Monika Ballwein | Die Lektion deines Lebens
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Monika Ballwein

Über Monika Ballwein

Monika Ballwein ist österreichische Sängerin, Songwriterin und Vocalcoach. Sie nahm bereits vier Mal als Background Sängerin beim Eurovision Song Contest für Österreich teil und war zuletzt Mentorin und Vocalcoach für die Gewinnerin des Song Contest 2014, Conchita Wurst.

Auch mit vielen bekannten Namen wie zum Beispiel Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros, Nina Hagen, Udo Jürgens, Georg Danzer, Christina Stürmer etc. stand Monika Ballwein schon gemeinsam auf der Bühne.

Ihre Stimme verleiht sie auch zahlreichen Jingles. Auch in der Dancing Stars Sendung ist sie als Solistin tätig. 2004 gründete sie ihre eigene Gesangsakademie.

Monika Ballwein ist als Vocal Coach in Sendungen wie Starmania, Helden von Morgen, die große Chance, Popstars und Herz von Österreich tätig gewesen.

Mehr Infos zu Monika Ballwein findest du hier, außerdem kannst du dir ihre neue Single „I am from Austria“ hier auf Spotify anhören!

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Transkript der Episode

00:00:04
Intro: Die Lektion deines Lebens der NEVEREST Podcast heute mit Michaela Stierschneider.

00:00:14
Michaela Stierschneider: Hallo und herzlich Willkommen Monika Ballwein, wir freuen uns riesig, dass du unser Gast bist.

00:00:20
Michaela Stierschneider: Hallo und herzlich Willkommen! Danke für die Einladung.

00:00:23
Michaela Stierschneider: Wir haben es endlich geschafft! Ich muss kurz sagen, wir hatten heute schon einige Probleme bei den Voraufnahmen. Aber jetzt sind wir soweit. Monika, wenn man deine Kurzbiografie liest, da zieht sich ein Thema durch dein ganzes Leben. Das ist die Musik und die Musik in allen ihren Facetten. Du hast mit vier, wenn das so richtig ist, begonnen, das erste Instrument zu spielen. Hast mit 14 nicht nur in einer Band gesungen, sondern die auch geleitet und selbst arrangiert. Wie ist das zustande gekommen, dass du da so früh deinen Platz gefunden hast?

00:00:58
Monika Ballwein: Ähm, also ein bisschen was, das muss ich korrigieren. Also ich war fünf, also so viel ich mich erinnern kann, also kurz vor der Schule, deswegen weiß ich das noch. Ich habe das erste Instrument gelernt, das herumgelegen ist und das war das Akkordeon. Und das hat mein Bruder gespielt damals. Und das war für mich so faszinierend, weil ich den Klang so mochte. Und wie kann man links und rechts, das ist ja ganz schön schwierig, weil es ja doch ein schwieriges Instrument ist. Und ich dachte mir, wie kann ich das machen, dass es links und rechts gemeinsam spielt und so war meine Challenge schon mal da und weil ich ja extrem ehrgeizig war das zu können, habe ich dort Tag und Nacht geübt und geprobt. Es war so ein riesen Teil, das war ein großes Akkordeon, es ist so quasi auf Null gelegen. So hat es begonnen und ich hatte damals einen wunderbaren Förderer und Forderer. Ich bin in eine Musikschule gegangen, habe dann das Akkordeon spielen ein bisschen perfektioniert und dadurch auch meinen Gesang entdeckt. Weil ich immer mitgesungen habe und mein damaliger Lehrer, der leider schon sehr tragisch verstorben ist, hat mich eben da gefördert, gefordert und hat immer gesagt Ja, das muss man. Du bist ein Talent und hat das auch meinen Eltern erzählt und hat damals diesen Chor gegründet, Cantores Dei, den gab es schon und das war so… da wollte ich unbedingt dazu gehen, zu diesem… ich wollte unbedingt im Chor mitsingen, weil da wurde mit großer Band gesungen, da waren viele Stimmen man hat in der Kirche performed mit Schlagzeug. Das war damals so unglaublich, das war sehr revolutionär. Schlagzeug und Bass und alles in der Kirche, also.. aber unser Pfarrer war, sehr loyal und sehr aufgeschlossen. Der hat bis sehr, sehr, sehr goutiert, weil wir damals schon quasi christliche Popmusik gemacht haben. Und mein Musiklehrer hat das gegründet und mit 14 durfte man da das erste Mal dabei sein. Also wenn man quasi die, die die Schule beendet hat, also die Grundschule. Ich war halt voll mit Musik immer. Ich kann immer sagen.. meine DNA lässt sich mit Musik drehen und deswegen konnte ich mir gar nichts anderes vorstellen. Es war einfach eine irrsinnige Leidenschaft,

