Andy Marek | Die Lektion deines Lebens
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Über Andy Marek

Beim Namen „Andy Marek“ kennt sich beinahe jeder Fußballfan aus. Er ist die Stadionsprecherlegende schlechthin und ein echtes Urgestein, wenn es um den Verein Rapid geht. Als er nach 27,5 Jahren beschloss, diese Liebe zum Fußball als Job aufzugeben, stellte er sich selbst vor eine große Prüfung und Aufgabe.

Er hat uns verraten, dass er diese aufgrund seines 2. Standbeins, der Moderation und vor allem auch dank seiner Frau gemeistert hat.

Über seine 27,5 Jahre bei Rapid hat er auch das Buch „Mein Leben mit Rapid: 27,5“ herausgebracht. Hier möchte er alle daran teilhaben lassen, was hinter den Kulissen passiert ist und welche Aufgabenbereiche er in dieser Zeit übernommen hat.

Mein Leben mit Rapid: 27,5

E10 | Andy Marek 1

Transkript der Episode

00:00:04
Into: Die Lektion deines Lebens der NENEREST Podcast heute mit Tersa Kreizinger.

00:00:14
Teresa Kreizinger: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von der Lektion des Lebens. Und zwar ist heute eine richtige Legende bei mir und jeder Fußballfan kennt ihn. Er ist ein Urgestein kann man fast schon sagen und Stadienlegendensprecher Andy Marek. Herzlich willkommen.

00:00:28
Andy Marek: Schön, dass ich bei euch sein darf. Wobei du beginnst jetzt mit Urgestein. Das klingt amal dass ich ganz alt, bin. Legende klingt, dass ich ganz alt bin. Ich bin noch gar nicht so alt. Aber es freut mich trotzdem, dass ich hier sein darf.

00:00:41
Teresa Kreizinger: Das stimmt natürlich. Aber wenn man sich anschaut, dass du schon 27,5 Jahre bei Rapid dabei warst und dort 599 Spiele, enn ich jetzt die Zahl richtig im Kopf habe kommentiert hast bei kommt halt schon einiges zusammen. Also da darf man fast schon von einem Urgestein sprechen. Was waren so bei Rapid deine Aufgaben?

00:01:01
Andy Marek: Also es hat alles begonnen. Eigentlich aus Zufall. Ich bin zu Hause hab Textilgeschäft gehabt. Ich bin im Waldviertel zuhause in Bezirk Waidhofen an der Thaya und dort durfte ich die Firma meiner Eltern übernehmen, sehr jung weil leider mein Vater verstorben ist und hab dann acht Textilgeschäft gehabt einfach Einzelhandel Textil hab ich verkauft. Sehr gerne hat ma gedaugt und war einmal in Wien und habe dort eingekauft für unsere Firma. Das war ein Sommertag und ich schlug die Zeitung auf zu Mittag beim Mittagessen und und lese auf einmal Rapid sucht Stadionsprecher, und ich ruf dort an und die sagen zu mir, ich soll vorbeikommen. Sag ich: jetzt gleich? Ja jetzt gleich, komm dorthin und ich kürze das Ganze ein bisserl ab, weil sonst wird es die never ending story. Ich komme dorthin, bekomme ein Mikrofon in die Hand und es heißt geh hinaus. Es ist Tag dr offenen Tür es sind 500 Leute und sprich und ich sag drauf: Wie lange? Und der Verantwortliche sagt eine halbe Stunde. Das war eine Challenge damals. Jetzt würde ich es schon können, aber damals war das schon eine Herausforderung. Ich bin dann auf so eine kleine Bühne gegangen und mich vorgestellt und habdann Spieler, die dort waren Rapid Spieler, Trainer interviewt und so ist die halbe Stunde vergangen. Und dann hieß es. Ich bin der neue Stadionsprecher und das war 1992 und keiner dachte damals daran. Auch ich nicht, dass es 27 einhalb Jahre werden und fünf hundert neun und neunzig Spiele in Serie. Das heißt, ich habe kein einziges Spiel versäumt in 27 einhalb Jahren alle moderiert, alle Veranstaltungen bei Rapid moderiert. Aber jetzt auf deine Frage zurückzukommen Es wurde natürlich viel, viel mehr. Ich war die ersten 4 5 Jahre war ich klassisch der Stadionsprecher. Aber dann durfte ich eine eigene Abteilung aufbauen. Das Club Service und das Club Service wurde immer größer und immer größer und war dann in den letzten 10 Jahren, wo ich bei Rapid war, die größte Abteilung bei Rapid. Und das war dann schon eine ziemliche Herausforderung. Verantwortlich für alles, was mit Fans zu tun hat. Und bei einem Fußballverein hat sehr viel mit Fans zu tun. Das heißt, egal ob, es geht um Mitgliedschaften, um die Jahreskarten, um Ticketing, um alle Veranstaltungen, Merchandising, wirklich alles, was zu tun hat mit Fanbetreuung, Fanclubs et cetera et cetera. Also große Verantwortung, große Herausforderungen. Aber es ist sehr viel gelungen.

