Das wichtigste Hausmittel gegen Durchfall ist Trinken: mehr als zwei Liter am Tag, in kleinen Mengen über den Tag verteilt, bei stärkerem Durchfall am besten als Elektrolytlösung aus der Apotheke. Dazu passen leichte, gekochte Speisen wie Kartoffeln, Karotten, Zwieback oder Bananen. Akuter Durchfall bei Erwachsenen klingt meist nach wenigen Tagen von selbst ab.
Durchfall (Fachbegriff: Diarrhö) bedeutet, dass der Stuhl dünnflüssig ist und du häufiger als sonst auf die Toilette musst. Meist steckt eine Infektion mit Viren dahinter, seltener Bakterien oder verdorbene Lebensmittel. In diesem Beitrag findest du die 12 besten Hausmittel gegen Durchfall, ehrlich danach eingeordnet, wie gut sie belegt sind, und die Warnzeichen, bei denen du ärztliche Hilfe brauchst.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Babys, Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten Durchfall laut Gesundheitsportal Österreich immer ärztlich abklären lassen.
Was passiert bei Durchfall?
Bei Durchfall scheidet der Darm Krankheitserreger und schädliche Stoffe mit viel Wasser aus. Dabei verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe (Elektrolyte) wie Natrium und Kalium. Genau dieser Verlust ist das eigentliche Risiko, deshalb steht der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen bei jeder Behandlung an erster Stelle.
Laut NHS dauert Durchfall bei einem Magen-Darm-Infekt meist 5 bis 7 Tage, Erbrechen meist 1 bis 2 Tage. Ein leichter Durchfall braucht bei sonst gesunden Erwachsenen in der Regel keine besondere Behandlung.
Das Wichtigste zuerst: richtig trinken
Ausreichend Trinken ist bei Durchfall wichtiger als jedes andere Hausmittel. Das Gesundheitsportal Österreich (gesundheit.gv.at) empfiehlt:
- mehr als zwei Liter pro Tag trinken, am besten kleine Mengen alle 15 bis 30 Minuten
- geeignet sind Wasser, Tee und verdünnte Fruchtsäfte
- stark gesüßte Limonaden meiden, weil sie den Durchfall verstärken können; auch Sportgetränke sind wegen des Zuckers eher ungeeignet
- zum Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen eine Rehydratationslösung (Elektrolytlösung) aus Apotheke oder Drogerie
Elektrolytlösung selbst mischen: Wenn du keine fertige Lösung zur Hand hast, nennt das Gesundheitsportal Österreich ein Rezept nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO): 1 Liter abgekochtes oder abgepacktes Wasser, 4 Teelöffel Zucker, ¾ Teelöffel Salz und ein Glas Orangensaft oder 2 zerdrückte Bananen. Kinder unter 5 Jahren sollen laut Gesundheitsportal Österreich keine selbst gemischten Lösungen bekommen, weil die Zusammensetzung zu stark schwankt. Verwende für sie nur fertige Lösungen aus der Apotheke und sprich vorher mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.
Trinkst du genug? Heller Urin und Wasserlassen etwa alle drei bis fünf Stunden sind ein gutes Zeichen. Dunkler Urin oder seltenes Wasserlassen bedeuten, dass du mehr trinken solltest.
Was kann man bei Durchfall essen?
Bei Durchfall brauchst du keine strenge Diät. Laut Gesundheitsportal Österreich kannst du essen, was du gewohnt bist und gut verträgst, kleinere Portionen sind oft angenehmer. Gut verträglich sind fettarme, gekochte, stärkehaltige Speisen: Kartoffeln, Reis, Nudeln, Zwieback, Salzgebäck, Bananen, Suppen und gekochtes Gemüse. Wenn du keinen Appetit hast, reicht es kurzzeitig auch, nur zu trinken. Fettiges und scharfes Essen meidest du laut NHS besser.
