Stefanie Jäger | Die Lektion deines Lebens
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Über Stefanie Jäger

Stefanie Jäger ist Polizistin in Wien. Auf den ersten Blick würden ihr viele diesen Beruf vielleicht nicht ansehen. Sie ist der Meinung, dass viele Einsatzkräfte dank ihrer Rollenzuschreibung unter enormen psychischem Druck leiden. Darum arbeitet sie bei Projekt „Die Helferzone“ mit. Diese stellt die Psychohygiene von Einsatzkräften an erste Stelle.

Für Stefanie ist der Beruf Polizist ein Sozialberuf. Warum sie das so sieht und was ihre Lektion des Lebens ist erfährst du in diesem Podcast!

Stefanie Jäger

Transkript der Episode

00:00:04
Intro: Die Lektion deines Lebens, der Neverest Podcast heute mit Michaela Stierschneider.

00:00:13
Michaela Stierschneider: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Die Lektion deines Lebens – der Neverest Podcast. Auch heute geht’s wieder ums lebenslange Lernen, um Lektionen unseres Lebens. Zu Beginn möchte ich gleich von einer Lektion meines Lebens berichten, die auch mit meinem heutigen Gast zu tun hat. Stefanie Jaeger. Hallo Steffi!

00:00:31
Stefanie Jäger: Hallo!

00:00:31
Michaela Stierschneider: Steffi, hätte man mich bei unserem ersten Treffen deinen Beruf raten lassen, wäre ich wahrscheinlich nie draufgekommen, was du tust. Ich beschreibe dich mal kurz. Du bist eine junge, zierliche Frau. Ich hätte wahrscheinlich getippt, auf, ich weiß nicht, irgendein Marketing Büro, vielleicht Lehrerin, eventuell was mit Architektur. Da lag ich aber völlig falsch. Und ich habe wieder einmal was über Vorurteile gelernt. Stefanie, was ist denn dein wirklicher Beruf?

00:01:06
Stefanie Jäger: Ja, also ich finde es immer gut, dass man mir meinen Beruf nicht ansieht. Aber ich bin Polizistin.

00:01:14
Michaela Stierschneider: Du bist Polizistin. Wie bist du auf die Idee gekommen? Wie hat sich der Wunsch, oder wann hat sich der Wunsch zum ersten Mal geäußert, diesen Beruf zu erlernen?

00:01:25
Stefanie Jäger: Also die Mama sagt, dass ich das als Kind schon immer gesagt hab. Und es ist dann aber irgendwie wieder verschwunden und ich hab die AHS Matura gemacht und da fragt man sich ja eigentlich was studiert man und denkt nicht zu viel an andere Berufe. Und witzig, dass du sagst Marketing, in dem Bereich hätte ich ein Studium begonnen und hab dann irgendwie so ein bisschen eine Siden-Krise bekommen und hab mir gedacht, für mich hat es, also für mich persönlich, hat es so gesellschaftlich wenig nutzen oder ich hab da wenig Chancen gesehen, dass sie so gesellschaftlich irgendwie was verändern kann oder irgendwas erreichen kann und bin dann wieder drauf. Vielleicht könnt ich das als Polizistin und hab das Studium abgebrochen und bin eben zur Polizei gegangen.

00:02:13
Michaela Stierschneider: Gesellschaftlich verändernde würde ich jetzt wahrscheinlich auch als erstes denken, die werden vielleicht Krankenschwestern oder Ärztinnen oder Arzt. Sozialberufe. Warum ausgerechnet die Polizei?

00:02:29
Stefanie Jäger: Ja, für mich ist die Polizei so was wie ein Sozialberuf. Es gibt ja den Spruch Polizisten sind Sozialarbeiter mit Waffe. Ich glaub man kommt wirklich mehr in diese sozialen Probleme als man vielleicht oberflächlich denken würde, weil jeder beim Polizisten so das Bild im Kopf hat, der steht jetzt auf der Straße und macht Verkehrskontrollen oder so irgendwas. Aber es ist viel mehr. Und ich glaube, man kommt kaum in einem Beruf so tief in persönliche Schicksale, in Armut, in wirklich soziale, ich muss glaub ich wirklich sagen, teilweise Abgründe, wie als Polizistin.