00:03:41
Teresa Kreizinger: Das glaube ich. Ich habe auch schon ein paarmal gelesen, hast du gemeint, dass jeder sieht dich immer nur Stadionsprecher und dass man eben oft nicht weiß, was dahinter steht. Und darauf bezieht sich auch eine Frage von mir. Und zwar? Es gibt natürlich sehr große Fußballfans, für die Fußball passt zu mir eine Religion. Was waren da die Herausforderungen mit der Fanbetreuung für dich? Oder was fangen das? Was waren da schwierige Situationen, die du erleben musstest?

00:04:05
Andy Marek: Also ich muss dazusagen, ich habe ein Buch geschrieben. Das Buch habe ich deshalb geschrieben, weil ich der Öffentlichkeit auch sagen wollte, es war viel mehr als nur, dass ich im Stadion vor vielen Menschen es waren oft 50000 Menschen, vor denen ich gesprochen habe. Aber es gab viel mehr. Es gab eben dieses Clubs Service, diese Abteilung, die auch unter anderem die Fanbetreuung als Aufgabe hatte. Und Fanbetreuung ist natürlich etwas ganz, ganz Schwieriges, weil es gibt so viele verschiedene Zielgruppen, es gibt verschiedene Fans, es gibt den, der ins Stadion geht und ein Match sehen will, vielleicht sogar neutral das Spiel betrachtet. Dann gibt’s den Fan, der ja zu Hause in der Rapid Bettwäsche schläft, der schon ein Fan ist, der das Ganze aber auch noch nicht so betrachtet. Dass es jetzt fast fanatisch ist, Fanfanatisch, gibt’s natürlich auch, der jetzt heute schon alles sein ganzes Leben aufbaut, auf den Fußballklub Rapid und natürlich zu Tode betrübt ist, wenn Rapid verliert und wenn alles gut läuft, emotionalisiert ist und all diese Gruppen, dann gibt’s auch den Geschäftsmann, der im VIP-Bereich ist. All diese Gruppen unter einen Hut zu bringen, die Verbindung in Rapid zu suchen, das war meine Aufgabe. Und das war heute manches Mal ziemlich schwer, weil Rapid kann nicht immer gewinnen und wenn man heute verliert, ist dann doppelt schwer. Und da gab’s natürlich auch öfters Probleme. Aber dafür waren wir da. Diese zu lösen, um zu schauen, dass es halbwegs funktioniert.

00:05:45
Teresa Kreizinger: Diese Liebe zum Fußball entwickelt sich hier nicht von einem auf den anderen Tag. Warst du schon seit Kind Rapid Fan oder Fußballfan?

