Raunächte - Diese Bräuche und Anleitungen musst du kennen

Raunächte und Räuchern – Diese Bräuche und Anleitungen musst du kennen

Kategorien: Outdoor & Natur / Rezepte & Anleitungen
Lesezeit: 17 Minuten

Bei den Raunächten handelt es sich um heilige Nächte um den Jahreswechsel, denen eine besondere Bedeutung zugetan wird. Diese finden zwischen Weihnachten und dem 6. Jänner statt. Es gibt viele Geschichten und Mythen, die mit diesen Nächten in Zusammenhang stehen. Manche reden von Dämonen und Ahnen- und Naturgeistern, andere berichten von der Zeit der Stille, einem Blick auf das vergangene Jahr und einem Blick in die Zukunft.

Was aber sind die Raunächte eigentlich, woher stammen sie und welche Bräuche gibt es hier? Diese Fragen beantworten wir dir, mithilfe unserer Wildkräuter-Expertin Eunike Grahofer, in unserem Blog. Außerdem erhältst du eine Räuchern Anleitung, mit der du deine eigenen 4 Wände während den Raunächten räuchern kannst.

Wortherkunft

Es streiten sich die Geister bei der Schreibweise der Raunächte. So finden sich Versionen wie „Raunächte“, „Rauhnächte“ oder „Rauchnächte“. Auch zwölft Nächte, Glockennächte, Innernächte oder Unternächte sind Begriffe, die als Synonyme für die Raunächte verwendet werden. Woher aber stammt der Begriff „Rau(h)nacht“?

Auch hier gehen die Meinungen auseinander. Manche behaupten, dass der Begriff auf das mittelhochdeutsche Wort „rûch“ zurückgeht. Dieses bedeutet so viel wie haarig. Die Mythologie besagt, dass das auf die behaarten Dämonen und Geister zurückgeht, die in dieser Zeit ihr Unwesen treiben sollen. Aber auch Tiere, die für frühere Rituale verwendet wurden, könnten hier gemeint sein.

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Andere wiederum vertreten die Meinung, dass das Wort Raunacht bzw. Rauhnacht auf das traditionelle Beräucherung der Ställe zurückgeht. Diese wurden früher von Priestern mit Weihrauch ausgeräuchert, um hier böse Geister zu vertreiben. Diese Interpretationen gehen beide auf eine lange Geschichte zurück.

Traditionell gehen die Rauhnächte wahrscheinlich auf die Zeitrechnung nach dem Mondjahr zurück. Da ein Jahr aus 12 Mondmonaten besteht, diese allerdings nur 354 Tage umfassen, werden die restlichen 11 Tage (12 Nächte) als „tote Tage“ oder „Tage aus der Zeit“ eingeschoben. Mythologien gehen davon aus, dass die Gesetze der Natur an solchen Tagen außer Kraft gesetzt sind und die Grenzen zu anderen Welten fallen. Die Zeitspanne soll Verbindung zu Ahnen, Engeln, Göttern und Lichtwesen schaffen.

Die Raunächte

Die Raunächte beginnen mit der Nacht auf den 25. Dezember. Die Adventszeit davor ist eine Vorbereitung auf die Rauhnächte. Sie dauert 28 Tage. Das erste Mal geräuchert kann allerdings schon früher werden, nämlich in der Julnacht am 21. Dezember.

21. Dezember Julnacht/Wintersonnenwende 

Wandern wir in der Tiefe der Nacht, kommt, Visionen, erwacht,  Träume geboren aus eigener Macht, wir weben unsere Welt heute Nacht! 

Die Nacht des 21. Dezember ist die längste Nacht des Jahres. In dieser Nacht wird das Licht neu geboren. Das früher für 3 bis 4 Tage gefeierte Lichterfest wurde „Alban Arthuan“ genannt, was „das Licht des Arthurs“ bedeutet. Das Licht ist in dieser Nacht symbolisch gestorben, um in der darauffolgenden Nacht (den Mutternächten – den Nächten der Inneren Schau) wiedergeboren zu werden. Die Wintersonnenwende wurde auch Mutternacht genannt, da das Licht im Schoße der Mutter Erde neu geboren wurde. 

