Werte - Was im Leben wichtig ist

Werte – Was im Leben wichtig ist

„It’s not hard to make decisions once you know what your values are.“

Walt Disney

Was sind Werte?

Sucht man im Internet oder in diversen Lexika nach dem Stichwort „Wert“, so stellt man schnell fest, dass dieses Wort in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Definitionen hat. Ob nun in der Mathematik, im Finanzwesen oder in der Ethik: Werte können materielle oder immaterielle Güter bezeichnen.

Werte Values Definition

In diesem Artikel wollen wir uns aber vor allem auf persönliche, moralische und ethische Werte bzw. Wertvorstellungen konzentrieren. Auch hier gibt es zahlreiche Definitionen.

Wertvorstellungen werden im allgemeinen Sprachgebrauch als erstrebenswerte oder moralisch gut angesehene Eigenschaften bzw. Qualitäten betrachtet. Diese werden Objekten, sowie Ideen, Idealen, Bedürfnissen, Charaktereigenschaften, Handlungsmustern oder auch Sachverhalten beigemessen.

Um das Ganze allerdings nicht unnötig zu verkomplizieren und leicht verständlich zu halten, entscheiden wir uns zunächst für folgende Definition: Werte sind das, was uns im Leben wichtig ist.

Warum Werte wichtig sind:

Wertvorstellungen und Werte sind tief-verwurzelte Überzeugungen, welche wir alle in uns tragen. Sie basieren auf unseren Erfahrungen, unserer Erziehung und unserem sozialen und kulturellen Umfeld.

Aufgrund unserer persönlichen Überzeugungen und Wertvorstellungen treffen wir – egal ob bewusst oder unbewusst – eine Vielzahl unserer Entscheidungen. Sie beeinflussen unser tagtägliches Handeln und so auch unseren Lebensweg. Durch das Kennenlernen und Bewusstmachen unserer eigenen Wertvorstellungen können wir persönliche Ziele leich­ter iden­ti­fi­zie­ren und schnel­ler ver­fol­gen. 

Welche Werte gibt es?

Grob kann man zunächst zwischen materiellen und immateriellen Werten unterscheiden. Ein materieller Wert ist meist mit Wohlstand (Geld oder Besitz) verbunden. Diese erhalten ihren Wert eigentlich erst durch ihre Funktion. Ein Geldschein ist z.B. erst dann wertvoll, wenn ich mir etwas darum kaufen kann.

Bei immaterielle Werten handelt es sich um Vorstellungen, die innerhalb einer sozialen/kulturellen Gruppe von Menschen oder innerhalb der Gesellschaft als wichtig, wünschenswert und erstrebenswert angesehen werden. Immaterielle Wertvorstellungen können individuell verschieden, aber gleichzeitig auch die gemeinsame Basis einer Gesellschaft sein.

Jede gesellschaftliche Gruppe bzw. Kultur weist unterschiedliche (teils sogar genormte) Wertvorstellungen auf. Diese können sich allerdings im Laufe der Zeit und über verschiedene Generationen und historische Ereignisse hinweg leicht oder gar komplett ändern.

Solche immateriellen Wertvorstellungen können in geistige, sittliche, religiöse und private Werte aufgeteilt werden.

Werte Values Liste

Was sind Beispiele für Werte?

Bei den immateriellen Werten sind Weisheit und Disziplin Beispiele für geistige Werte. Zu den sittlichen Werten zählen unter anderem Ehrlichkeit und Treue. Religiöse Werte sind beispielsweise Nächstenliebe, Opferbereitschaft und Glaubensfestigkeit. Private Werte können z.B. Empathie, Anpassungsfähigkeit oder Einzigartigkeit sein.

Wir alle haben zahlreiche Wertvorstellungen, die uns beeinflussen und nach denen wir unser Leben ausrichten. Eine sehr lange aber dennoch bei weitem nicht vollständige Liste an Werten von A bis Z findest du hier:

A

Abenteuer – Abwechslung – Achtsamkeit – Agilität – Aktivität – Aktualität – Akzeptanz – Altruismus – Andersartigkeit – Anerkennung – Anmut – Anpassungsfähigkeit – Anstand – Askese – Aufgeschlossenheit – Aufmerksamkeit – Ausgeglichenheit – Ausgewogenheit – Aussehen – Authentizität – Ästhetik 

B

Balance – Begeisterung – Beharrlichkeit – Beliebtheit – Bescheidenheit – Besonnenheit – Beständigkeit – Beweglichkeit im Geist – Bewegung – Bewusstheit 

