu meistern, ist es, nicht in der Vergangenheit zu leben, sondern im Hier und Jetzt mit Blick in die Zukunft. Als resilienter Mensch kann ich anhand von aktuellen Situationen, egal ob gut oder schlecht, erkennen, dass es immer Möglichkeiten gibt, um die eigene Zukunft zu verändern. Wir haben es selbst in der Hand, wie wir unsere Zukunft gestaltet. Lass dich also nicht von einer Krise beherrschen, sondern lege den ersten Stein in Richtung „Glückliche Zukunft“.

Wie kann man die Resilienz steigern?

Wie du anhand der 7 Säulen der Resilienz erkennen kannst, gibt es einige Eigenschaften, die du trainieren kannst, um deine persönliche Resilienz zu steigern. Wir verraten dir 7 Tipps, wie dir das gelingen kann:

Baue dir ein Netz aus stabilen Beziehungen auf

Dieser Punkt gehört auch zu den 7 Säulen der Resilienz. Wenn du eine oder mehrere Personen in deinem Leben hast, die dich unterstützen, hilft dir das resilienter zu sein. Egal ob das deine Familie oder deine Freunde oder Mentoren sind, wichtig ist nur, dass dir diese Menschen in schweren Zeiten zur Seite stehen. Außerdem ist es wichtig, dass du auch lernst, Hilfe von diesen anzunehmen und nicht zu stolz hierfür zu sein.

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Achte allerdings darauf, dass du außerdem toxische Personen aus deinem Freundes- oder Bekanntenkreis aussortierst oder dich innerlich von ihnen distanziert. Denn genauso wie unterstützende Bezugspersonen wirken sich auch diese auf deine Resilienzfähigkeit aus, allerdings eben genau gegenteilig. Nimm dir doch mal ein paar ruhige Minuten für dich und überlege dir, wer dir in deinem Leben eine Stütze ist und dich weiterbringt und wer dich vielleicht zurückhält oder dir vielleicht sogar ein schlechtes Bild über dich selbst vermittelt.

Schreib dir deinen Kummer von der Seele!

Durch bewusstes Aufschreiben von Problemen und Gedanken ist es vielen Menschen möglich, sich leichter mit ihrem Problem auseinanderzusetzen. Dabei ist der erste Schritt, nämlich das Anerkennen der Problems oder der Konsequenzen durch das Niederschreiben bereits erledigt. So ist der Prozess für viele Personen einfacher handhabbar. Außerdem macht es das konkrete Definieren der Probleme leichter, dafür Lösungen zu finden.

Reflexion

Selbstreflexion ist ein wichtiges und vor allem sehr hilfreiches Tool, wenn es um das Thema Resilienz geht. Durch gezielte Reflexion können wir herausfinden, welche Herausforderungen wir in unserem Leben bereits meistern konnten. Außerdem wird uns so bewusst, wie wir Krisen oder Ähnliches überstehen können und welche Ressourcen wir dafür benötigen und auch schon selbst besitzen.

Akzeptiere deine Niederlagen

Dieser Tipp ist ähnlich wie die Punkte der Verantwortungs- und Handlungsübernahme des Konzepts der 7 Säulen der Resilienz. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass die Dinge nicht immer so laufen, wie wir es uns wünschen. Wir dürfen hier nicht in die Opferrolle fallen und die Welt dafür beschuldigen, uns unfair zu behandeln, sondern vielmehr versuchen, die Dinge zu akzeptieren. Jede Niederlage birgt eine neue Chance für uns, wir müssen diese nur ergreifen!

Mit Achtsamkeit und Meditation die Resilienz stärken

Sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, anstatt sich in vergangene Krisen und Probleme zu stürzen – das kann man durch Achtsamkeit trainieren. Ein flexibler Umgang mit Stress und das Annehmen von Niederlagen oder Problemen führt zu einer gestärkten Resilienz. Gezielte Achtsamkeitsübungen helfen dir dabei, vorherrschende Gedanken und deine Umwelt zu beobachten und diese, ohne sie zu bewerten, anzunehmen. In unserem Blogartikel „Achtsamkeitsübungen – Mindfulness-Training für Körper und Geist“ findest du tolle Tipps und Übungen, mit denen du all deine 7 Säulen der Resilienz stärken kannst.

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Außerdem kannst du auch mithilfe von Meditation deine innere Widerstandskraft stärken. Wenn du lernen möchtest, wie man meditiert, schau gerne bei unserem Blogartikel „Meditieren lernen – In 8 einfachen Schritten zum Erfolg“ vorbei. Hier findest du außerdem eine geführte Meditation für mehr Gelassenheit und Resilienz.

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Negative Glaubenssätze loslassen

Wie du bereits im Modell der 7 Säulen der Resilienz gehört hast, sind Optimismus und Akzeptanz wichtig, um die eigene Resilienz zu steigern. Bist du persönlich davon überzeugt, dass du es nicht schaffst, dass deine aktuelle Situation ausweglos ist oder du generell eine negative Grundeinstellung gegenüber deinem Leben hast, führt das dazu, dass auch deine innere Widerstandsfähigkeit darunter leidet. Du kannst Glaubenssätze allerdings auch umdrehen und einen Nutzen aus diesen in Form von positiven Affirmationen ziehen. Willst du mehr darüber erfahren, wie Glaubenssätze dein Leben beeinflussen und wie du negative Glaubenssätze auflösen kannst? Dann schau doch beim Blogartikel „Glaubenssätze – So beeinflussen sie dich.“ vorbei!

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Lerne loszulassen

Alte Wunden und Probleme loszulassen, fällt vielen von uns sehr schwer. Viel zu oft schleppen wir diese wie einen Klotz am Bein mit uns mit und lassen uns von diesen beeinflussen. Stück für Stück nagen sie an unserer inneren Widerstandsfähigkeit und unsere Gedanken beginnen sich immer mehr im Kreis zu drehen. Besonders der erste Schritt um endlich loszulassen fällt vielen besonders schwer, denn oft gibt man dabei etwas auf, dass davor eine wichtige Rolle in unserem Leben gespielt hat.

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Die Angst vor der Trauer oder dem Schmerz ist so groß, dass wir uns fest an das klammern, was von dem Problem, der Person oder auch dem Ding noch da ist. So halten wir uns selbst davon ab, im Hier und Jetzt zu leben und vor allem positiv in die Zukunft zu blicken. Aber du bist nicht allein, denn vielen Menschen geht es genauso! Wenn du dich endlich von deiner Altlast befreien möchtest und deine eigenen 7 Säulen der Resilienz stärken willst, schau unbedingt bei unserem Blogartikel „Loslassen lernen – Mit diesen einfach anwendbaren Tipps klappt’s.“ vorbei!

Wir hoffen, dir hat unser Artikel über die 7 Säulen der Resilienz gefallen und unsere Tipps können dir dabei helfen, deine innere Widerstandsfähigkeit aufzubauen. Das Thema Resilienz ist auch ein Kernthema in vielen unserer Ausbildungen, zum Beispiel der Ausbildung zur/zum Dipl. Lebens- und Sozialberater*in, zur/zum Dipl. systemischen Coach oder zur/zum Dipl. Mentaltrainer*in.

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