00:03:14
Michaela Stierschneider: Magst du mal so deinen Alltag beschreiben? Ich weiß natürlich, dass du gewisse Dinge nicht erzählen darfst und auch nicht sollst. Aber wenn du da von sozialen Abgründen sprichst bzw. auch davon spricht, dass das einem vielleicht der tiefgehende Sozial Beruf ist. Wie schaut denn dein Alltag aus, dein beruflicher Alltag.

00:03:33
Stefanie Jäger: Ja, ich bin mittlerweile Dienstführende Beamtin deswegen bin ich nicht mehr ganz so viel im Außendienst wie meine Kollegen. Aber es ist wirklich ganz unterschiedlich. Ich glaube, dass die auch was, das den Beruf ja so spannend macht. Wenn du in der Früh aufstehst und in den Dienst gehst, hast du keine Idee davon, was dich erwartet. Das kann von nichts bis zu einer lebensgefährlichen Situation für dich oder für jemand anderen alles sein. Und ja, dementsprechend soziale Gründe, mit denen wir immer wieder zu tun haben… Für mich persönlich sind das auch so Sachen an die wenige denken wie, alte Menschen, die zu Hause vereinsamen und deswegen irgendwie Psychosen entwickeln, andere Menschen gefährden oder sich selbst gefährden. Die das Gras wachsen hören und deswegen ständig die Polizei anrufen und eigentlich nur wen zum Reden brauchen. Natürlich auch viel was Suchtgift betrifft. Hört man dann wenn man mit diesen Menschen ein bisschen spricht, teilweise sehr schwere Schicksale, wo die Sucht ursprünglich eine Coping Strategie oder ähnliches war. Suizide, Verkehrsunfälle, also wirklich quer durch die Bank ganz unterschiedlich.

00:04:53
Michaela Stierschneider: Ich glaube, du warst dir auch bei dem Einsatz dabei im November bei dem Terroranschlag in Wien im ersten Bezirk. Wie hast du diese Nacht, die Tage erlebt?

00:05:05
Stefanie Jäger: Ich war nicht unmittelbar dabei. Ich war nicht im Dienst. Für mich und meinen Freund war es aber sehr schnell klar, dass wir uns in den Dienst begeben. Ja, es war ein sehr komisches Gefühl natürlich. Wir haben das eben, also die ersten Nachrichten nur so auf WhatsApp aus internen Kreisen einfach nur Nachrichten bekommen „Okay, es wird geschossen“. Dann was es bald mal klar, dass es ein Terroranschlag oder Amoklauf irgendwas in diese Richtung sein dürfte. Und mein Freund ist dann sofort losgefahren, was natürlich auch ein sehr komisches Gefühl war. Ich hab dann noch geschaut, dass wir unseren Hund versorgen und das alles auf Schiene bringen, weil wir damit gerechnet haben, dass wir jetzt lang im Dienst sein werden und nicht am nächsten Morgen gleich einfach wieder nach Hause kommen. Ja, es ist für alle glaube ich sehr belastend. Ich war dann auch nicht unmittelbar drinnen am Einsatzort. Weil es dann, wie ich in Wien war, gar nicht mehr die nötige Ausrüstung oder Fahrzeuge oder irgendwas gegeben hat, weil wirklich so viele Kollegen sofort in den Dienst gefahren sind, sofort alles geschnappt haben, was wir gehabt haben und probiert haben, da noch irgendwas zu lösen, was natürlich nicht so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Es muss ja trotzdem alles koordiniert werden und ja irgendwie Struktur reingebracht werden. Wo es jetzt nicht nur darum geht, dass wir so viele Menschen oder so viele Polizisten wie möglich haben, sondern taktisch vorgehen. Aber allein diese Bereitschaft zu sehen, für wie viele von meinen Kollegen das nicht nur ein Beruf ist, wo sie ein bisschen Geld damit verdienen, sondern die wirklich für die Gesellschaft da sind und wirklich was machen. War für mich wirklich beeindruckend.

