Recruiting - So wird es am besten angewendet

Recruiting – Wie es am besten angewendet wird und was es dafür braucht

Kategorien: Business
Lesezeit: 9 Minuten

Unter Recruiting versteht man im Personalmanagement die Beschaffung von Personal. Die Aufgaben eines Recruiters liegen somit darin Stellenausschreibungen zu erstellen, Bewerbungsprofile zu beurteilen, Bewerbungsgespräche zu führen und Unternehmen bezüglicher der passenden Kandidatenauswahl zu beraten.  

Verhandlungsgeschick und Menschenkenntnis sind in dieser Position besonders gefragt, um Bewerberinnen und Bewerber für die entsprechende Stelle richtig einschätzen zu können, aber auch im Sinne des Unternehmens, für das man vermittelt, gute Deals auszuhandeln. Oftmals hat man es mit vielen verschiedenen Persönlichkeiten aus vielen verschiedenen Branchen und Hintergründen zu tun, weshalb sich interkulturelle Kompetenzen als Vorteil erweisen, aber auch ein vorurteilsfreier Umgang mit Bewerberinnen und Bewerbern als Grundlage gilt. Als Recruiter stellt man die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Bewerbenden dar. Um nicht nur bei Bewerbungsgesprächen, sondern auch bei Beratungen der Unternehmen punkten zu können, empfiehlt es sich rhetorisch gut ausgestattet zu sein.  

Warum ist Recruiting wichtig? 

Während man früher als Bewerberin oder Bewerber um eine Stelle gekämpft hat, sind es heute die Recruiter, die nach geeigneten Kandidaten und Kandidatinnen suchen. Aufgrund des demografischen Wandels, der zu erhöhtem Fachkräftemangel führt, geraten Recruiter unter immer mehr Druck. Heutzutage spricht man von dem „War for Talents“, der die aktuelle Lage des Arbeitsmarktes zugunsten der Arbeitnehmer nochmals verdeutlicht.

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Wenn potenzielle Kandidaten und Kandidatinnen nicht mehr über Stellenausschreibungen allein gefunden werden, also durch passives Rekrutiere, geht man meist in das sogenannte Active Sourcing, also aktives Rekrutieren, über, was sich in den meisten Fällen online abspielt, weshalb auch Portale wie XING oder LinkedIn nicht nur für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, sondern auch Arbeitnehmenden, immer attraktiver werden. Mögliche Personen werden hierbei durch eine Direktanrede über das jeweilige Portal angeschrieben und versucht anzuwerben.  

Welche Recruiting Strategien gibt es? 

Um am schnellsten an passende Arbeitskräfte zu gelangen, haben sich über die letzten Jahre hinweg mehrere Strategien und Recruiting Maßnahmen entwickelt, die Recruiter gerne anwenden. Wir haben diese für dich herausgesucht und zusammengefasst:

Karriereseiten 

Wichtig für jedes Unternehmen sind eigene Karriereseiten, wo unter dem Betreff „Jobs“ oder „Karriere“ alle offenen Stellen ausgeschrieben sind. Dabei zu beachten ist allerdings einerseits einen möglichst unkomplizierten Bewerbungseingang zu gewährleisten und andererseits das Auftreten des eigenen Unternehmens möglichst authentisch und locker zu vermarkten. So erhöht man die Chance auf potenzielle Bewerbende einen sympathischen Eindruck zu machen.  

Du möchtest teil des NEVEREST Teams werden? Auf unserer Karriereseite halten wir dich über offene Stellen am Laufenden. Falls gerade nichts passendes für dich dabei ist, freuen wir uns auch über deine Initiativbewerbung!

Jobbörsen 

Populäre Jobbörsen und Recruiting Kanäle haben den Vorteil an großer Reichweite zu verfügen. Die meistverwendeten Jobbörsen sind LinkedIn und XING, Monster, Indeed und StepStone. Von dort können Bewerbende ihre Bewerbung entweder über die angegebenen Kontaktdaten einreichen oder werden direkt an andere Plattformen weitergeleitet, wo die Bewerbung abzuschließen ist.  

Mitarbeiterempfehlungsprogramme 

Wenn bereits bestehende Mitarbeitende sich im Unternehmen wohlfühlen und motiviert arbeiten, sind sie perfekt geeignet, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu generieren. Durch authentisches Erzählen über das Unternehmen und die aktuell ausgeübte Position, ist die Wahrscheinlichkeit nicht nur höher, dass das Interesse neuer Arbeitskräfte geweckt wird, sondern auch dass die Stelle passgenau besetzt wird und somit Fehlbesetzungen vermieden werden.  

