NEVEREST - emotionale Arbeit - Titelbild für Blog mit Textfeld "Die emotionale Arbeit von Führungskräften" - Bild von Führungskraft im Hintergrund
Verfasst von: Teresa Kreizinger am 30.11.2022
Aktualisiert am: 16.01.2023
Lesezeit: 6 Min.

Die emotionale Arbeit von Führungskräften

Als erfolgreiche Führungskraft musst du deine Emotionen bei der Arbeit im Griff haben. Fühlen sich Teammitglieder und Mitarbeitende zum Beispiel ausgebremst oder entmutigt, liegt es an der Führungskraft, hier mit Zuversicht und Optimismus gegenzusteuern. Auch bei Stress oder Ärger kann nach Außen hin nicht einfach die Fassung verloren werden. Diese Aufgabe, die eigenen Gefühle und Emotionen zu steuern und zu kontrollieren ist anstrengender als man denkt. Untersuchungen haben zum Beispiel ergeben, dass Führungskräfte ähnliche emotionale Arbeit leisten, wie Servicekräfte, die ständig mit einem Lächeln auf den Lippen und guter Laune arbeiten müssen.

Welchen Einfluss hat die Unterstützung oder Laune der Führungskraft allerdings auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Organisation? Die Antwort: Einen erheblichen! Führungskräfte wirken sich stark auf die Stimmung und den emotionalen Zustand der Einzelnen und der Gruppe aus. Dies wirkt wiederum natürlich auch auf die Leistung. Der emotionalen Arbeit, die hier von Seiten der Führungskraft geleistet wird, ist also immens. Viel zu oft wird deren Bedeutung, die in der modernen Arbeitswelt sogar noch stärker ansteigt, aber in der Organisation oder auch von Außen übersehen.

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Was wird von Führungskräften erwartet?

Als Führungskraft ist es deine Aufgabe, dich um die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden zu kümmern. DAs bedeutet natürlich nicht, dass du diese in ihrer Freizeit zu Sport bringen sollst, sondern, dass du am Arbeitsplatz Stress vermeidest und für psychisches und körperliches Wohlbefinden sorgst. Gleichzeitig ist es aber genauso wichtig, sich auch mit der eignen Gesundheit zu befassen, ansonsten kannst du auch für Mitarbeitende keine Stütze sein. Es wird außerdem erwartet, Einfühlungsvermögen und Mitgefühl zu zeigen, flexibel zu agieren dabei natürlich gleichzeitig die Unternehmensstrategie zu verfolgen, möglichst hohe Gewinne mit wenig Mitteln zu erreichen und immer adäquat auf Herausforderungen zu reagieren.

Zusätzlich muss mit Authentizität gepunktet werden, allerdings nur dort, wo man es auch erwartet. Zu viel negative Authentizität ist also auch wieder schlecht. Den Überblick über all die Aufgaben dabei zu behalten versteht sich von selbst. Wer jetzt immer noch denkt, dass Führungskräfte keine emotionale Arbeit leisten müssen, wird in den nächsten Absätzen merken, dass diese eine wichtige Aufgabe im Leben einer Führungskraft spielt.

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Nicht verwunderlich, wenn man das Gefühl hat, hier auch den Boden unter den Füßen zu verlieren. Gibt man das allerdings als Autoritätsperson, zu verliert man schnell auch etwas vom Vertrauen der Mitarbeitenden. Wie stemmt man als Einzelperson also diese Belastungen? Ganz einfach, ohne Unterstützung oft gar nicht. Muss man die emotionale Arbeit alleine verrichten, hat das oft sehr hohe Kosten zu Folge. Außerdem führt der entstehende Stress zu einem erhöhten Risiko für Burnout oder andere gesundheitlichen Problemen.

Fällt man als Führungskraft dann aus, steht das Unternehmen wieder vor hohen Kosten, die für Nachbesetzungen oder Vertretungen aufgewendet werden müssen. Für Unternehmen kommt es aber oft davor schon zu hoher Fluktuation, Produktivitäts- und Leistungseinbußen, wenn die Führungskräfte nicht früh genug entlastet werden.