00:06:59
Michaela Stierschneider: Ich glaube das hat ganz Österreich besonders in dieser Nacht gesehen, dass es eben nicht nur ein normaler Job ist, sondern dass die österreichische Polizei da ganz, ganz tolle Leute am Start hat. Nochmal zu deinem beruflichen Alltag. Ich kann mir vorstellen, dass du, wir haben am Anfang drüber geredet, dass du jetzt nicht eine Person bist, wo man, wenn man dich sieht als erstes schon schreit, das ist eine Polizistin. So wird es dir wahrscheinlich, wenn du auf der Straße unterwegs bist, auch gehen. Was passieren da so für Sachen. Also ich kann mir vorstellen, so ein klassischer Räuber, das wird ein bisschen Kunst sein, den unter Kontrolle zu kriegen, für dich als junge, zierliche Frau. Wenn man das nochmal so beschreiben.. Wie läuft das?

00:07:49
Stefanie Jäger: Ja, ich glaube, das ich mir teilweise andere oder mehr.. Ja, oder anders vorausschauend denke vielleicht als männliche Kollegen, die wissen, sie haben die Kraft, dass sie ihm im Fall der Fälle alles mögliche mit der Kraft erledigen. Da glaub ichbrachen wir Frauen oft ein bisschen mehr Köpfchen. Aber ich bin eben in Wien bei der Polizei und gerade da hat man diese Manpower sowieso zur Verfügung. Ein Funkspruch und du hast, weiß ich nicht wie viele Polizisten da. Also an der Kraft alleine scheitert es sicher nicht. Und es ist sicher eine Frage des Auftretens. Wenn man jetzt wirklich selber Angst hat, dann kann man das noch so gut versuchen zu verbergen, das kann man nicht verstecken. Das ändert auch was am Auftreten. Ich glaube, man braucht sehr viel Respekt vor vielen Situationen und sehr viel Umsicht und Eigensicherung ist etwas, was uns sehr, sehr wichtig ist. Aber Eigensicherung ist nicht nur Kraft haben oder jetzt die super Kampftechnik haben, sondern das ist viel mehr.

00:09:00
Michaela Stierschneider: Du sprichst von Respekt. Bekommst du den Respekt von deinem Gegenüber da immer? Also ich kann mir wirklich vorstellen und korrigiere mich, wenn ich da völlig falsch bin, aber ich kann mir wirklich vorstellen, dass da einer deiner Klienten, nennen wirs mal so, vielleicht nicht so schnell auf dich hört.

00:09:20
Stefanie Jäger: Also viele haben im Kopf, dass eine Frau bei der Polizei so ein sehr maskuliner Typ ist oder sehr maskulin ist. Dem entspreche ich nicht so und gerade bei der Polizei gibts sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen von bis. Wir sind auch nur ein Querschnitt der Bevölkerung und das ist ja sehr wichtig so. Und ja, das Gegenüber reagiert teilweise gar nicht so, wie ich mir das vorstelle oder wie ich mir das wünschen würde. Es gibt Männer, wie gesagt, unabhängig von ethnischer Herkunft, die einfach an mir vorbei mit dem Kollegen sprechen und den Kollegen anschauen, während aber ich eigentlich das Gespräch führe. Es gibt welche, die das super akzeptieren, die mit mir vielleicht leichter sprechen können als mit dem Kollegen. Also das ist wirklich, wirklich sehr sehr unterschiedlich. Glaube es gibt auch Frauen, für die das Thema ist, wenn eine Polizistin mit ihnen spricht. Da habe ich auch schon sehr interessante Erfahrung gemacht. Ja also so einheitlich kann man es eigentlich gar nicht sagen.

00:10:23
Michaela Stierschneider: Wie reagierst du dann? Das stelle ich mir total.. Also ich würde da aggressiv werden, wenn ich mit jemandem sprech und der dann dem Mann neben mir die Antwort gibt. Wie reagierst du du? Wie reagiert ihr im Team darauf?

00:10:40
Stefanie Jäger: Ja, das ist ein schmaler Grat, weil die Frage ist, wie weit treibt man es. Es kann sicher Situationen geben, wo das deeskalierend wirkt, wenn dann ein Kollege spricht. Das ist für mich auch sehr hart und sicher nicht mein Ziel, dass man die Situation dann so irgendwie entschärft oder so eben löst, also löst, eigentlich entschärfen ist natürlich der Grundsatz, den wir immer verfolgen und der es ja auch sein soll. Ich probiere immer authentisch zu bleiben, weil es für viele auch Ziel ist, dass die Situation so eskaliert, dass sich der Polizist oder die Polizistin aufregt, das probieren wir zu vermeiden. Ich probier mich jetzt auch nicht zu verstelle, um da irgendetwas zu entsprechen, wo der Person irgendwie oder, ja, wie es sich die Person vorstellt. Gute Frage. Ich glaube, es gibt da auch nicht so ein Allgemeinrezept dafür. Hier ist es immer die Frage: Was für ein Ziel, was für Amtshandlung ist es? Welches Ziel wird verfolgt?