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Räuchermischung: Entspannung

24. Dezember Weihe-Nacht 

 „Wir Raunächte haben Gewicht, zeigen das Licht und Schattengesicht, zwei Feste (24.12. und 5.1.) und zwei magere (21.12 und 31.12). Heilig und gefährlich; hier wird das Schicksal ausgehandelt und das Leben neu gewandelt. Bete, faste Wandersmann, damit dir nichts geschehen kann.“

– altes Gedicht 

Heute ist der Zeitpunkt, um sich für die Ankunft des Lichtes bereit zu machen. Die Wohnung sollte aufgeräumt sein, man sollte geräuchert haben – besondere Speisen sollten vorbereitet sein – auch für die Tiere und die Naturwesen. Feiern Sie das, was im vergangenen Jahr gut und schön war mit den Personen, die sie gerne um sich haben.

Räuchern mit Harzen, Weihrauch, Wacholder 

Raunacht 24/25. Dezember 

Diese Raunacht steht für den Monat Jänner. Hier sollen die Wurzeln gestärkt werden. Was ist deine „Basis“, wer sind deine Vorfahren und Ahnen?

Räuchern mit Wachholder, Kiefer und Weihrauch, Salbei, Beifuß, Rosmarin, Lavendel, Verbena

Raunacht 25./26. Dezember  

Diese Rauhnacht steht für den Februar und das Thema der eigenen Kraft und des höheren Selbst. Finde Anbindung an deine innere Quelle. Hier kannst du auch Meditieren, um zu dir zu finden.

Räuchern mit Mädesüß, Beifuß, Lavendel, Rose, Salbei, Alant, Zeder

Raunacht 26./27. Dezember 

Der Monat März wird von dieser Raunacht repräsentiert. Hier soll sich das Herz öffnen. Überlege, welche Menschen für dich da waren, welche dich unterstützen und deine Begleiter waren/sind. Wer hat dir Glück und Freude gebracht? Lass auch Wunder in deinem Leben zu.

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Räuchern mit Wacholder, Melisse, Rose, Mädelsüß, Lavendel

Raunacht 27./28. Dezember 

Herodes ließ alle kleinen Kinder töten, weil er den neugeborenen Sohn Gottes als Rivalen ansah. Viele unschuldige Kinder mussten in dieser Nacht sterben. Symbolisch steht dieses Ereignis für das Alte, das versucht das Neue/Zukünftige zu unterdrücken und manchmal sogar zu vernichten.  An diesem Tag ist es Brauch, Dinge, die in den vorherigen Raunächten nicht so gut gelaufen sind, zu bereinigen, damit sich eine Schicksalswende für das nächste Jahr einstellt. Schreibe Albträume, ungute Nachrichten, Streit auf – formuliere dann alles Negative auf einem Blatt Papier ins Positive um – und erschaffe einen perfekten Durchbruch für das Neue! Verbrenne anschließend den Zettel mit dem Negativen! Diese Nacht steht für den April.

Räuchern mit Verbena

Raunacht 28./29. Dezember 

Diese Raunacht steht für den Monat Mai. Das Thema hier ist die Freundschaft. Bereinige Auch die Freundschaft zu dir selbst und sag ja zu dir.

Räuchern mit Kiefern, Rose, Angelikawurzel, Salbei und Misteln

Raunacht 29./30. Dezember 

Dies Nacht steht für den Monat Juni. Überlege dir, was du hinter dir lassen möchtest und versuche es tatsächlich hinter dir zu lassen.

Räuchern mit Verbena, Kiefer, Kampfer, Salbei, Myrte und Mädelsüß

Raunacht 30./31. Dezember  

In dieser Nacht, die für den Monat Juli steht, findet die Vorbereitung für das Neue statt. Du erhältst die Möglichkeit, alles neu zu formen.

Räuchern mit Zimt, Verbena, Kalmus, Melisse und Beifuß

Raunacht 31.Dezember/1. Jänner 

Diese Nacht steht für den Übergang von einer abgelaufenen Zeit zu einer neuen beginnenden Zeit. Seit 1582, als der Gregorianische Kalender eingeführt wurde, ist der 31. Dezember der letzte Tag des Jahres. Dieser Tag ist dem römischen Bischof Silvester (314-335) geweiht, um seines Todes zu gedenken. Unter Bischof Silvester und Kaiser Konstantin wurde das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Er steht im Christentum für den Übergang zu Neuem. Dieser Tag steht für August.