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Social Recruiting 

Social Recruiting ezeichnet die Personalgewinnung über soziale Medien, wie z.B. LinkedIn, XING, aber auch Instagram und Co. Aufgrund des vermehrten Medienkonsums bietet Social Recruiting somit eine optimale Strategie, um Werbung für freie Stellen zu schalten oder mit passenden Kandidaten und Kandidatinne direkt in Kontakt zu treten, also Active Sourcing. 

Active Sourcing  

Hierbei werden potenzielle Bewerbende direkt kontaktiert, was online über Jobportale oder andere soziale Medien erfolgen kann, aber auch über Fachmessen oder Netzwerkveranstaltungen gelingt. Dabei zu beachten ist, möglichst individuell auf den Menschen einzugehen und gleichzeitig ein professionelles Bild zu vermitteln.  

Talent Pool  

In den sogenannten „Talente Pools“ werden Daten zu ehemaligen, bestehenden und potenziellen Arbeitnehmern gesammelt, um diese jederzeit bei einer passenden Stelle kontaktieren zu können. Diese Recruiting Strategie ist besonders einfach zu handhaben, wenn man bereits mit einigen Arbeitnehmern im Kontakt war. 

Networking 

Networking gilt als eine der wichtigsten Strategien, um beruflich erfolgreich zu werden. Um Networking zu betreiben, eignen sich besonders gut soziale Netzwerke, wie z.B. LinkedIn oder XING, wo bei Personalbedarf auf das bestehende Netzwerk zurückgegriffen werden kann.  

Inbound-Recruiting 

Inbound-Recruiting zeichnet sich vor allem darin aus, dass man sich über suchmaschinenoptimierten Content der eigenen Website (z.B. über einen Unternehmensblog) bei der gewählten Zielgruppe bekannter machen kann, selbst wenn die erreichten Personen gerade nicht auf Jobsuche sind. Dies bewirkt wiederum eine Stärkung des Employer Branding, also des Vermarktens des Unternehmens nach Außen, und erhöht die Chance positiv in Erinnerung zu bleiben. 

Welche Recruiting Kanäle gibt es? 

Recruiting Tools sind Programme, um schnell und effektiv neue Mitarbeitende zu finden und somit offene Stellen möglichst zeitnah zu besetzen. Sie vereinfachen vor allem interne Arbeitsprozesse der Personalabteilung. Es gibt verschiedene Recruiting Instrumente, mit denen hier gearbeitet werden kann.

SmartRecruiters 

SmartRecruiters ist ein amerikanisches Unternehmen, das es sich zum Ziel gemacht Recruiting zu vereinfachen. Der Preis wird einem auf Anfrage zugesendet. Wählen kann man als Unternehmen aus 31 verschiedenen Sprachen, bei Bewerbenden sogar aus 37. Geeignet ist dieses Tool vor allem für größere Unternehmen. Als Bonus bietet SmartRecruiters sogar selbst organisierte Events an, bei denen man sich mit anderen vernetzen kannst. Zusätzlich stellt das Unternehmen immer wieder neue Features bereit, die kostenlos sind und einen Einblick hinter die Kulissen der jeweiligen Unternehmen ermöglichen.

Als Funktionen kann man sowohl Anforderungsprofile, aber auch eigene Karriereseiten erstellen. Außerdem bietet das Tool auch die Möglichkeit von Bewerber-Tracking, d.h. die Möglichkeit zu analysieren, wie am besten Arbeitskräfte rekrutiert werden.  

JOIN 

JOIN ist ein Schweizer Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, eine möglichst große Reichweite für geschaltete Stellanzeigen zu bieten. Über dieses Tool können Karriereseiten erstellt werden und Stellenanzeigen werden auf mehreren Kanälen veröffentlich, um eine große Reichweite an potenziellen Arbeitskräften bereitzustellen. Selbstverständlich können Bewerbungen auch bei diesem Tool selbst bearbeitet werden. 

Personio 

Personio arbeitet mit dem Ziel das Personalmanagement weitestmöglich zu Digitalisieren. Es ist die einzige HR-Software in diesem Artikel, die verschiedene Pakete anbietet und Recruiting als auch Personalmanagement vereint. Diese Software eignet sich für Unternehmen aller Größen. 