Stress Abbauen und Verhindern Tipps und Methoden

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Selbstwahrnehmung. Diese ist als gute Führungskraft essentiell und kann ebenfalls dabei helfen, besser gerüstet für die emotionale Arbeit zu sein. Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Artikel „Selbstwahrnehmung – So nutzt du sie um als Führungskraft erfolgreich zu sein!„.

Wie können Unternehmen ihre Führungskräfte bei emotionaler Arbeit unterstützen?

Der erste wichtige Schritt ist, die emotionale Arbeit, die Führungskräfte leisten auch als Arbeit anzuerkennen. Während es bekannt ist, dass langes Arbeiten zu geistiger Ermüdung führt und lange, schlaflose Nächte zu körperlichem Verschleiß führen, wird die Rolle der emotionalen Arbeit und deren Auswirkungen oft belächelt. Viel zu oft kommt es vor, dass Führungskräfte oberflächlich agieren und gute Miene zum bösen Spiel machen. Sie unterdrücken wahre Gefühle, um so mit den emotionalen Anforderungen klar zu kommen.

Auch wenn diese Unterdrückung nur aus bester Absicht passiert, kostet dies der Führungskraft nicht nur immens viel Kraft, sondern auch dem Unternehmen Geld. Warum aber? Naja zum einen ist die Ressource der eigenen Selbstkontrolle verringert, wodurch Führungskräfte hier eher dazu neigen, die Kontrolle zu verlieren, indem sie zum Beispiel einen Mitarbeiter anschnauzen oder eine unhöfliche Bemerkung machen. Das Unterdrücken und Vortäuschen führt ebenso zu Stress, der sich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Man wird anfälliger für körperliche Beschwerden oder Schlaflosigkeit und das Risiko für Burnout oder Suchtprobleme steigt an.

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Während man in Wirtschaftsschulen, Studium und Co zwar fachlich auf die Führungsrolle vorbereitet wird, so wird nur selten auf die emotionale Arbeit, deren Anforderungen und Rolle eingegangen. Aus diesem Grund sind sich Führungskräfte meist nicht bewusst, dass sich die Unterdrückung der Emotionen negativ auf sie auswirken wird – sowohl auf die Leistung als auch auf die eigene Gesundheit. An dieser Stelle kommen nun Unternehmen ins Spiel. Diese sollen bzw. müssen Führungskräfte dabei unterstützen, die Inkongruenz zwischen den eigenen Gefühlen und dem, was sie vermitteln und kommunizieren, zu verringern.

Geben Unternehmen ihren Mitarbeitenden die Erlaubnis, eigene Emotionen zum Ausdruck zu bringen, so wirkt sich das meist auch auf das Teambuilding, die Ideenfindung oder Problemlösungsstrategien aus. Es liegt in der Hand der Unternehmen, ein psychologisch sicheres Klima zu schaffen, in dem Ängste oder Probleme mitgeteilt werden können, ohne diese als Nachteil, negativ oder schwach zu werten.

Aber nicht nur Führungskräfte haben mit ihren eigenen Emotionen zu kämpfen. Auch Mitarbeitende plagt so mancher Frust und Ärger. Hier wird erwartet, dass Führungskräfte als Unterstützung fungieren, wenn Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter mit ihren Problemen an diese herantreten. Egal ob es sich um Ärger bezüglich der Arbeitsbedingungen oder sonstige Probleme im beruflichen Umfeld handelt, oder doch um Privates – es wird erwartet, dass man hier auf Verständnis stößt. Um fehlendes Wissen zu diesem Thema auszugleichen ist es ratsam, Schulungen zum Umgang mit Emotionen anzubieten. Trägt nämlich eine Führungskraft den Kummer und Ärger der Mitarbeitenden den ganzen Tag mit sich herum, erhöht sich auch die Chance, dass sie ihre Laune später an anderen auslassen.