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Räuchern mit Wacholder, Verbena, Rose, Melisse, Zeder und Kiefer

Raunacht 1./2. Januar 

Dies ist der Tag der „drei Bethen“, der „Heiligen 3 Madl“, der Aspekte der Erdenmutter – die für Leben – Geburt – Tod steht. Für den Kreislauf des Lebens, machen sich die Heiligen Drei auf den Weg, das Sonnenkind mit Leben zu segnen. Stell dir alle Monate im Jahr vor und lass positive Energie und Glück durch sie hindurch fließen!

Wenn du dir alle Monate vorstellst, ist jetzt auch ein guter Zeitpunkt für Neujahrsvorsätze. Damit diese heuer auch wirklich klappen, findest du in unserem Blogartikel „Neujahrsvorsätze – mit diesen 5 Mentaltricks klappt’s“ eine tolle Anleitung, wie du mit kleinen Tipps und Tricks deine Ziele erreichst.

Räuchern mit Angelikawurzel, Wacholder, Beifuß, Myrte, Weihrauch

Raunacht 2./3. Januar 

Diese Raunacht steht für die Bewegung, die Entwicklung und den Fortschritt.

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Räuchern mit Alant, Wacholder und Kalmus

Raunacht 3./4. Januar 

Diese Nacht beschäftigt sich mit den Themen Loslassen, Abschied nehmen und auch dem Tod. Setze dich mit dir selbst auseinander. Welche Ziele hast du und was ist dir im Leben wichtig?

Räuchern mit Rose, Zimt Beifuß und Kalmus

Raunacht 4./5. Januar 

Die Gnade ist in dieser Raunacht ein wichtiges Thema. Stell dir schlechte Ereignisse noch einmal vor und lass sie dann weg ziehen. Mit dieser Raunacht, die den Dezember und somit letzten Monat darstellt, schließt sich auch das Tor zur Anderswelt.

Räuchern mit Wacholder, Kiefer, Mistel und Beifuß

5./6. Jänner

Der 5. Januar ist, so wie der Tag der unschuldigen Kinder, ein Tag an dem Dinge bereinigt und wiedergutgemacht werden können. Diese Nacht heißt auch Dreikönigsnacht und bildet den Abschluss der Raunächte. Als Ritual werden hier oft um Mitternacht alle Türen und Fenster geöffnet, um Segen ins Haus zu lassen. 

Räuchern mit Harzen, Weihrauch, Wacholder, Beifuß, Salbei 

Ab dem 7. Jänner ist die Zeit der „Inneren Schau“ beendet und es wird sich wieder dem Leben gewidmet. Es wird wieder gearbeitet und gelebt.

Mythologien

Die Rauhnächte sind sogenannte Losnächte. Das bedeutet, dass diese Nächte besonders geeignet sind, um Prognosen für das neue Jahr zu stellen. Das Wort „los“ stammt übrigens vom Begriff „losen“, was so viel wie vorhersagen bedeutet. Die Zeit der Raunächte schafft uns Raum, um über unser Leben zu reflektieren. Laut Mythologien ist hier die richtige Zeit, um alte Strukturen aufzubrechen, unser Schicksal neu auszuhandeln und hinter die eigenen Schatten zu sehen. Es entsteht ein Ort der Ruhe und Stille, in der auch wir langsam und ruhig über unser Leben reflektieren können.

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Dies geht übrigens auch auf unsere Zirbeldrüse zurück. Durch die geringe Sonneneinstrahlung arbeitet diese sehr wenig und führt dazu, dass wir mehr Schlaf benötigen. Das macht uns langsamer und träger und bietet uns somit die Grundlage, um gelassen und ruhig auf das Leben zurück zu blicken und uns auf das neue Jahr vorzubereiten.

Die „Wilde Jagd“

Wie bereits erwähnt treiben in den Raunächten Dämonen und Geister ihr Unwesen. Eine verbreitete Legende ist hier die „Wilde Jagd“. Bei dieser sind der germanische Gott Odin und Frau Holle gemeinsam mit anderen Dämonen unterwegs und ziehen durch die Landschaft. Damit Frau Holle und Odin gnädig gestimmt waren, wurden Kuchen, Fleisch und andere Nahrungsmittel vor die Haus gestellt. Du hast vielleicht auch schon einmal davon gehört, dass man die Wäsche in der Neujahrsnacht nicht aufhängen soll. Auch hier spielen die Rauhnächte eine Rolle. Es wurde befürchtet, dass Wäschestücke, die nicht abgehängt wurden, von Odin als Leichentuch für diejenigen, die diese aufgehängt haben, verwendet wurden.