00:03:15
Michaela Stierschneider: Gabs für dich einen Moment, wo du für dich festgestellt hast, Musik ist nicht nur ein Hobby für mich und will ich nicht nur nebenbei machen, sondern will ich auch beruflich machen. Also gab es da so ein Schlüsselmoment.

00:03:28
Monika Ballwein: Es gab mehrere Schlüsselmomente, so viel ich es noch mich erinnern kann. Aber das sind natürlich irgendwann, wird das so zu einem Ganzen. Und ich weiß nicht mehr, was da was große… Ob es einen großen Schlüsselmoment gab. Aber auf jeden Fall habe ich ja immer wieder natürlich Tag und Nacht mitgesungen. Und damals gab es natürlich kein Internet, wo man irgendwelche Texte schnell mal runterladen kann, sondern akribisch hin gesetzt und Texte mitgeschrieben, wo es keinen Text gab und das sind diese klassischen Agathe Powers eben entstanden, wo man dann irgendwelche englischen Texte gesungen haben. Und so war irgendwie Céline Dion und Whitney Houston, so meine auch meine Lehrerinnen und meine Vorbilder. Und ich habe eigentlich schon beschlossen, mit zehn oder so, ich will unbedingt Sängerin werden. Ich habe aber überhaupt nicht gewusst, was das heißt oder was das was das, wie man das machen könnte oder überhaupt keine Idee gehabt. Was muss ich dafür tun? Oder wie funktioniert das? Oder was ist das für ein Geschäft? Was ist das für ein Beruf? Auch bei meinen Eltern natürlich auch nicht. Das war natürlich um Gottes Willen, was sind das jetzt, diese Musik? Es ist ja eine Katastrophe. Also eines der Momente war dann schon auch, als ich in und mit meinem Chor gehört worden bin. Und das war so mit 16, ein Tonstudio, ein großes Tonstudio, das Hörnitz in Gettsdorf damals. Die haben damals halt alles an Austropop Künstlern produziert und immer wieder Stimmen gesucht. Und ich wurde gehört, weil ich dort ich, weil ich in meinem Chor nicht nur der Joker für alle Stimmen war, sondern auch Solistin dann und ich wurde gehört und die haben mich dann eingeladen, ob ich nicht mal ins Studio kommen mag und ja und da habe ich gesagt natürlich. Und da bin ich dann nicht nur als Haus und Hof Sängerin gebucht worden, weil ich für mich selber entdeckt habe, durch das viele Chor singend, durch das schnelle Switchen mit Stimmen. Ich habe sofort immer jede Stimme, die gefehlt hat, gefunden, ohne dass man sie gesagt oder aufgeschrieben hat, weil ich halt sehr schnell und als Backing Vocalistin sehr sehr viel gebucht habe, dann irgendwie hunderte von CDs besungen habe und hab dann auch kennengelernt Uli Bär und Hansi Lang damals und das war ich als junges Mädchen hab mir gedacht: Oh Gott, jetzt geht’s los. Wow, ich habe die Großen schon kennen gelernt und jetzt bin ich nicht mehr aufzuhalten. Und es gab dann auch ein Schlüsselerlebnis, wo ich jetzt auch meine Beatles Show darüber gemacht habe, weil meine Lehrerin damals in der Hauptschule in Phyra in den Englischunterricht einen Beatles Song mitgebracht hat. Und der hat geheißen She’s leaving home und die Beatles waren wirklich in jeder verschiedenen Phase meines Lebens so ein Anker. Ich hatte so Beatles Songs als Anker, immer wieder Dinge, die mich zu Tränen gerührt haben, Himmelhochjauchzend haben lassen. Und das ist She’s leaving home, der Text, das behütete Mädchen, das groß in die große weite Welt geht, das hat mich so berührt. Die Melodie und der Text. Und soll mir gedacht Na ja, dann schauen wir mal was so, so, wenn ich so weggehe aus dem kleinen Phyra bei Sankt Pölten, was die große Stadt da so für mich bringen könnte. Und so haben eben verschiedene kleine Punkte das zum ganzen Großen gemacht. Ich wurde dann auch gehört, in dem Studio und da ging dann halt einer. Einer ging ein und aus und und verschiedene Künstler und Arrangeure, Und dann hat mich da ein Arrangeur gehört von Wolfgang Lindner Band, die damals noch sehr viel unterwegs war für den Musikantenstadl und ich war damals 21 und habe gearbeitet, weil meine Eltern natürlich gesagt haben, das mit der Musik, das kannst du vergessen, das ist halt kein Beruf. War halt so. Der Künstler war halt kein BEruf, sondern war halt irgendwie so ein Scharlatan. Und das kann man nicht lernen von der Kunst.