00:05:54
Andy Marek: Ich habe so oft bei Rapid gehört von Menschen mei ich hab, ich bin ja schon als Kind auf die Wet gekommen mit einem grünen Blut und so weiter. Das war bei mir gar net so. Ich war ein junger Bursch im Waldviertel und kann mich erinnern, da gab’s bei uns im Ort ein kleiner Ort. Im Waldviertel gab’s hald ein paar Austria Fans und ich hab bei Rapid irgendwie… Oder ich hab das Gefühl bekommen ich möchte viel liebere Rapid die daugen mir viel mehr als das Grün-Weiß des daugt ma viel mehr als dieses Violett und ich war ein junger Bursche mit 10 12 Jahren und da gab’s auch so Vorbilder. Da gab’s einen Spieler bei Rapid, der hat Tor um Tor geschossen. Das hab ich ja erfahren, in der Zeitung gelesen oder gehört. Hat mir wer erzählt der hat geheißen Björn Bjerregaard und ich wollte dann immer so wie so knapp 10 JAhre war wollt ich immer der Björn Bjerregaard sein. In der Folge dann wollte immer der Hans Krankl sein. Und so ist diese Liebe entstanden, die jetzt am Anfang nicht fanatisch war. Also das war jetzt nicht so, dass ich auch der Entfernung geschuldet, es waren doch ins Stadion 150km fast. Bin ich da jetzt nicht alle 14 Tage zu einem Match gefahren, aber doch hie und da, immer öfter. Und heute so ein ganz normaler Fan. Aber mit der Zeit isses halt dann schon immer mehr geworden. Und wenn du dann und da kommt jetzt so eine Floskel, die heute schon bei mir genau gepasst hat. Wenn du dann dein Hobby, deine Liebe zum Beruf machen kannst. Das war dann großartig. Dass ich dann bei Rapid einen Job bekomme, beschäftigt bin und dann heute irgendwann in der Folge in einer Führungsposition bin. Das war schon besonders schön.

00:07:39
Teresa Kreizinger: Das kann ich mir vorstellen. Und das sieht man ja auch. Du warst ja doch 27 einhalb Jahre dort auch beschäftigt. Und dann kam eben auch die Diagnose Krebs, wo du dann eben gesagt hast Jetzt, das geht nicht mehr, ich muss jetzt aufhören. Umso schöner natürlich, dass du heute auch bei uns bist. Meine Frage: Wie geht’s dir heute?

00:07:57
Andy Marek: Mir geht es gesundheitlich sehr gut, da freue mich ja sehr drüber. Für manche war das schon sehr überraschend. ODer für sag ich jetzt einmal alle war es überraschend, dass ich Rapid dann verlasse. Das hatte nicht nur den Grund, dass ich zu diesem Zeitpunkt schwer krank war. Denn ich war zu diesem Zeitpunkt, wie ich Rapid verlassen habe, schon operiert und eigentlich am Weg der Besserung. Aber meine Ärzte haben mir das diagnostiziert und prognostiziert und haben gesagt Andy Du kannst dieses Tempo, das du vorher gegangen bist, nicht wieder gehen, sonst bist heute wieder bei uns. Und das war eigentlich der ausschlaggebende Grund. Ich bin ein Jo, Es bezeichnen mir eh die meisten so auch meine Frau, dass ich ein Workaholic bin. Und wenn du dein Leben lang 100 prozent gehst und dann sagt dir jemand: das geht nicht mehr, dann musst du eine Entscheidung treffen. Und Entscheidungen hab ich getroffen, dass ich gesagt hab ich möchte nie hören von irgendjemand. Naja, da Andy Marek früher wara scho besser. Das wollte ich nie hören. Und das deshalb entschieden. Und hab damals gesagt ich schaffe es nicht mehr. Und den Andy Marek nur als Stadionsprecher oder nur mehr für einen gewissen Bereich bei Rapid das kann ich ned. Ich bin so verwurzelt gewesen mit Rapid, dass es einfach nicht möglich gewesen wäre, nur einen Teil zu machen. Da haben Leute zu mir gesagt Du kannst du wenigstens im Stadion weiter sprechen. HAb ich gesagt das kann ich… Natürlich kann ich das alle 14 Tage hinfahrn und reden. Das geht schon. Aber ihr würdet doch auf mich zukommen und zu mir sagen. Wir brauchen dich. Warum ist das nicht? Wieso ist das nicht? Warum funktioniert das nicht? Und dann soll ich drauf sagen: Dafür bin ich nicht zuständig. Das wäre nicht gegangen. Deshalb hab ich wirklich ganz schweren Herzens den SK Rapid verlassen. Hab dort bei Rapid etwas Wichtiges gelassen, nämlich, dass mein Sohn die Moderation weiter im Stadion macht, der großartig ist, der das sensationell gut macht als kleiner Bub war der immer schon mit mir mit und und weiß genau, wie Rapid tickt und hat ein Gespür für Rapid. Und das ist alles genau wie es jetzt ist richtig gut und wieder auf deine Frage zurückzukommen Es geht mir jetzt sehr gut. Ich lebe mein zweites Standbein, das ich immer hatte, Moderationen zu machen. Und das funktioniert sehr gut. Daugt mir sehr. Und wann ich Zeit habe, wenn es irgendwie geht, bin ich natürlich immer bei Rapid und schau mir Matches an bin ein lässiger Fan und unterstütz die Mannschaft und finde es auch alles gut, wie sie es jetzt bei Rapid machen. Aber auch abschließend zu der Frage noch ganz kurz. Ich bin jeden Tag 300 km gefahren. Mit dem Auto. Jeden Tag 27 einhalb Jahre und das kostet Energie. Das kann man natürlich drauf sagen. Ja, aber warum bist du nicht in Wien geblieben? Warum habt ihr euch nicht eine Wohnung in Wien wäre alles möglich gewesen. Aber ich habe so schöne Lebensqualität in Großsickharts und wollte das auch so haben. Ich wollte, dass die Kinder im Waldviertel in die Schule gingen und und und. Und daher habe ich das auch akzeptiert oder oder auf mich genommen, was ich jetzt nicht mehr möchte. Ich hatte jetzt ein. Jeden Tag ist genau eine Strecke 148 km also ma zwei sinds 296 und des möch jetzt nicht mehr machen.