C

Charakterbildung – Charisma

D

Dankbarkeit – Demut – Disziplin – Durchsetzungskraft

E

Echtheit – Effektivität – Effizienz – Ehrlichkeit – Einfallsreichtum – Einzigartigkeit – Empathie – Engagement – Entdeckergeist – Entscheidungsfreude – Entschlossenheit – Entspannung – Erfolg – Erleuchtung – Ernährung – Erotik

F

Fairness – Familie – Fantasie – Feinfühligkeit – Fleiß – Flexibilität – Freiheit – Freunde – Freundlichkeit – Freundschaft – Frieden – Fröhlichkeit – Fülle – Furchtlosigkeit – Fürsorglichkeit

G

Geduld – Gelassenheit – Gemütlichkeit – Genauigkeit – Genialität – Genuss – Gerechtigkeit  – Gesundheit – Glaube – Glaubwürdigkeit – Gleichmut – Glück – Grandiosität – Großzügigkeit – Güte

H

Harmonie – Heilung – Herzlichkeit – Hilfsbereitschaft – Hingabe – Hoffnung- Höflichkeit – Humor

I

Idealismus – innerer Friede – Innovation – Inspiration  – Integrität – Intelligenz- Interesse – Intuition – Individualität

J

Jugend – Jugendhaftigkeit

K

Klugheit – Kompetenz – Konsequenz- Kontrolle – Kreativität

L

Lebendigkeit – Leichtigkeit – Leidenschaft – Leistungsfähigkeit – Lernbereitschaft – Liebe – Liebenswürdigkeit – Loyalität – Lust – Luxus

M

Machtbalance – Mäßigkeit – Minimalismus – Mitgefühl – Motivation- Mut

N

Nachhaltigkeit – Nächstenliebe – Nähe – Naturliebe – Neidlosigkeit – Neugierde – Neutralität – Nützlichkeit

O

Offenheit – Optimismus – Ordnungssinn

P

Pflichtgefühl – Pragmatik – Präsenz – Präzision – Professionalität – Pünktlichkeit

Q

Qualität – Quantität

R

Realismus – Redegewandtheit – Reichtum – Reife – Reiselust – Respekt – Risikobereitschaft – Rücksichtnahme – Ruhe

S

Sanftmut – Sauberkeit – Selbstbestimmung – Selbstbewusstsein – Selbstdisziplin – Selbsterkenntnis – Selbstliebe – Selbstmitgefühl – Selbstständigkeit – Selbstvertrauen – Selbstwert – Sensibilität- Seriosität – Sex – Sicherheit – Solidarität – Sorgfalt – Sparsamkeit – Spaß – Spiritualität – Spontanität – Standfestigkeit – Sympathie

T

Tapferkeit – Teamgeist – Teilen – Toleranz – Tradition – Transparenz – Treue – Tüchtigkeit

U

Überzeugungskraft – Unabhängigkeit – Unbestechlichkeit

V

Verantwortung – Verbundenheit – Verlässlichkeit – Vertrauen – Verzeihung

W

Wachsamkeit – Weisheit – Weitsicht – Wertschätzung – Willenskraft – Wissen – Wohlstand – Würde

X

Xenophilie (=Fremden gegenüber positiv eingestellt und aufgeschlossen sein.)

Y

Yin und Yang-Prinzip – Yoga-Philosophie

Z

Zielstrebigkeit – Zivilcourage – Zufriedenheit – Zugehörigkeit – Zuneigung – Zusammenhalt – Zuverlässigkeit – Zuversicht

Werte nach Viktor Frankl

Laut dem österreichischen Neurologen und Psychologen Prof. Viktor Emil Frankl spielen Wertvorstellungen im Leben eine grundlegende Rolle bei der Sinnfindung. Frankl war Gründer der sogenannten Logotherapie. Hierbei handelt es sich um eine Art der Psychotherapie, bei der Menschen behandelt werden, welche vergeblich nach dem Sinn ihres Lebens gesucht hatten und folglich unter psychischen Schäden litten.

Wenn nämlich der eigene Lebensweg plötzlich keinen Sinn mehr macht oder das bislang verfolgte Ziel (aufgrund eines Sinneswandels oder eines Perspektivenwechsels) sich als nicht mehr erstrebenswert herausstellt, kann für den Menschen eine Welt zusammenbrechen.

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Ohne unsere Wertvorstellungen kann uns ein Gefühl der Sinnlosigkeit überkommen. Und dann gilt es, beispielsweise mithilfe der Logotherapie, das alte Weltbild zu hinterfragen und die eigenen Wertvorstellungen zu überdenken und neu zu ordnen.

Wer vermittelt Werte?

Kinder werden von ihrem Umfeld geformt und geprägt. Besonders das Elternhaus und die Familie prägen uns von Beginn an extrem. Immerhin spielt sich unser Leben anfangs fast ausschließlich dort ab.