00:07:32
Michaela Stierschneider: Wie hast du deine Eltern überzeugt? Oder? Oder woher hast du den Mut genommen, es trotzdem zu machen?

00:07:36
Monika Ballwein: Man lernt was gescheites. War dann natürlich auch so, dass ich was gescheites lernen wollte. Und zwar wollte ich natürlich auch Lehrerin werden, wenn dann schon Musiklehrer wenigstens. Also das Lehren hat mir schon immer gedaugt und das ist ja auch noch immer meine zweite Passion, weil mir das Spaß macht. Ich bin selber wissbegierig und ich liebe es ganz mein ganzes Wissen zu geben und da ein bisschen Wegbegleiter zu sein. Aber auch da war dann irgendwie so dieses naja und da gab es doch diese riesen Lehrer Schwemme und wenn du das machst, dann kriegst du ja keinen Posten und kriegst keinen Job und ich hab mir gedacht, ja Leute aber das kann ja dann ich entscheiden. Also den Mut gefasst habe ich dann. Ich habe dann eben einen ganz normalen Job gehabt, auch im Büro, was mich aber auch sehr gefordert und irgendwie war ich total dankbar, weil es war auch eine Herausforderung. Ich war bei Kika Leiner im Einkauf und das war super spannend für mich, weil keine kaufmännische Ausbildung natürlich, aber ein Wiffzack, wie man so schön sagt. Und hab mir immer jede Challenge irgendwie zu Herzen genommen und das war richtig toll. Weil wir haben damals, die Abteilung aufgebaut, die es noch gar nicht gegeben hat, also die jetzt groß ist, Kleingeräte zum Beispiel alles an Staubsauger, Föhns und weiß der Kuckuck was was es gibt, haben wir damals aufgebaut, das gab es gar nicht. Und ich bin auf Messen mitgefahren mit meinem Einkaufs Chef und wir haben das alles kreiert und es war super für mich und das war.. tagsüber habe ich das gemacht und am späten Nachmittag ins Studio gefahren. Habe gesungen und so, das war mein Rhythmus.

00:09:12
Michaela Stierschneider: Also du bist so eine richtige Macherin. Würdest du dich als da bezeichnen?