Recruitee 

Wenn man auf ein besonders umfangreiches Bewerbermanagementsystem setzt, ist Recruitee genau das Richtige. Es begleitet den ganzen Recruitingprozess bis hin zur Einstellung der Mitarbeitend und bietet die Möglichkeit auch Preisgestaltungen individuell zusammenzustellen. Auch von diesem Tool können kleine Startups bis hin zu Großkonzernen profitieren.  

Prescreen 

Preescreen ist Teil der XING-Gruppe, weshalb es den Vorteil hat von insgesamt 18 Millionen Talenten im deutschsprachigen Raum schöpfen zu können. Dieses Tool bietet umfassende Funktionen von Multiposting über Active Sourcing und Bewerber-Tracking.  

Softgarden 

Der Fokus von Softgarden liegt bei einer detaillierten Karriereseite. Durch ein Feedback-Modul können die Kommentare und Bewertungen der Mitarbeitenden automatisch auf der eigenen Karriereseite veröffentlich werden und unterstützen somit das Employer Branding des Unternehmens.  

Wie funktioniert Recruiting der Generation Z? 

Die Generation Z bezeichnet junge Menschen, die zwischen den Jahren 1995 und 2010 geboren sind. Sie folgt der Generation Y, den Millenials, und ist die erste Generation, die mit Smartphone aufgewachsen ist. Die Generation Z legt großen Wert auf Selbstentfaltung und Persönlichkeitsentwicklung, was nicht nur im Privaten ausgelebt werden möchte, sondern auch beruflich und somit den Begriff „Cultural Fit“ nachhaltig geprägt hat.

bewerberinnen und bewerber in anug und kostüm warten auf bewerbungsgespräch

Immer mehr junge Menschen der Generation Z kommen ins erwerbfähige Alter und werden bald den Großteil der Arbeitnehmer ausmachen, weshalb es so wichtig ist das Recruiting genau auf diese Zielgruppe auszurichten.  

Aufgrund des Wandels der Generationen setzen Unternehmen in den letzten Jahren zunehmend auf andere Recruiting Strategien, um besonders jungen Menschen attraktive Stellenangebote bieten zu können. Platz 1 liegt hierbei bei Stellenangeboten, die spezifisch auf die Generation Z ausgerichtet sind und sich hauptsächlich an Absolventinnen und Absolventen richten soll, anhand von guten Einstiegsmöglichkeiten, Trainee-Programmen, Praktika und vielen mehr. Auf Platz 2 befinden sich zielgruppenspezifische Recruiting-Messen und Platz 3 belegen flexible und attraktive Arbeitsbedingungen, die z.B. neue Raumkonzepte, mobiles Arbeiten und attraktive Mitarbeiter-Benefits beinhalten.

Besonders wichtig als attraktive:r Arbeitgeber:in sind Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeitende. Bei uns findest du eine große Palette an verschiedenen Business Trainings. Gemeinsam finden wir das passende Angebot für dich und deine Mitarbeitenden!Hier geht’s zu unserem Business-Angebot

Da die Generation Z als erste Generation mit zunehmender Digitalisierung aufgewachsen ist, verwenden immer mehr junge Menschen Chatbots oder automatisierte Empfehlungssysteme bei der Jobsuche. Dies kann diversen Recruiting Unternehmen einen immensen Vorteil einbringen, wenn die eigenen Karriereseiten mit Chatbots ausgestattet werden. Zusätzlich zeigt sich eine vermehrte Popularität bezüglich mobiler Bewerbungsverfahren und die Bevorzugung von Kontaktaufnahme über E-Mail betreffend Active Sourcing. Um den Ansprüchen der jungen Arbeitskräfte gerecht zu werden, darf jedoch auch nicht auf ein ausgiebiges Employer Branding vergessen werden, da sich vor allem die Generation Z im Vergleich zu anderen Generationen stärker von Empfehlungen und negativen Erfahrungen beeinflussen lässt.  

Durch den demografischen Wandel und Fachkräftemangel sind Recruiter vor immer mehr Herausforderungen gestellt, die jedoch mit den richtigen Strategien gut umgangen werden können. Es zeichnet sich ab, dass immer mehr Menschen sich ein positives Arbeitsklima innerhalb des Unternehmens erwarten, weshalb Employer Branding und ein transparenter Umgang von unternehmensinternen Prozessen immer wichtiger werden. Zusätzlich erweisen sich diverse Recruiting Tools, wie z.B. Personio oder Softgarden, als besonders sinnvoll, um Bewerbungsprozesse zu vereinfachen.  

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