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Durch die Erlernung von neuen emotionalen Fähigkeiten, wie, dass die Emotion als zu verarbeitende Information zu betrachtet wird, können Führungskräfte die ansteckenden, negativen Emotionen neutralisieren. So kann man sich selbst vor „Schäden“ die ständiges Zuhören bewirken kann, schützen. Natürlich bedeutet das nicht, das Mitgefühl einfach auszuschalten, sondern vielmehr, auf eine mitfühlende Distanz zu gehen. Es gilt, das Aufsaugen von negativer Stimmung oder Kommentaren zu vermeiden, sondern diese als nicht persönliche Objekte zu sehen, die uns jedoch (meist) nicht persönlich betreffen.

Um Führungskräfte hier zu unterstützen, können Schulungen angeboten werden, in denen ebenfalls auf die emotionalen Aufgaben in dieser Rolle aufmerksam gemacht wird. Seminare sollen helfen, emotionale Fähigkeiten weiter zu entwickeln und den richtigen Umgang mit diesen fördern, damit sie durch den Job und die zusätzlichen emotionalen Strapazen weniger ausgelaugt sind. Es sollen die eigenen und auch fremden Emotionen akzeptiert werden, nicht jedoch bewertet oder gar vermieden. Kann ein solches Verhalten gestärkt werden, führt das auch oft dazu, dass Manager:innen aufrichtiger und mitfühlender agieren.

Gemeinsam ist besser als Alleine

Je weiter nach oben es geht, desto einsamer wird es allerdings oft auch. Nicht umsonst gibt es die sprichwörtliche Einsamkeit an der Spitze. Vor allem in größeren Unternehmen nimmt diese immer mehr zu. Eine Studien hat gezeigt, dass Einsamkeit bei Führungskräften auch krank machen kann. Durch das Fehlen von sozialen Beziehungen wurden häufiger Erkrankungen nachgewiesen. Außerdem zeigte eine andere Studie, dass Einsamkeit ansteckend wirken kann. So können Führungskräfte ihre Mitarbeitenden negativ beeinflussen.Wodurch wird diese Einsamkeit hervorgerufen? Nun ja, neben räumlich getrennten Büros, Verantwortung für Entscheidungen, dem Besitz von vertraulichen Informationen steht allem voran die Machtdistanz im Vordergrund. Trägt man zusätzlich noch die letzte Verantwortung, bleibt man ganz oben oft alleine über. Genau diese und natürlich auch andere aufgeführte Punkte können dann zu gegenseitigem Misstrauen führen.

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Die gute Nachricht ist, dass das verhindert oder zumindest verbessert werden kann. Neben kritischem Feedback, dass du von unten einholen kannst, gibt es auch Peer-Groups, in denen Erfahrungen, Probleme oder Belastungen mit Gleichgesinnten ausgetauscht werden können. So können Führungskräfte dazu lernen und wirken gleichzeitig der eigenen Einsamkeit entgegen. Kameradschaft und Unterstützung helfen dabei, berufliche und ebenso persönliche Herausforderungen zu meistern. So profitiert auch das Unternehmen und langfristige Erfolge werden gefördert.

Fazit

Die emotionale Arbeit von Führungskräften ist nicht eines schönen Tages aus dem Nichts entstanden, sondern existiert schon seit es Unternehmen gibt. Herauszuheben ist allerdings, dass die Anforderungen und auch der emotionale Aufwand in den letzten Jahren drastisch zugenommen hat. Neben der Corona-Pandemie sind Führungskräfte auch durch Homeoffice oder ähnlichem vor neue Herausforderungen gestellt. Aus diesem Grund ist es wichtig, als Unternehmen die emotionale Arbeit anzuerkennen und diese durch angemessene Schulungen, Seminare oder Ausbildungen zu unterstützen. Wir bei NEVEREST stehen hier gerne zur Seite und verfassen nach ihren Vorstellungen und Wünschen ein für sie passendes Angebot. So können Organisationen ihren Führungskräften dabei helfen, das vielfältige Anforderungsprofil ihrer Rolle zu bewältigen.

Führ mehr Infos zur Führung im Homeoffice schau doch gerne bei unserem Artikel vorbei: 10 Tipps zur erfolgreichen Mitarbeiterführung im Homeoffice

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