Wanderführer Ausbildung in Österreich | Alle Infos zur Ausbildung
Wanderführer Ausbildung

Wanderführer Ausbildung in Österreich

Aktuelle Situation und Hintergründe

Wanderführer Ausbildung – aktuelle Situation in Österreich

Wandern, Bergwandern und Schneeschuhwandern erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Nicht nur, dass die zunehmende Kinderbetreuung, weg von den Eltern auf Institutionen und Vereine übertragen wird, auch viele Erwachsene haben den Umgang mit und in der Natur nicht mehr gelernt oder verlassen sich dabei lieber auf Professionisten. Ebenfalls genießen offensichtlich vermehrt Touristen und Urlauber unsere Landschaft während einer Wanderung. Daraus hat sich scheinbar ein neuer wachsender Wirtschaftszweig entwickelt. Einhergehend entstanden zum Führen von Wanderungen unzählige Gesetze, Erlässe, Richtlinien, Vorschriften und Normen, die es Interessierten schwer machen den Überblick zu behalten. Nachstehend findest du die wichtigsten Informationen zusammengefasst, die du vor einer etwaigen Wanderführer Ausbildung wissen solltest:

Begriffserklärung Wanderführer

Als Wanderung bzw. Bergwanderung gilt sinngemäß das Begehen von Wegen und Steigen, die bei einem durchschnittlich bergerfahrenen Wanderer keine Zuhilfenahme von Sicherungseinrichtungen oder sonstigen alpintechnischen Hilfsmitteln erfordern.

Wanderführen bzw. Bergwanderführen ist ausschließlich die Führung von Personen bei (Berg-) Wanderungen gegen Entgelt, sowie die entgeltliche Unterweisung in den für (Berg-) Wanderungen erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnissen.

Unentgeltliches Führen z.B. als Vereinstätigkeit ist weitestgehend ausgenommen, eine Ausbildung dafür ist nicht zwingend erforderlich.

Berufsrechtliche Situation in Österreich

Besonders schwer ist derzeit, neben dem Anspruch auf bestmögliche Ausbildung, eine ordnungsgemäße und berufsrechtlich abgesicherte Ausübung der selbständigen Tätigkeit als Wanderführer. Es besteht zweifelsohne die Gefahr in einen Graubereich zu gelangen, in dem auch bekanntlich Unwissenheit nicht vor (Verwaltungs-) Strafen schützt.

Will man Personen führen und ihnen die Besonderheiten von Landschaft, Flora und Fauna in Österreich näher bringen, findet man sich dem Wortlaut nach in § 108 der Gewerbeordnung für Fremdenführer wieder.

Auch im umfangreichen Infoblatt der Wirtschaftskammer Österreich wird der Wanderführer den Fremdenführern zugeordnet.

Für die ordnungsgemäße, berufsrechtlich abgesicherte Ausübung dieser Tätigkeit müsste man somit die Fremdenführerprüfung ablegen und den entsprechenden Gewerbeschein bei der Wirtschaftskammer Österreich lösen.

So weit so gut. Bund und Länder befinden sich jedoch, was das Wanderführen betrifft in einem Kompetenzdilemma. So haben etwa die Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Kärnten und Oberösterreich eigene Landesgesetze erlassen, die für die jeweilige Berufsausübung in diesem Bundesland separate Ausbildungen und die Verleihung der Befugnis als Wanderführer bei der zuständigen Landesbehörde für eine Berufsausübung nötig machen. Da hilft selbst ein bundesweiter Fremdenführergewerbeschein nicht, sollte man damit bei Führungen befestigte Wege verlassen wollen.

In jenen Bundesländern, die keine separate landesgesetzliche Regelung geschaffen haben, wird einem seitens der Wirtschaftskammer oftmals mitgeteilt, dass die Möglichkeit besteht, einen „auf Wanderführen eingeschränkten Fremdenführergewerbeschein“ zu erhalten. Damit würde man sich die aufwendige Fremdenführerausbildung und -prüfung sparen. Teilweise wird davon gesprochen, dass Ausbildungen bei Verbänden, wie der der Bergsportführer, der alpinen Vereine Österreichs, etc. anerkannt werden. Andere Bundesländer verlangen unabhängig von der absolvierten Ausbildung eine vor Ort abzulegende Prüfung. Doch ob und mit welchem örtlichen Geltungsbereich dieser eingeschränkte Gewerbeschein ausgestellt wird, ist derzeit völlig unklar und wird insbesondere von den Landesbehörden kritisch gesehen.

Fazit

Um diesem Dschungel an Vorschriften und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Berufsanforderungen Abhilfe zu schaffen, liegt derzeit eine Klärung des Sachverhaltes durch ein Feststellungsverfahren beim Verwaltungsgerichtshof auf, eingeleitet durch die Wirtschaftskammer Oberösterreich. Mit einer Entscheidung kann jedoch frühestens 2020 gerechnet werden.

Wer bundesweit entgeltliche Wanderführungen gewerblich anbieten will, kommt nicht drum herum, sich in jedem Bundesland eine separate Genehmigung (Wirtschaftskammer oder zuständige Landesbehörde) erteilen zu lassen.

Möchte man auf das Anbieten von Erlebnissen in der freien Natur –  zwangsläufig ohne Wandern – nicht verzichten und sucht dafür eine umfangreiche Ausbildung, bietet NEVEREST mit dem Outdoor Guide eine anspruchsvolle Alternative.

In diesem Artikel bekommst bekommst du noch weitere Hintergründe zu diesem Thema: Wanderführer oder NEVEREST Outdoor Guide? Welche Ausbildung ist die richtige?

Stand: 21.02.2018

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