00:11:28
Teresa Kreizinger: Das kann ich mir vorstellen, dass ist eine schwere Entscheidung, war natürlich umso schöner, dass du das auch an die in der Familie weitergeben kannst. Du hast gesagt, du bist nicht in ein Loch, sondern in einen Krater gefallen. Nachdem du aufgehört hast, war da so dein zweites Standbein. Also das Moderieren, das du jetzt machst, war, dass da eine Hilfe hat das wieder Kraft gegeben war das der Grund, warum du weitermachen konntest oder was, hätte sonst geholfen, dass du das wieder überstehst?

00:11:53
Andy Marek: Erst einmal gratuliere ich dir. Du bist sehr gut vorbereitet auf das Interview. Es stimmt, ich habe immer wieder Menschen belächelt zu denen gesagt, wann die zu mir gesagt haben Maria, ich bin jetzt in Pension. Ich habe jetzt wirklich ein Loch hab ich ma gedacht He was für ein Loch, sei froh, hast weniger Arbeit. Bei mir war es dann wirklich nicht nur ein Loch in das ich gefallen bin, es war ein Krater, weil es ist dann so zusammengekommen. Das Thema Ich werde im Stadion, es war der 16. Februar 2020, werde ich verabschiedet. Das war unglaublich. Das sind 23 000 Menschen, die Standing Ovations geben, die meinen Namen rufen. Eine Choreographie am Block West, die seinesgleichen sucht. Eine zweite. Während des Spiels wird immer wieder geschrien. Andy Marek Der Beste auf der Welt. Und du wirst dort verabschiedet mit so viel Wertschätzung, dass das unglaublich ist. Dann gehst du am nächsten Tag stehst du zuhause und fährst erstmals nicht die 296km. Und meine Frau sagt zu mir Wie geht’s da? Und ich eigentlich ganz schlecht. Sie sagte du hast doch gestern so einen tollen Abschied gehabt. Aber jetzt bin ich nicht mehr dabei. Und dann kam drei Tage später etwas ganz Schlimmes. Das ist ja eigentlich ein Wahnsinn. Ist das jetzt überhaupt erzähle, aber ich erzähle es. Ich habe die erste Nachuntersuchung nach meiner Operation und fahr nach Linz ins Spital mit meiner Frau und Blutbild et cetera et cetera et cetera und auf einmal heißt es : Herr Marek! Wir gratulieren. Sie sind wieder gesund. Ich gehe aus dem Spital und meine Frau schaut mich so an. Da hats so ein Wortspiel gegeben und das war folgendes sagt. Es kann nicht sein, dass du das denkst, was ich denke, dass du denkst. Und es stimmt, ich hab gedacht, warum bin ich jetzt weggegangen? Ich bin doch wieder gesund. Und das war dann schon eine Phase, wo ich dann gemerkt habe, man muss schon dankbar im Leben sein. Und nicht jetzt einfach wieder aufs Eis tanzen gehen. Sagen: Warum? Warum? Warum? Garnix. Warum? Es war so. Es war ein Zeichen. Jetzt darf ich wieder gesund sei. Es ist super. Und hatte dann aber zum Glück immer ein zweites Standbein. Mit sehr vielen Anfragen. Irgendwie wars so ein bissl: Die Leute wissen, ich bin jetzt weg von Rapid. Jetzt hat er ein bissl mehr Zeit. Jetzt kann man ihn engagieren als Moderator. Und es war der Terminkalender. April. Mai. Juni. Juli. Bumm. Voll mit Moderationen. Das war richtig schön. Allerdings kam dann Corona und das war dann die nächste Watschen die ich bekommen hab. Aber diese Watschen haben alle kreigt, weil plötzlich Lockdown war. Und das war wirklich wenn da so gesprochen worden ist. So dieses. Entschleunigen herunterkommen. Das war das erste Mal mein Leben. Warum das so war? Weil ich gewusst habe. Niemand hat die Möglichkeit, jetzt irgendwo was zu tun. Alle müssen zu Hause sitzen. Alles ist zugesperrt. Alles ist. Und da hab ich mich richtig gut erholt war, dann natürlich schon Wahnsinn, wenn du jetzt auch weißt, so geht’s auch. Du weißt finanziell, dass dann zig Moderationen, die dann umfallen aber du weißt auch es geht allen anderen auch so. Und das ist dann Gott sei Dank wieder bergauf gegangen. Es gab dann wieder durch die Öffnungen und dann wieder die Schließung und dann wieder die Öffnungen. Aber es hat schon ganz gut gepasst. Nur dann vergangenen vergangenen November. #hat ein Freund zu mir gesagt Du, Andy! Du wirst sehen, das dauert jetzt lang. Das wird jetzt bis April Mai wird das dauern, dass das zu ist. Hab ich gmeitn du das kannst ned ernst meinen. Doch du ich glaube, ich hab das Gefühl. Und da habe ich dann gesagt Jetzt schreibe ich ein Buch. Und das war für mich super lässig, super lässig, immer wieder ham Leute geagt, was sagst denn was sagst denn schon 3 Monat zu. Ich kann dazu nichts sagen. Jo, klar. Wir dürfen nichts. Aber ich schreib nur ich schreib nur. Das lässt sich mir daugt das und somit hab ich diese Zeit gut überbrückt. Und danach ist jetzt Gott sei Dank wieder recht gut losgegangen und gibt wieder Moderationen, gibt Veranstaltungen und Projekte und geht schon gut.