00:09:16
Monika Ballwein: ich glaube schon. Ich habe das nie so gesehen, aber ich ich glaube schon. Ich habe immer versucht, was zu bewegen und was zu kreieren und zu gestalten und immer auch nicht die erste zu sein, weil ich die erste sein will, sondern weil ich etwas aufgeschnappt habe und mir gedacht habe Wow. Da schaue ich jetzt mal, wenn es was Neues gibt, da bin ich dabei. Und dann kam der ersehnte Anruf von dem Arrangeur von Wolfgang Lindner, und Wolfgang Lindner hat gesagt: Ich habe gehört von dir und wir brauchen eine Sängerin, du bist am Stadl. Und da war ich einmal so what? Aber ich habe als erstes gefragt: Kann ich davon leben? Weil ich habe mir immer gedacht, wenn ich studieren, ich möchte studieren, ich möchte Musik studieren. Aber ich möchte, wenn es irgendwie geht, mein Studium auch mit Musik finanzieren und nicht als Kellnerin oder sonst irgendwie, sondern ich möchte all das, was mit Musik zu tun hat, auch immer in meinem Leben haben und somit habe ich mir gedacht, passt, dann mache ich mit und habe dann auch gekündigt und bin nach Wien gezogen und bin dann ja vier Jahre Musikantenstadl gestanden und habe wirklich großartige Künstler und Künstlerinnen und Menschen kennengelernt. Ich meine, ich war mit Katharina Valente auf der Bühne, Rex Gildo und all diese großen Stars, die ich ja nur aus dem Radio von meinen Eltern kannte und teilweise gar nicht kannte. HAb mir dann gedacht, okay, das ist der Viktorianer, das sind Namen, die kennt man alle nicht mehr. Aber jetzt im Nachhinein zu sehen, es war schon sehr beeindruckend und dann auch mit Hansi Hinterseer, ich war dann mit ihm auf Tour. Also so hat sich das alles gespreadet, gespreadet. Und in meinem Studium dann, ich habe am Konservatorium dann studiert und habe mir das Studium damit finanziert und da auch wieder gehört und bin dann in die Austropopschiene dann erst richtig rein gerutscht, da.

00:11:03
Michaela Stierschneider: Gabs für dich nie einen Moment, wo du gesagt hast, das wird nix, ich mach doch was anderes. Weil ich glaube den meisten Künstlerinnen egal in welcher Branche geht das ja so, dass sie irgendwann einmal zweifeln.

00:11:15
Monika Ballwein: Ich bin da ganz ehrlich. Ich hadere täglich und ständig. Natürlich. Ab einem gewissen Zeitpunkt war es dann schon auch so, man sagt Okay, ich bin jetzt doch ein bisschen gefestigt. Ich hatte deswegen auch viele, wie soll ich sagen, Standbeine irgendwie auch, weil ich ein sehr Sicherheitsdenken der Mensch auch war oder bin, weil ich zu oft auch aufgewachsen bin, also dem Land und so weiter. Woran ich dann immer schon gezweifelt habe, weil das hat mir lange, lange Zeit natürlich ein bisschen, das hat an mir genagt, immer im Background zu sein. Ich wollte immer vorne sein und es war dann schon auch die Zeit. Und das sage ich ganz, ganz zu Recht, weil wir jetzt in einer Zeit auch sind, wo unfassbar viel passiert. Und als ich damals so an den 23. 24 war und wir sind voll durchgestartet mit unseren Projekten und wollten irgendwie neue Musik machen und Österreich erkunden, gab es plötzlich keine österreichische Musik. Weil, kann ich auch sagen, es war damals ja auch der große Radiosender, der das auch wieder verhindert hat. Und das kann man durchaus mit Fug und Recht sagen, weil es so war. Ich war selber dabei und wurde abgelehnt, warum auch immer. Ob das jetzt so gut oder schlecht war, es war einfach, der Grund war, wir brauchen jetzt keine österreichische Musik, weil ich werde jetzt immer wieder gefragt: Na ja, damals, jetzt gibt es ja so vieles. Ist das nicht wahnsinnig toll? Und jetzt haben wir wieder so viel. Dann sag ich, aber es hat immer so viel gegeben. Nur es hat keiner gespielt, es hat auch keiner gehört. Wir hatten nicht nur einmal die Chance. Und zwischen Fendrich und Stürmer diese Generation, das ist meine Generation, da ist verbrannte Erde, da gibt es nix. Und verbrannte Erde kannst du nicht mehr wettmachen. Diese Zeit ist vorbei und da sind sehr, sehr, sehr, sehr viele meiner Kollegen und Kolleginnen quasi. Die haben dann aufgegeben.