00:11:51
Michaela Stierschneider: Steffi Ich finde, du wirkst total reflektiert und total reflektiert vor allem, was deinen Beruf betrifft und deine tägliche Arbeit betrifft. Was würdest du sagen? Was ist jetzt beruflich gesehen die Lektion deines Lebens?

00:12:04
Stefanie Jäger: Ja, beruflich gesehen ist die Lektion meines Lebens, dass man mit offenen Augen durchs Leben geht. Dass man Sachen so annimmt, wie sie sind. Dass man seine eigenen Gefühle und Wahrnehmungen annimmt, so wie sie sind. Dazu steht, drüber reflektiert, so wie du das sagst. Dass man sich nicht verbiegt. Nicht für einen Beruf, nicht für irgendein Bild, dem man entsprechen muss. Nicht für eine Kollegschaft, in die man vielleicht hineinpassen will. Ja, dass man immer man selbst ist und mit dem gut umgehen lernt. Ich glaube nämlich, dass das gar keine Selbstverständlichkeit ist.

00:12:49
Michaela Stierschneider: Ist das möglich bei der Polizei? Also ich spreche jetzt so solche Themen an, oder Fälle an wie, ich komme jetzt nochmal zurück auf diese Nacht im November im ersten Bezirk, das muss ja für dich und deine Kolleginnen und Kollegen Wahnsinn gewesen sein und auch wahnsinnig traumatisierend gewesen sein. Wie geht ihr damit um? Was macht ihr?

00:13:14
Stefanie Jäger: Ja, ich persönlich habe auch einen anderen Einsatz, den ich nie vergessen werde, wo ein Kollege ganz jung, ganz jung im Dienst erschossen wurde. Bei dem Einsatz bin auch erst relativ spät dazugekommen. Das war aber in dem Bezirk, in dem Dienst mach. Das war extrem schwierig. Wahrscheinlich genauso wie am 2. November für alle, die dabei waren und danach. Du oder für mich war das damals so, du musst einfach ein Entscheidung treffen. Schlüpfe ich am nächsten Tag noch einmal in diese Uniform oder lass ich es bleiben. Und du hast eigentlich gar nicht so viel Zeit zum Überlegen, zu schlüpfst in die Uniform, du bist wieder dort, du bist wieder im Dienst und es geht ganz normal weiter, als wäre nichts gewesen. Und das war am 2. November auch so. Die Kollegen, die vor einer Stunde noch in der Innenstadt waren, dort um ihr eigenes Leben gefurchten haben und um ein anderes Leben gekämpft haben, sind zum nächsten Einsatz gefahren, weil der Nachbar zu laut Staubsaugt, oder wie er immer. Also so Einsätze, die dir dann im Kontext unwichtig, wie auch immer vorkommen, oder lächerlich sogar vorkommen. Aber das ist dann wieder dein Alltag und du bist mittendrin in hast nicht viel Zeit zum Überlegen und machst einfach weiter. Ich glaub das ist gerade da eben extrem wichtig, dass du für dich selber feststellst Okay, das hat was mit mir gemacht. Das betrifft mich irgendwie. Was extrem schwierig ist, weil du darfst ja auch nicht gehemmt sein. Du musst genauso aufmerksam bleiben, du darfst nicht richtige Angst entwickeln, vor Situationen, weil das für dich gefährlich ist, wenn du nicht richtig arbeitsfähig bleibst, kommst du in Situationen, aus denen du vielleicht dann auch nicht mehr lebend raus kommst. Es ist jetzt nicht so, dass wir jeden Tag um unser Leben kämpfen. So ist es ja nicht. Aber wie gesagt, für die Eigensicherung bist du selbst verantwortlich und brauchst diesen Rundumblick, wo für dich jetzt irgendwas gefährlich sein könnte und wann du da einfach mit Angst reingehst, hast du vielleicht die falschen Prioritäten oder den falschen Fokus oder ein Tunnelblick, so wie das ja eine normale Stressreaktion eigentlich ist. Und das kann gefährlich sein.