00:16:17
Teresa Kreizinger: Das kann ich mir vorstellen. Corona war für alle eine schwierige Zeit. Aber ja, zu deinem Buch Es ist ja die Zahl 27 einhalb ist natürlich da sehr prägend. Es sind genau also 27,5 Kapitel, 27,5 Jahre, 27,50 €. Also es ist einfach die Zahl sehr präsent. Hast du eine Anekdote, einen Lieblings Anekdote aus deinem Buch, das zu unseren Hörerinnen und Hörern verraten möchtest? Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwer ist angesichts deiner langen Zeit bei Rapid und auch der vielen Seiten. Aber ja, vielleicht hast du ja was, bis du uns verraten könntest.

00:16:53
Andy Marek: Also mit den Geschichten ist es schwierig, weil die sprengen jetzt den Rahmen. Weil es ist ein Buch mit 416 Seiten. Es sind einhundertneun Geschichten. Es ist sehr viel. Positives drinnen. Es ist sehr viel auch emotionales drinnen, es sind viele lustige Geschichten, sind traurige Geschichten. Es ist aber auch gibt auch Geschichten, wo ich mich selbst genau betrachte, die kritisch sind, wo ich auch eingestehe, dass ich Fehler gemacht habe. Es ist über 27 einhalb Jahre viel zu erzählen und das habe ich in dem Buch gemacht. Aber vielleicht erzähle ich jetzt keine Anekdote, aber nur den Grund, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass ich das Buch schreibe. Ich bin in eine… geh immer in der Früh in eine Bäckerei bei mir zu Hause und wir haben hier mal ein Darby gespielt. Das ist Rapid gegen Austria und das ist immer sehr anstrengend. Warum anstrengend? Nicht nur sportlich, dass wir immer gewinnen, sondern auch in Sachen Fans. Das Stadion ist voll. Es ist eine sehr aufgeheizte Stimmung. Du musst um alles dich kümmern. Dass die Eingänge funktionieren, dass die Drehkreuze funktionieren, dass das Ticketingsystem passt, dass die Ordner richtig positioniert sind. Und das war alles unter anderem meine Verantwortung. Somit war so ein Darby Tag wirklich, wirklich grenzwertig. Und nach seinem Darby Sonntag gehe ich am Montag in aller Früh zum Bäcker und mach die Tür auf und wir haben das Darby 0:0 gespielt. Ist kein Tor gefallen und ich komm hinein und er sagt noch Guten Morgen Andy, du schaust aber müd aus. Dabei hast du gestern eh nix zum tun gehabt. War ja 0:0 hast du nichts sagen müssen. Und da wusste ich genau, ich muss irgendwas tun, dass die Bevölkerung weiß, dass ich nicht nur das Mikrofon aufdrehen und wieder abdreht. Dass ich viel, viel mehr mache und deshalb habe ich das Buch geschrieben. Deshalb wollte ich einfach der Öffentlichkeit zeigen Was war denn da los in diesen 27,5 Jahren? Da war sehr viel los. Vieles, auf das ich sehr stolz Александр Einiges, was heute nicht gelungen ist und aber der Auslöser war mein Bäcker.

00:19:13
Teresa Kreizinger: Ja, also schöne Geschichte wissen wahrscheinlich auch nicht so viele. Und in dem Buch sind auch sicher sehr viele schöne Sachen für Rapid Fans für nich Rapid Fans und auch, dass man halt eben mal bisschen hinter die Kulissen blicken kann, was so ein Stadionsprecher eigentlich für Aufgaben hat. Wenn du dir jetzt rückblickend alles anschaust, was war für dich die Lektion deines Lebens? War das die Krebserkrankung? War das ein Wendepunkt für dich? Oder sagst du, da hat es noch was anderes geben? Das war eigentlich meine Lektion.

00:19:45