Die 12 besten Hausmittel gegen Durchfall im Überblick
Die meisten Hausmittel gegen Durchfall sind Erfahrungswissen. Sie unterstützen vor allem dabei, Flüssigkeit aufzunehmen und den Darm mit leichter Kost zu entlasten. Die Tabelle zeigt die Beleglage auf einen Blick.
| Hausmittel | Beleglage | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| 1. Gemüsebrühe | Erfahrungswissen | liefert Flüssigkeit und Salz |
| 2. Karottensuppe | Erfahrungswissen | gekochtes Gemüse ist gut verträglich |
| 3. Fencheltee und Pfefferminztee | traditionelle Anwendung bei leichten Verdauungsbeschwerden (EMA) | beide ab 4 Jahren, Fenchel nicht in Schwangerschaft und Stillzeit |
| 4. Getrocknete Heidelbeeren | traditionelle Anwendung bei leichtem Durchfall (EMA) | ab 12 Jahren, nach 3 Tagen ärztlich abklären |
| 5. Vogelknöterichwasser | Volksheilkunde, nicht untersucht | Pflanze sicher bestimmen |
| 6. Honig | nicht untersucht | nur in kleinen Mengen, nicht für Babys |
| 7. Geriebener Apfel | Erfahrungswissen | mit Schale reiben |
| 8. Banane | Erfahrungswissen | gut verträglich, liefert Kalium |
| 9. Kartoffeln | Erfahrungswissen | gekocht oder püriert, ohne Fett |
| 10. Schwarzer Tee | Erfahrungswissen, kaum untersucht | enthält Koffein |
| 11. Zwieback | Erfahrungswissen | leicht verdaulich |
| 12. Wärmflasche | Erfahrungswissen | lindert Bauchkrämpfe, nicht die Ursache |
Pflanzliche Hausmittel gegen Durchfall
Die folgenden fünf Rezepte stammen aus dem Buch „Wildnisapotheke“ von Eunike Grahofer (Freya Verlag, 2018) und gehören zum überlieferten Wissen über Heil- und Wildkräuter. Wenn du Pflanzen selbst sammelst, bestimme sie sicher. Wie das geht und wie man Wildkräuter verantwortungsvoll nutzt, lernst du in unserer Ausbildung in Kräuterpädagogik nach Eunike Grahofer.
1. Gemüsebrühe als Hausmittel gegen Durchfall
Eine selbst gekochte Gemüsebrühe gilt in der Volksheilkunde als erstes Hausmittel bei Durchfall, weil sie Flüssigkeit und Salz liefert.
Zutaten:
- 3 Karotten
- 1 Petersilienwurzel und etwas Petersiliengrün
- ½ Sellerieknolle
- 3 Kartoffeln
- Wasser und 1 Teelöffel Salz
Zubereitung: Das Gemüse waschen, putzen und grob schneiden, in einen Topf geben und mit kochendem Wasser übergießen, bis es 2 bis 3 cm bedeckt ist. Salzen und 60 Minuten köcheln lassen, dann abseihen. Die Brühe lauwarm und langsam, Schluck für Schluck trinken.
2. Karottensuppe als Hausmittel gegen Durchfall
Karottensuppe ist ein altes Hausmittel bei Durchfall, bekannt als Moro’sche Karottensuppe nach dem Kinderarzt Ernst Moro. Gekochte Karotten sind gut verträglich, und die Suppe liefert Flüssigkeit und Salz. Überliefert ist, dass Inhaltsstoffe der Karotte Erreger an der Darmwand hindern und Pektine den Stuhl eindicken. Gut untersucht ist das nicht.
Zutaten: 2 bis 3 Karotten, Wasser, Salz
Zubereitung: Die Karotten waschen, putzen und fein reiben. Mit so viel Wasser in einen Topf geben, dass sie bedeckt sind, salzen und 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Abkühlen lassen und handwarm essen.
3. Welcher Tee hilft bei Durchfall? Fencheltee und Pfefferminztee
Fencheltee und Pfefferminztee sind bewährte Tees bei Magen-Darm-Beschwerden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erkennt Fenchel bei leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden und Pfefferminzblätter bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen an, jeweils auf Grundlage langjähriger Anwendung und jeweils ab 4 Jahren. Gegen den Durchfall selbst sind sie nicht untersucht, sie helfen aber beim Trinken und können Krämpfe lindern.
Zutaten: 1 Esslöffel Pfefferminzblätter, 1 Esslöffel Fenchelsamen, 1 Liter Wasser
Zubereitung: Die Fenchelsamen im Mörser oder mit einem Löffel andrücken und mit den frischen oder getrockneten Pfefferminzblättern mit 1 Liter heißem Wasser übergießen. 4 bis 6 Minuten ziehen lassen, abseihen und handwarm schluckweise trinken. Pfefferminze kann Sodbrennen verstärken, dann ist reiner Fencheltee die bessere Wahl. Bei Gallensteinen rät die EMA bei Pfefferminze zur Vorsicht. Fenchel-Arzneimittel sollen laut EMA in Schwangerschaft und Stillzeit aus Vorsicht nicht verwendet werden, frag dann vorher in der Apotheke.