00:13:12
Michaela Stierschneider: Ist das für dich auch der Grund, warum du so vieles das vorher schon angesprochen, das Thema Förderung, warum du da so viel reinlegst? Weil es jetzt für unsere Hörerinnen und Hörer, die es nicht wissen, du bist ja der oder die Gesangs Coach in Österreich, du..

00:13:26
Monika Ballwein: Ist das so?

00:13:30
Michaela Stierschneider: Du coachst alle Casting Sendungen..

00:13:31
Monika Ballwein: Ja, das schon

00:13:33
Michaela Stierschneider: Du warst fünf Mal beim Song Contest, unter anderem auch für und mit Conchita Wurst, die ja gewonnen hat für Österreich. Ist dir das ein besonderes Anliegen, österreichische Künstlerinnen zu fördern?

00:13:47
Monika Ballwein: Also es ist mir ein besonderes Anliegen, weil ich jetzt manchmal auch denke, ich hätte es gerne selber auch so gehabt, ich hätte gern auch einen Mentor oder eine Mentorin gehabt. Ich hatte meinen, das ist jetzt.. das wäre jetzt sehr dreist es zu sagen, aber da war ich einfach auch noch jung und da gab es jetzt ich kann… kann weitergehen und der hat sich ja leider auch das Leben genommen. Aber so in der Art und Weise, wie sie jetzt auch Coaches gibt und und und. Gab es ja auch in meinem Bereich auch gar nicht und ich kann eben damit jetzt einfach sagen: Ich habe wirklich viel Erfahrung und ihr könnt aus diesem Bauchladen an Erfahrung wirklich zugreifen. Und vielleicht kann man davon was brauchen. Wenn nicht, dann auch nicht. Das ist überhaupt kein Thema, weil ich kann ja nicht alles wissen, aber ich habe wirklich viel Erfahrung und da finde ich den Austausch mit der Jugendlichkeit und mit der Jugend so wahnsinnig toll. Für mich auch, weil ich lerne ja auch wahnsinnig viel dazu. Jetzt wieder bei Starmania , da hab ich mir gedacht: Wow, wie die alle drauf sind. Cool. Bei eder Session oder bei jedem Seminar denk ich mir ok, hoffentlich klappt das. Hoffentlich kriegen die Leute das mit, was ich meine. Und hoffentlich genügt das.

00:14:54
Michaela Stierschneider: Was treibt dich an oder? Oder was motiviert dich da, es doch zu tun und nicht einfach zu sagen, so das ist mit so viel mentaler Stress.

00:15:03
Monika Ballwein: Ähm, ich, ich, ich weiß, das ist das Feuer, das so stark ist dann, dass die Leidenschaft dann doch wieder überwiegt, die mich wirklich immer wieder drängt danach und und ich dann auch.. muss ich sagen, bei Coachings ist es schon was beflügelndes. Es ist echt. Also wenn ich so einen Coachingtag habe und ich krieg so ein Feedback, ich meine, das ist… was gibt es Schöneres, was gibt, was gibt es schöneres, wenn mir dann junge oder alte Menschen es ist egal, welches Alter, wenn ich die dann irgendwie wenn ich ein Teil dazu sein kann, um es ein bisschen besser zu machen und zu sagen: Hey, das hat mich inspiriert. Oder Ich habe so viele schöne Rückmeldungen gekriegt. Deinetwegen habe ich das jetzt gemacht. Deinetwegen habe ich nicht aufgegeben, deinetwegen habe ich die CD jetzt gemacht ich hab es jetzt durchgezogen und du bist ein Vorbild. Und ich denke, ich. Ich Oh Gott, was ich, was kann ich für ein Vorbild sein.

00:15:54
Michaela Stierschneider: Monika kannst du für dich formulieren, eine Lektion deines Lebens. Der Titel unseres Podcasts ist ja die Lektion deines Lebens.