00:15:28
Michaela Stierschneider: Du sprichst von Eigensicherung da gehört jetzt nicht nur die körperliche Unversehrtheit dazu, sondern sehr wohl auch das Psychische und ich glaube da bist du ja auch aktiv oder? Also du arbeitest ja nicht nur unter Anführungsstrichen als Polizistin, sondern engagierst dich ja auch eben grad für die psychische Unversehrtheit deiner Kolleginnen und Kollegen. Magst du da noch ein bisschen was drüber erzählen?

00:15:54
Stefanie Jäger: Voll gerne. Das ist eben wirklich ein Thema, das mir ein großes Anliegen ist. Ich habe 2018 mit der Diplom Ausbildung zur psychologischen Beraterin begonnen und hab die jetzt im Februar abgeschlossen und habt jetzt nebenbei eben so ein Angebot für Helfer und Helferinnen geschaffen. Die Helfer Zone. Und dort geht es eben um diese psychische Belastung in helfenden Berufen, jetzt nicht nur Polizei, sondern generell alle Einsatzkräfte oder alle Sozialberufe, Gesundheitsberufe, die da eben ganz schwer mit persönlichen Schicksalen und so weiter konfrontiert sind und die irgendwie auch so ein bisschen Gefahr laufen, dass man da emotional abstumpft, was ja ein gesunder Prozess ist, um sich abzugrenzen. Ich kann nicht alles was ich sehe oder erlebe wirklich jetzt mit nach Hause nehmen, so wie man es langläufig sagt. Aber es geht drum, einen Umgang damit zu finden, der gesund ist, wo ich sag, Emotionen, die ich jetzt im Dienst wegschieben muss, die einfach dort keinen Platz haben, kann ich aber privat trotzdem ausleben, habe ich trotzdem meine Empfindungen dazu und so weiter. Genau.

00:17:05
Michaela Stierschneider: Sehr cool. Finde ich super, weil ich glaube das ist grad mit Polizisten wahrscheinlich eben schwer, sich dann hinzustellen, noch Tage später, zu sagen Hey eigentlich, das hat mich ganz schön runtergerissen oder? Der Polizist ist in unserem Kopf ja der/die Starke.

00:17:22
Stefanie Jäger: Genau und das ist ja so Rollenzuschreibungen. Der Polizist geht dort hin, wo geschossen wird, der Feuerwehrmann geht ins brennende Haars also das sind ja auch Rollenzuschreibungen, wo es dann sehr schwierig wird zu sagen: Ja, ich bin Polizist, ich gehe dorthin, wo geschossen wird oder wo geschossen worden ist. Aber eben auch im Nachhinein muss ich schon sage, okay, war schon eine arge Situation und keine Ahnung, denke ich noch oft daran, oder vergesse ich nicht.

00:17:50
Michaela Stierschneider: Aber das macht ja was mit einem oder?

00:17:51
Stefanie Jäger: Genau also das kommt immer wieder also gerade bevor ich einschlafe, wo es um so Bilder geht, verknüpft mit Gerüchen und so weiter. Da bleibt schon viel, wo man vielleicht gar nicht so dran denkt oder es im ersten Moment da gar nicht so aufgefallen ist. Und dann kommt man immer privat in eine Situation wo irgendetwas ein bisschen getriggert wird und plötzlich ist man dabei und merkt okay, irgendwo war da eigentlich was, das viel schlimmer war. Schlimmer war, als ich das am Anfang wahrgenommen hab.

00:18:27
Michaela Stierschneider: Gute Sache, gute Sache für euch, aber ich glaube auch eine gute Sachen für die Gesellschaft, die ja dann noch mehr Vertrauen in Einsatzkräfte, egal in welchen Bereich, stecken kann, wenn die psychisch gesund sind. Liebe Steffi, vielen, vielen Dank für deinen Einsatz für uns, für deinen Einsatz für deine Kolleginnen und Kollegen und vor allem vielen Dank für deine Zeit und das Gespräch.

00:18:49
Stefanie Jäger: Ja, danke dir! War wirklich super.

00:18:53
Outro: Was war deine wichtigste Lektion? Schreib uns an [email protected]

 

(Dieses Transkript wurde automatisch erstellt.)

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