4. Heidelbeeren gegen Durchfall
Getrocknete Heidelbeeren sind das pflanzliche Hausmittel, das bei Durchfall am ehesten anerkannt ist. Die EMA erkennt getrocknete Heidelbeeren auf Grundlage langjähriger Anwendung bei leichtem Durchfall an, für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren. Klinische Studien fehlen, die Wirkung wird den Gerbstoffen zugeschrieben. Halten die Beschwerden länger als 3 Tage an, solltest du laut EMA ärztlichen Rat einholen.
Verwende die Wildheidelbeere aus dem Wald, die auch innen blau ist. Getrocknete Beeren kannst du langsam kauen oder als Tee aufkochen.
5. Vogelknöterichwasser als Hausmittel gegen Durchfall
Vogelknöterich ist ein überliefertes Hausmittel, das dem Körper Mineralstoffe liefern soll. Seine Wirkung bei Durchfall ist nicht untersucht.
Zutaten: 1 Tasse Vogelknöterichkraut mit Blüten, ½ Liter Wasser
Zubereitung: Den Vogelknöterich klein schneiden und mit dem Wasser im Mörser zu einer breiartigen Masse zerreiben. Durch ein Sieb filtern und den grünen Saft schluckweise trinken.
Weitere Tipps und Omas Hausmittel gegen Durchfall
6. Honig bei Durchfall
Honig ist kein belegtes Mittel gegen Durchfall, ein Teelöffel im Tee ist aber in Ordnung. Das Gesundheitsportal Österreich rät, stark gesüßte Getränke bei Durchfall zu meiden, weil viel Zucker den Durchfall verstärken kann. Das gilt auch für Honig, der zum größten Teil aus Zucker besteht. In kleinen Mengen kann er den Tee angenehmer machen, damit du mehr trinkst. In einem selbst gemischten Elektrolytgetränk nennt der Internist Hans-Jörg Epple (Charité Berlin) Honig als Alternative zu Zucker (Pharmazeutische Zeitung, 2013).
Wichtig: Babys unter 12 Monaten dürfen keinen Honig bekommen. Er kann Sporen enthalten, die bei Säuglingen Botulismus auslösen.
7. Geriebener Apfel als Hausmittel gegen Durchfall
Geriebener Apfel ist ein klassisches Hausmittel gegen Durchfall. Überliefert ist, dass die Pektine in der Schale Wasser binden und den Stuhl festigen. Gut untersucht ist das nicht: Für getrocknetes Apfelpulver als Arzneimittel halten Fachleute laut Gesundheitsportal Österreich die Studienlage für unzureichend. Als leichte Kost spricht aber nichts gegen einen geriebenen Apfel.
Zutaten: 1 Apfel, 1 Teelöffel Zitronensaft
Zubereitung: Den Apfel mit Schale reiben, den Zitronensaft unterrühren, eine Viertelstunde stehen lassen und dann essen.
8. Banane als Hausmittel gegen Durchfall
Zerdrückte Bananen sind leicht verdaulich und liefern Kalium, das bei Durchfall verloren geht. Das Gesundheitsportal Österreich zählt Bananen zu den gut verträglichen Speisen, und im WHO-Rezept für die selbst gemischte Elektrolytlösung können sie den Orangensaft ersetzen. Auch für Kinder sind Bananen meist gut geeignet.
9. Kartoffeln bei Durchfall
Gekochte Kartoffeln sind bei Durchfall gut bekömmlich und gehören laut Gesundheitsportal Österreich zu den empfohlenen stärkehaltigen Speisen. Iss sie gekocht oder püriert und verzichte vorerst auf Butter, Milch oder andere fette Zutaten.