00:16:04
Monika Ballwein: Die Lektion meines Lebens, die kriege ich jetzt auch gerade wieder und das sage ich ganz ehrlich. Deswegen habe ich kurz angesprochen, das mit dem Älterwerden, das nicht angenehm ist, finde ich. Und ich weiß nicht, wie es anderen Frauen geht in meinem Alter und vor allem es gibt wenige Künstlerinnen in dem Alter. Man wird angeschaut, man wird.. jeder sagt wie schaut die aus und jeder sagt, geh bitte, du schaust doch gut aus, das interessiert mich aber eigentlich nicht. Super, dass ich gut ausschaue, vielleicht. Aber es ist… wir haben ein anderes Ablaufdatum als Männer. Und warum ist es noch immer so? Punkt. Da kann der ganze Feminismus, den ich auch schon seit 30 Jahren predige, aber ich war immer alleine auf weiter Flur in all den Bands 90% Männer eine, maximal zwei Frauen. Ich war immer am Start. Ich will die erste große Feministin im Sinne von nicht „Ich bin Feministin“, sondern zu zeigen: Leute, na, ich bin nicht nur schön und du singst das habe immer gehört. Also du sei schön und sing. Sexismus. Puh, da könnte ich Bücher schreiben. Das ist natürlich jetzt natürlich ganz, ganz, ganz, ganz breit getreten und noch viel diffiziler. Und das kriegt jetzt viel mehr Stellenwert. Aber der könnte ich Bücher schreiben und es hat sich niemand gekümmert. Da müssten wir mit dem umgehen, einfach wie es uns halt, wie es uns gelingt. Das war schon ein starker Tobak, den wir da auch tragen mussten. Und das muss ich schon auch sagen. Und diese Stärke, die man mir immer sagt, ja, dich kann ja nichts umhauen. Das ist natürlich eine Art Panzer oder eine Art Schutzmechanismus für mich um nicht nur verletzt zu werden und es mit mir austragen zu können. Aber eigentlich ist es ganz schwierig, da zu stehen und dann zu sagen, bin jetzt authentisch oder will ich das herzeigen. Interessiert das überhaupt jemanden? Wer will das schon hören? Nicht sudern, so auf die Art.

00:17:59
Michaela Stierschneider: Schutzmechanismus vielleicht manchmal gar nicht so schlecht. Würdest du sagen?

00:18:03
Monika Ballwein: Für einen selber, für einen selber schon. Ich glaube schon, es ist manchmal ganz wichtig, trotz der Authentizität zu wissen, was heißt, authentisch zu sein. Ich kann mich nicht nur entblößen, ich bin ja auch dann authentisch, wenn ich sage: Das bin ich. Ob das jetzt drunter noch ein bisschen eine andere Schicht oder andere Farbe hat, das gehört ja auch mir. Jeder hat so kleine Schattenseiten oder kleine Geheimnisse, die er bei sich behält. Und das ist auch in Ordnung. Ich kann nur sagen als Lektion, weil ich habe eine wirkliche Berg und Talfahrt meines Lebens in allen Variationen hinter mir und habe auch sehr, sehr oft kein Licht gesehen am Ende des Tunnels, auch mit Depression und auch immer wieder. Aber da ein bisschen innezuhalten und sich versuchen… also ich kann nicht sagen, dass ich mich jetzt spür oder dass ich bei mir bin oder so. Das wäre, das wäre überzogen und es wäre auch wirklich falsch, weil es nicht ist, weil es nicht stimmt. Manchmal mehr, manchmal weniger. Aber dieses Pendel, das man versucht, dieses Pendel einfach in halbwegs Balance zu haben, damit es einem nicht zu… weil es ist wirklich anstrengend. Das ist wirklich anstrengend. Und da nicht aufzugeben. Es gibt immer, immer, immer wieder Momente, wo man.. Also für mich auch, wo man denkt: What the hell, was mache ich da eigentlich? Was geht es mir eigentlich? Was tu ich? Aber dann innezuhalten und sich da ein paar kleine Anker zu setzen und zu finden, zu sagen was tut mir jetzt gut? Und das mache ich jetzt mal. Und wenn es ein Liter Eis ist, das ich esse. Ich mein das ess ich jetzt nicht, aber ich ich, ich mummle mich in meine Decken. Heule wie bei Schokolade zum Frühstück.. Keine Ahnung, was ich mache. Das ist einfach.. dann ist man menschlich. Und sich mit Menschen wieder zu verbinden und zu sagen Ja, es ist so und wir sind anders. Du bist anders mit 20 als mit 50! Ich bin 54, jetzt letzte Woche geworden und ich denke mir, wow, was habe ich mit 30 die Welt niedergerissen. Was mache jetzt nur? Ich reiße noch immer die Welt nieder. Die Welt ist aber anders, ich mache es anders und ich hab noch immer das Gefühl, ich muss 120 werden, weil ich möchte so viel machen. Und mein Tag hat leider auch nur 24 Stunden. Ich möchte noch so viel schaffen, so viel kreieren, so viel Menschen helfen. Ich habe.. Ich wollte immer Kinderdorfmutter werden. Kinder sind so.. das ist… ist so ein herrliches Feld, da die zu beobachten, die zu unterstützen, die zu begeistern, zu umarmen, weil sie so entzückend sind. Ich möchte, dass Kinder mit mit, mit, mit Pensionisten singen. Was gibt es Schöneres? Sie sind unter Omas, die freun sich. Also das ist ganz einfach. Und da ist keine Berührungsängste, weil Kinder lieben Omis und Opis und umgekehrt. Also da kann man nur gute Gefühle erzeugen. Also das ist ganz ganz leicht.

