Bushcraft in Österreich: Trend oder Hype? | NEVEREST Blog
Bushcraft in Österreich

Bushcraft in Österreich

Trend, Hype oder Notwendigkeit?

Bushcraft in Österreich – Begriffserklärung und Abgrenzung

Es gibt keine allgemein gültige Definition wie Bushcraft in Österreich verstanden wird. Zusammengesetzt wird das Wort „Bushcraft“ aus den englischen Wörtern „Bush“ für „der Busch, unerschlossenes Land, Wildnis, Natur,…“ und „Craft“ für „Handwerk, Geschicklichkeit, Zunft, Gewerk,…“.

Als „Bushcrafter“ lassen sich Personen bezeichnen, die in der Natur (in Österreich hauptsächlich im Wald) verschiedene Tätigkeiten zur Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse wie Kochen, Essen, Trinkwassergewinnung, Unterkunftsbau usw. ausüben.

Dabei steht meistens die Verwendung von spezieller Ausrüstung im Vordergrund, woraus man auch die handwerkliche Tätigkeit ableiten kann.

Hiervon lässt sich auch der Begriff „Survival“ klar abgrenzen, da „Survivors“ (engl. für: der/die Überlebende) gänzlich auf Ausrüstung verzichten oder diese aus verfügbaren Materialien selbst herstellen.

Personen, welche diese Tätigkeiten nur mit dem Ziel der Vorbereitung auf eventuelle Katastrophen oder Kriege ausüben, lassen sich als „Prepper“ (engl.: „be prepared“ für „vorbereitet sein“; „der/die Vorbereitete“) bezeichnen.

Der Vollständigkeit halber sei noch „Camping“ (engl. für: Lagern, Zelten,…) erwähnt. Dabei geht es um das Nächtigen im Freien, vorzugsweise in der unberührten Natur.

Rechtliche Situation in Österreich

Die rechtliche Situation diesbezüglich ist zwar eindeutig, teilweise allerdings sehr komplex. Nicht umsonst spezialisieren sich Juristen nach ihrem Studium auf einen Bereich der Rechtsmaterie. Das erklärt auch, warum nicht jeder Experte Auskunft über alles geben können wird.

Bei speziellen Fragen empfiehlt es sich nicht nur eine, sondern mehrere fachkundige Auskünfte einzuholen.

Was darf ein „Bushcrafter“ wo in Österreich?

Die schlechte Nachricht zuerst: Generell lässt sich sagen grundsätzlich ist überall in Österreich jede „Bushcraft-Aktivität“ verboten. Und das gleich in mehreren Bundes- und Landesgesetzen wie z. B. Forstgesetz, Naturschutzgesetz und vielen anderen.

Von dem bekannten Spruch „Wo kein Kläger da kein Richter!“ ist in diesem Zusammenhang strengstens abzuraten. Nicht nur, dass man hohe Verwaltungsstrafen und Privatklagen riskiert, man bringt auch sehr schnell andere Gleichgesinnte in Verruf.

Die gute Nachricht: Es gibt Ausnahmen. Mit einer Erlaubnis dürfen „Bushcrafter“ oft uneingeschränkt ihre Leidenschaft ausüben.

Wie bekommt ein „Bushcrafter“ eine Erlaubnis?

Am einfachsten und sichersten ist es, direkt den Grundbesitzer oder dessen befugten Vertreter um Erlaubnis zu bitten. Wenn dieser nicht persönlich gut bekannt ist, empfiehlt sich eine schriftliche Nutzungsvereinbarung. Die Entrichtung einer Nutzungsgebühr ist bei langen oder häufigen „Bushcraft-Aktivitäten“ zwar nicht üblich, aber nachvollziehbar. Um Erlaubnis fragen kostet nichts und im schlechtesten Fall muss man ein „Nein“ akzeptieren.

Umfangreiche Informationen dazu und hilfreiche Tipps vermitteln wir in unserem Seminar Recht und Logistik.

Schon gewusst?

82% der Waldfläche in Österreich ist in Privatbesitz, nur 18% ist in öffentlichem Besitz. Die österreichischen Bundesforste sind mit 14,8% (511.000 ha) der größte Waldbesitzer Österreichs. (Quelle: www.proholz.at, Stand 11.01.2018)

Bushcraft in Österreich – die aktuelle Situation

Für Interessierte ist dieses Thema allgegenwärtig. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene werden  überschwemmt mit Information aus Foren, Video-Blogs, von Ausrüstungsverkäufern, Ausbildungsveranstaltern usw.

Mutmaßlich verdankt die Thematik ihre Renaissance der Suche nach einem Ausgleich zu unserer zunehmend digitaleren, virtuellen Welt. Krisen, Naturkatastrophen, gesellschaftspolitische Unruhen scheinen sich zu häufen. Der Stress durch Einflüsse wie Großstädte, schlechte Luft, Lärm nimmt zu.

Eine Flucht in die Natur scheint die rettende Erlösung zu sein. Wir sehnen uns nach Abstand, Ruhe und Selbsterkenntnis.

Aber warum sind Aktivitäten wie „Bushcrafting“ in der Natur so erholsam?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Dinge es gibt, die man absolut nicht braucht. Und doch schleppen wir diesen Ballast durch unser Leben, manche mehr, manche weniger.

Völlig gleichgültig welchen Zugang „Bushcrafter“ zur Thematik haben, ob Selbermachen, Minimalismus, Purismus, Ausrüstungsfetischismus, etc., sie haben doch eines gemeinsam: Die Reduktion auf das Wesentliche.

Die eigenen Fähigkeiten – das Handwerk zu überleben. Dafür ist die Natur der perfekte Ort, führt sie uns Schwächen und Fehler gnadenlos und unverblümt vor Augen.

Gerade diese Umstände machen den großen Reiz des „Bushcrafting“ aus, so tief in sich selbst blicken zu können.

Den Mut einfach zu probieren, das Selbstvertrauen zu stärken um auch beim Scheitern nicht zu verzweifeln, versuchen wir gezielt in unserem Seminar Bushcraft & Natur.Hand.Werk zu fördern.

In jedem von uns steckt ein „Bushcrafter“. Ohne diese Grundkompetenz wäre die Menschheit längst ausgestorben.

Fazit

Bushcraft in Österreich ist mehr als eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Vielmehr eine  (über-)lebenswichtige Notwendigkeit seine Grundbedürfnisse nach Wasser, Nahrung, Schlaf und Hygiene in jeder Lebenssituation befriedigen zu können.

Materielles ist vergänglich, die eigenen Fähigkeiten bleiben erhalten.

Empfehlenswerte Literatur

Dieses schlanke Büchlein ist eine Biografie über den Amerikaner Christopher Thomas Knight, der 27 Jahre alleine versteckt in einem Wald lebte. Eigentlich ein Musterbeispiel für Bushcraft-Perfektion, hätte er seine Ausrüstung nicht gestohlen (wofür er auch rechtskräftig verurteilt wurde).

Dennoch gewährt er dem Leser tiefe Einblicke in seine Erfahrungen, z.B. wie er die langen harten Winter in Maine überlebte, wie sein Lager konzipiert war und einige andere äußerst interessante Details über sein Eremitenleben.

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