Andy Marek: Mehrere mehrere Lektionen. Also es war bei mir ganz sicher. Die erste Lektion, die ich bekommen habe, war mit einundzwanzig. Nichts falsch sag.. mit 21 Jahren. Das war auch so ein Knackpunkt. Und diese Lektion, die ich bekommen habe, war der Tod meines Vaters. Der ist ganz plötzlich verstorben. Mein Vater war ein Patriarch, unglaublich toller Mensch. Aber genau seinen Weg gegangen, wo er sehr streng, sehr sehr fair, sehr klar und heute eine super Firma aufgebaut. Meine Mama war. Die Dame an der Front, die verkauft hat, die das gecheckt hat, auch eine wunderbare Person. Und wie der Vater gestorben ist, war ich.. Wie nennt man das? Animateur, Discjockey, Sänger, hab Platten aufgenommener Platten herausgebracht, also weit entfernt, eine Firma zu führen, zu führen und dann stirbt mein Vater plötzlich und meine Mama kommt zu mir gesagt, Andy. ich glaub, ich werd schauen, dass man die Firma irgendwie verkaufen oder was weiß jemand, weil ich nehm nicht an dass du da jetzt ins Waldviertel.. ich mein du gehst auf Bühnen singst und. Du wirst ja jetzt nicht nach Groß-Sigharts kommen. Und die Lektion, die ich damals hatte, war, dass mein Vater das immer wollte, dass ich das mach. Ich habe die Ausbildung gemacht, die Textile HTL also den in die Spengler Gasse heißt, habe ich die Fachschule abgeschlossen und und wollte…. Mein Vater wollte immer, dass ich das mache. Und wie er auf einmal weg war bin ich mit 21 ins Wasser gesprungen und das war nicht nur kalt, das war eiskaltes Wasser, das war richtig schwierig. Aber ich wollte der Öffentlichkeit zeigen, dass ich nicht von Beruf Sohn oder vom Beruf Playboy oder vom Beruf wurscht, was ich. Ich wollte zeigen, dass sie Marschierer und da hab ich meine ersten…ja… Ich hab die Firma Kopf von 83 bis 99 also 16 Jahre sehr groß geworden. 50 Mitarbeiterinnen und acht Geschäfte. So richtig gut. Die Lektion war: Mein Vater wollte das doch immer. Also muss ich doch das machen. Es ist bei Rapid dann ähnlich weitergegangen, ähnlich weiter deshalb dieser Perfektionismus, der in mir drinnen ist, oder das, den Leuten zu zeigen, dass ich es kann und dass ich es will und das kann. Es gibt keine Grenzen. Man kann alles. Man kann alles erreichen, weil man es will. Wenn man es wirklich mit voller Energie versucht. Ja, du wirst scheitern bei manchen Dingen. Aber man kann viel schaffen. Bei Rapid war es nichts anders. Bei Rapid war nix da wo es war. Fußball. Dann Leute kaufen sich eine Karte und dann Wurst ist. Und ich hab gesagt, da geht doch viel mehr. Wir müssen. Es gibt’s diese modernen Ausdrücke mittlerweile. Auch nicht mehr modern damals wars modern Marketing. Aber auch wenn Fanbndung betreiben und das hab ich dann gemocht und das war so wieder wie.. Es erinnert an die Firma zuhause. Es war nichts andres. Ich hab dann volle Kanne das wie meine eigene Firma gesehen. Rapid. Ich möchte jetzt allen zeigen, dass es geht, dass man es schaffen, dass man gemeinsam erfolgreich, und das hat auch so funktioniert. Und dann war aber natürlich die. Größte Lektion war das, dass der Arzt sich im November 2019 an mein Bett setzt nach der Operation und sagt: Herr Marek. Ich habe sie nicht gekannt. Ich bin kein Fussballfan. Aber ich hab da im Spital zwei Oberärzte die sind totale Rapid Fans und totale Andy Marek Fans. Und die ham mir ein bissl was erzählt und jetzt sag ich ihnen was: Wenn sie nicht vom Gas runtergehen, wird das nichts mehr. Und das war für mich so wirklich diese einschneidende Aussage, die plötzlich gesessen ist. Noch nie ist bei mir so etwas so gesessen, noch nie oja die von meinem Vater, dass er damals gesagt hat, er hätte gerne, dass die Firma mach. Und dann hat man Docht, das muss ich jetzt machen, weil das sitzt so tief und hab die Entscheidung im Damals getroffen. Dass ich Rapid verlasse.