Durch Nachahmung des Verhaltens der Eltern und der restlichen Familie übernehmen Kinder automatisch auch großteils deren Wertevorstellungen. Das ist aber auch wichtig, denn ein in der Kindheit aufgebautes Wertesystem bildet das Fundament für das spätere Weltbild von uns Menschen.

Dennoch ist es aber auch wichtig, dass es Menschen und auch Kindern gestattet ist, sich eigene Werte und Meinungen zu bilden. Das passiert meist automatisch, sobald die Kinder in andere soziale Gruppen (Kindergarten, Schule, Freundeskreis, Vereine, etc.) eintreten und sich dort neu zurechtfinden und mit anderen Ansichten konfrontiert werden.

Hier stellen sie sich meist eigene für diese Gruppe verbindliche Regeln auf. Dadurch lernen sie auch, wie subjektiv sinnvoll bzw. unsinnig manche Regeln sind. Durch Folgen und Konsequenzen bei Nichteinhaltung lernen die Kinder und Jugendlichen somit Verantwortung und Logik kennen.

Das Werte- und Entwicklungsquadrat nach Schulz von Thun

Der deutsche Kommunikationswissenschaftler und Psychologe Friedemann Schulz von Thun nutzte dieses von Nicolai Hartmann stammende und von Paul Helwig weiterentwickelte Wertequadrat für die Belange der zwischenmenschlichen Kommunikation und die Persönlichkeitsentwicklung.

Es wird dafür verwendet, um Wertevorstellungen mit persönlichen Maßstäben in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Sowohl für uns selbst als auch für andere kann dieses Modell eine anstehende Entwicklungsrichtung offenbaren. Besonders wertvoll ist dies für diverse Zielvereinbarungsgespräche in verschiedensten Settings (z.B. auch im Coaching).

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Die Annahmen des Werte- und Entwicklungsquadrats lauten wie folgt: Jede Wertvorstellung ist nur dann zur Gänze konstruktiv wirksam, wenn sie durch einen positiven Gegenwert ausgeglichen werden kann.

So kann beispielsweise Sparsamkeit mit Großzügigkeit ausgeglichen werden, um nicht geizig zu werden. Umgekehrt bewahrt die Balance mit der Sparsamkeit den Großzügigen vor der Verschwendung.

Wenn du mehr über Friedemann Schulz von Thun und seine Modelle erfahren möchtest, dann solltest du auch einen Blick in folgende Artikel werfen:

Werte Friedemann Schulz von Thun Kommunikation Kommunikationsquadrat vier Seiten
Friedemann Schulz von Thun – Seiten und Stile der Kommunikation
Werte 4 Ohren Modell Friedemann Schulz von Thun Header vier
4 Ohren Modell – Die vier Seiten einer Nachricht nach Schulz von Thun

Was sind meine Werte?

Deine persönlichen Werte sind das, was du für dich als ​„gut“ erachtest. Diese sind zwar bis zu einem gewissen Grad von deinem Umfeld geprägt, aber dennoch individuell deine eigenen. Sie beeinflussen dein Verhalten und all deine Entscheidungen.

Deine persönlichen Werte helfen dir dabei, dir eine Meinung zu bilden und dich in der Welt zurechtzufinden. Durch sie findest du Menschen, die deine Einstellungen teilen und durch individuelle Wertvorstellungen hebst du dich von anderen hervor. Sie machen dich zu der Person, die du bist.

Viele von uns sind sich ihrer eigenen Wertvorstellungen allerdings nicht bewusst. Sich dieser bewusst zu werden hat jedoch sehr viele Vorteile und hilft dabei, sich selbst besser kennen zu lernen. Deine Werte beeinflussen, motivieren, inspirieren und leiten dich. Sie helfen dir beim Lernen neuer Fähigkeiten und beim Bilden von Beziehungen.

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Möchtest du dir deiner persönlichen Wertevorstellungen bewusst werden, so lies dir zunächst die A-Z Liste unserer gesammelten Werte langsam und gründlich durch. Lies die Worte laut und beobachte welches Empfinden jeder Wert in dir auslöst! Markiere jene, welche sich für dich relevant anfühlen. Lies dann die markierten Worte nochmals und stell dir nun folgende Fragen:

  • Welcher Wert hat in meinem Leben oberste Priorität? 
  • Warum ist dieser Wert so wichtig für mich?
  • Wie kann ich ihn noch bewusster in mein Leben integrieren?

Um es besser zu visualisieren, kann es helfen, die markierten Werte auf einzelne Kärtchen zu schreiben. Diese kannst du dann vor dir auf den Tisch oder auf den Boden legen und sie der Präferenz nach reihen. Probier es aus! Wer weiß, vielleicht ist ja eine Überraschung für dich dabei!

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