10. Schwarzer Tee bei Durchfall
Schwarzer Tee ist ein altes Hausmittel bei Durchfall, weil ihm seine Gerbstoffe eine beruhigende Wirkung auf den Darm nachsagen. Überliefert ist, ihn 15 Minuten ziehen zu lassen, damit sich die Gerbstoffe lösen. Er schmeckt dann sehr bitter, ein Teelöffel Zucker oder Honig ist in Ordnung. Untersucht ist die Wirkung kaum, und für Gerbstoff-Präparate (Tannin) halten Fachleute die Studienlage laut Gesundheitsportal Österreich für unzureichend. Bedenke außerdem, dass schwarzer Tee Koffein enthält.
11. Zwieback bei Durchfall
Zwieback ist leicht verdaulich und hilft, den Magen wieder an feste Nahrung zu gewöhnen. Das Gesundheitsportal Österreich zählt ihn zu den gut verträglichen Speisen. Weil er lange haltbar ist, lohnt sich eine Packung im Vorrat.
12. Wärmflasche bzw. Thermophor gegen Bauchkrämpfe
Bei Bauchkrämpfen, die Durchfall oft begleiten, empfinden viele eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen als lindernd. Die Wärme behandelt nicht die Ursache, kann aber die Schmerzen erträglicher machen. Leg ein Tuch dazwischen, damit du dich nicht verbrennst.
Hilft Cola mit Salzstangen gegen Durchfall?
Nein, Cola und Salzstangen sind kein gutes Hausmittel gegen Durchfall. Der Internist Hans-Jörg Epple (Charité Berlin) rät laut Pharmazeutischer Zeitung (2013) davon ab: Cola enthält viel zu viel Zucker, was den Durchfall verstärken kann, und der Kombination fehlen wichtige Salze wie Kalium. Salzstangen liefern vor allem Kochsalz. Als Snack sind sie in Ordnung, als Ersatz für eine Elektrolytlösung nicht.
Medikamente und Probiotika: Was ist sinnvoll?
Rezeptfreie Medikamente gegen Durchfall sind für Erwachsene nur in bestimmten Fällen geeignet. Laut Gesundheitsportal Österreich kann Loperamid bei akutem Durchfall die Zahl der Toilettengänge senken. Es gilt aber nur für Erwachsene ohne Fieber und ohne Blut im Stuhl und nicht länger als zwei Tage, am besten nach Beratung in der Apotheke oder ärztlich. Bei Durchfall während oder nach einer Antibiotika-Einnahme ist Loperamid laut Packungsbeilage nicht geeignet. Für Kinder ist Loperamid nicht geeignet, der NHS nennt Kinder unter 12 Jahren. Von anderen rezeptfreien Mitteln wie Kohle, Heilerde, Tannin oder getrocknetem Apfelpulver raten Fachleute ab, weil die Studienlage unzureichend ist.
Probiotika helfen bei akutem Durchfall wahrscheinlich kaum. Die Cochrane-Übersicht von Collinson und Kolleg:innen (2020) mit 82 Studien fand keinen Unterschied darin, wie viele Betroffene 48 Stunden oder länger Durchfall hatten. Ob Probiotika die Dauer verkürzen, ist unsicher. Das Gesundheitsportal Österreich rät deshalb davon ab, Probiotika zur Behandlung von akutem Durchfall einzusetzen.
Durchfall durch Antibiotika: Was hilft?
Antibiotika können das Gleichgewicht der Darmbakterien stören und Durchfall auslösen. Laut Gesundheitsportal Österreich gibt es Hinweise, dass Probiotika das Risiko für diesen antibiotikabedingten Durchfall senken können, bei Kindern besser belegt als bei Erwachsenen. Durchfall, der während oder nach einer Antibiotika-Einnahme beginnt, solltest du laut Gesundheitsportal Österreich ärztlich abklären lassen. Setz ein verordnetes Antibiotikum nicht eigenmächtig ab, und frag in der Apotheke oder ärztlich, ob ein Probiotikum für dich sinnvoll ist. Auch hier gilt: viel trinken.
Ansteckung vermeiden
Viele Durchfallerreger sind sehr ansteckend. Der NHS empfiehlt, mindestens 2 Tage nach dem letzten Durchfall oder Erbrechen nicht zur Arbeit oder in die Schule zu gehen und 48 Stunden lang auch Schwimmbäder zu meiden. Wasch dir oft die Hände, wasch verschmutzte Wäsche heiß und getrennt, reinige gemeinsam genutzte Flächen täglich und teile keine Handtücher oder Besteck.