00:24:36
Teresa Kreizinger: Viele Lektionen, die natürlich auch viel dann das Leben geprägt haben. Lieber Andy, das war natürlich für unsere Hörerinnen und Hörer sicher sehr spannend, dich von einer anderen Seite kennenzulernen als wir aus dem Stadion, weil viele kennen dich vielleicht einfach nur von Spielen oder weil du auch unsere Nationalteams kommentiert hast. Es hat mich wirklich sehr gefreut, dass ich dich heute hier haben durfte und so viel von dir erfahren durfte. Und ich wünsche dir noch einen schönen Tag und ich hoffe, ich werde mich auch mal auf irgendwelchen Events, wenn du die moderiert.

00:25:09
Andy Marek: Ich sage Dankeschön für die Einladung, gratuliere dir, du machst das großartig. Ehrlich, super! Muss noch eines deponieren, dass mein Leben das schon sehr schön und erfolgreich bis jetzt war. Dass das alles nicht so funktioniert hätte, wenn ich nicht hinter mir eine wunderbare Frau hätte. Und das deponier ich jetzt zum Abschluss unseres Interviews, weil das wohl immer wichtig. Ganz wichtig. Die ist so wie ein Fels in der Brandung hinter mir gestanden und hat genau gewusst, was sie wann zu tun hat, dass es mir wieder gut geht, wenn es mal nicht so gegangen ist. Sie hat sie unglaublich um die Familie, um die Kinder gekümmert und dass das passt, weil ich war doch so viel unterwegs. Also das ist ganz wichtig. War mir über mein Leben reden, dass ich das jetzt auch noch hier ganz klar erwähne. Das war schon immer und ist ganz wichtig, dass man auch in der Familie den Rückhalt hat. Danke.

00:26:09
Teresa Kreizinger: Ich glaube, das ist ein schönes Ende. Dankeschön, dass sie heute alle wieder eingeschalten habt. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

00:26:20
Andy Marek: Was war deine wichtigste Lektion? Schreib uns an [email protected]

 

 

(Dieses Transkript wurde automatisch erstellt.)

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