00:21:18
Michaela Stierschneider: Eine schöne Vorstellung. Monika Ballwein in 20 Jahren 30 Jahren als Leiterin eines Oma Opa Kinderchors.

00:21:26
Monika Ballwein: Ja why not? Also Entwicklungshelfern wollte ich ja auch immer werden. Ja genau das passt eh auch dazu. Das nehmen wir gleich mit.

00:21:42
Michaela Stierschneider: Liebe Monika Ballwein, vielen vielen Dank für deine Zeit und für dieses wahnsinnig inspirierende Gespräch, du sprudelst vor Energie.

00:21:48
Monika Ballwein: Dankeschön! Darf ich hier noch eine kleine Werbung machen? Heute ist mein Release Tag, also Veröffentlichungen Tag, Release istso modern. Also Veröffentlichungs Tag meiner neuen quasi Single, einer Version von I am from Austria. Und das war auch eine schöne Idee, eigentlich von Radio Niederösterreich ausgehend, quasi Österreicher singen, Österreicher und verschiedene niederösterreichische Künstlerinnen verschiedene Songs ausgesucht haben von Künstlern, die aus Österreich stammen, klarerweise. Und ich habe mir natürlich Rainhard Fendrich ausgesucht, weil ich 10 Jahre mit ihm auf Tournee war und so eine fantastische Zeit hatte und diese Songs mir noch immer durch Mark und Bein gehen, weil es so erhebend und so großartig war. Das kann ich echt sagen. Kein, kein Konzert war da jemals, wo ich mir gedacht habe, Oh Gott, jetzt stehen wir da schon wieder auf der Bühne, never. Wir haben uns immer gefreut und ich auch. Und ich habe mir ganz dreister Weise ein I am from Austria ausgesucht, das damals zu covern. Und ja, und wir haben uns dann ins Studio gesetzt und eigentlich haben wir gesagt: Ah wir machen da gleich eine neue Version daraus. Und genau, das ist sehr neu. Also sehr neue Sounds und ich hoffe, sie gefällt. Man kann sich jetzt auf allen Plattformen hören und auf jedem Radiosender hoffentlich auch sich wünschen. Und ich würde mich freuen, wenn sich der eine oder andere vielleicht in der weiblichen Version von I am from Austria auch wiederfindet.

00:23:27
Outro: Noch mehr Impulse für die persönliche Weiterentwicklung findest du auch auf www.neverest.at

 

Dieses Transkript wurde automatisch erstellt.

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