Wann musst du mit Durchfall zum Arzt?
Bei leichtem Durchfall ohne Warnzeichen reicht bei gesunden Erwachsenen meist die Behandlung zu Hause. Hol ärztliche Hilfe oder ruf in Österreich die Gesundheitsberatung 1450 an, wenn (nach Gesundheitsportal Österreich und NHS):
- du Zeichen von Austrocknung hast: dunkler, stark riechender Urin, deutlich seltener Harndrang, Schwindel oder Benommenheit, auch nach einer Elektrolytlösung
- du ständig erbrichst und keine Flüssigkeit bei dir behalten kannst
- Blut im Stuhl ist oder du aus dem After blutest
- du Fieber über 38,5 Grad, starke Schmerzen im Bauch oder beim Stuhlgang oder Schleim auf dem Stuhl hast
- dein Stuhl schwarz ist
- der Durchfall sehr stark und wässrig ist oder nach 48 Stunden nicht besser wird
- der Durchfall während oder nach einer Antibiotika-Einnahme oder während oder nach einer Fernreise begonnen hat
- du ungewollt abnimmst oder dich stark schwindlig und schwach fühlst
- das Erbrechen länger als 2 Tage dauert
Ruf den Notruf (144 in Österreich, 112 in der EU) oder fahr in die Notaufnahme, wenn du Blut oder kaffeesatzartiges Erbrochenes erbrichst, plötzlich sehr starke Bauch- oder Kopfschmerzen hast, verwirrt bist, schwer atmest oder Haut und Lippen bläulich, grau oder fleckig werden.
Besondere Vorsicht gilt bei:
- Babys und Kleinkindern: Sie trocknen schnell aus und sollten bei Durchfall immer ärztlich betreut werden. Stillen oder das Fläschchen weitergeben, Säuglingsnahrung nicht verdünnen, keine Limonaden und keine Durchfallmedikamente. Melde dich sofort bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, wenn dein Kind jünger als 12 Monate ist, nicht trinken will, ständig erbricht, Blut im Stuhl, hohes Fieber oder Bauchschmerzen hat, einen harten Bauch hat, sehr häufig oder sehr viel Stuhl hat, Zeichen von Austrocknung zeigt (zum Beispiel deutlich weniger nasse Windeln) oder der Durchfall länger als 7 Tage dauert. Das gilt auch, wenn dein Kind eine Grunderkrankung wie Diabetes hat.
- älteren Menschen, weil ihr Flüssigkeits- und Salzhaushalt empfindlicher ist.
- Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.
- Medikamenten: Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, frag in der Apotheke oder ärztlich nach, worauf du bei Durchfall achten musst.
- Verhütung: Durchfall und Erbrechen können die Wirkung der Pille beeinträchtigen. Was dann gilt, steht im Beipackzettel. Frag im Zweifel in der Apotheke nach.
Lang anhaltender oder immer wiederkehrender Durchfall gehört ebenfalls ärztlich abgeklärt, weil dahinter eine andere Erkrankung stecken kann.
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Gute Besserung!
Quellen und weiterführende Literatur
- Gesundheitsportal Österreich (2026): Durchfall: Was kann ich selbst tun? gesundheit.gv.at.
- Gesundheitsportal Österreich (2026): Durchfall. gesundheit.gv.at.
- Gesundheitsportal Österreich (2020): Akuter Durchfall bei Kindern. gesundheit.gv.at.
- NHS (2023): Diarrhoea and vomiting. National Health Service, Großbritannien.
- NHS: Combined pill: sickness or diarrhoea. National Health Service, Großbritannien.
- Gebrauchsinformation (Packungsbeilage) Loperamid, Beispiel: Loperamid PUREN 2 mg Hartkapseln. PatientenInfo-Service.
- Collinson, S., Deans, A., Padua-Zamora, A. et al. (2020): Probiotics for treating acute infectious diarrhoea. Cochrane Database of Systematic Reviews, CD003048.
- Pharmazeutische Zeitung (2013): Durchfall: Elektrolytmischung statt Cola.
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Bewertungen pflanzlicher Arzneimittel: Getrocknete Heidelbeeren, Süßer Fenchel, Pfefferminzblätter.
- MSD Manual: Botulismus bei Säuglingen.
- Grahofer, E. (2018): Wildnisapotheke. Freya Verlag.