Raunachtsträume

Auch Träume spielen in den zwölf Nächten eine wichtige Rolle. So sagt man, dass alles, was man in den Raunächten träumt, in den ersten Monaten im neuen Jahr auch wirklich passieren soll. Träume, die man vor Mitternacht hat, sollen die ersten Monatshälften betreffen, während die danach der zweiten zugeschrieben werden. Mach dir aber nicht verrückt, wenn du Albträume oder andere wirre und komische Träume hast, diese können auch ganz ohne Bedeutung sein.

Aber nicht nur den Träumen spricht man besondere Bedeutung zu. Auch alles, was dir am Tag passiert, soll später eine besondere Bedeutung haben, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht erkennen mag. Hier wird empfohlen Tagebuch zu führen. Wer weiß, vielleicht ist ja was dran, schaden kann es auf jeden Fall nicht, finden wir! 😉 Noch mehr Mythologien und Sagen aus verschiedenen Ländern findest du auf Wikipedia.

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Rituale in den Raunächten

Es gibt viele Rituale, die während der Rauhnächte stattfinden. Hier sind einige Beispiele:

  • Feuerwerke wurden als Ritual verwendet und sollen Geister vertreiben.
  • Das Sonnwendfeuer ist ein altes Ritual, mit dem das Ende des Alten und der Neubeginn des Jahres gefeiert wird.
  • Wäsche darf während der Rauhnächte nicht aufgehängt werden. (siehe weiter oben)
  • Frauen und Kinder sollen das Haus nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr verlassen.
  • Räuchern reinigt Häuser, Höfe usw. von bösen Geistern und sorgt für positive Energie.
  • Jede Art des Glücksspiels ist während den zwölf Nächten verboten.
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Außerdem gibt es Sprüche und Rituale, die einen bestimmten Zweck verfolgen:

Erfolgsritual

„Hier unter dem Mond ich steh, mit dreifachem Segen ich diesen Spruch verseh‘, erfolgreich sei mein Weg, wohin ich auch geh‘  und wie ich will, so es gescheh‘!“ 

Liebeszauber  

„Die erste Schafgarbe find ich hier, im Namen Christi pflück ich sie mir und wie Jesus Maria mit Liebe bedacht, mög‘ im Traum mir erscheinen mein Liebster heut Nacht!“        

Geldzauber 

„Alle Hindernisse sind hinfort, ich ziehe den Erfolg an! Ich ziehe Gewinn und Wachstum an. Ich ziehe Überfluss an, zu mir kommt nun das Geld, dass ich brauche für ……..“ 

Schutz    

„Antonius Feuer brennt überall, nun auch in diesem Stall, ich sprech Dich an, ich jag Dich fort, geh jetzt an einen anderen Ort.“ 

Reinigung

„Antonius Feuer geht nie aus, es schützt und reinigt mir mein Haus.“ 

Seelische Wunden

„Verstocke, verstumme, du frische Wunde, wachse zusammen, Fleisch und Bein; dass es hart werde wie ein Stein.“ 

Emotionale Kälte

„Der Heilige Lorenz lag auf dem Rost, da kam der Herr und gab ihm Frost, er kam mit seiner heil’gen Hand, und bläst von ihm den kalten Brand.“

Räuchern – Damals und heute

Eines der am weitesten verbreiteten Ritualen während der Raunächte ist das Räuchern. Dieses hat schon eine sehr alte Geschichte. Seit mehr als 60 000 Jahren wird es von verschiedenen Kulturen auf der ganzen Welt praktiziert. Egal ob Schamanen und Medizinmänner, die damit religiöse Zeremonien durchführten, oder „Kräuterweiber“ in Europa, die das Wissen und die Kraft der Pflanzen nutzen. Besonders Frauen waren in den Kulturen meist diejenigen, die sich mit dem Wissen der Kräuter und Pflanzen beschäftigten.

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Dabei wurden diese für verschiedenste Zwecke verwendet. Nicht nur als medizinische Grundlage, sondern auch als Schönheitsritual, zur Erfüllung eines Kinderwunsches oder zum Verführen der Geliebten wurden sie herangezogen. Sei also das nächste Mal vorsichtig, wenn dir eine Frau ein Kräutergetränk oder eine Kräutermischung anbietet! Wer weiß, vielleicht bist du schon am nächsten Tag Hals über Kopf verliebt. 😉 Der Erde wird die Weiblichkeit zugeordnet, aus der die Kräuter herauswachsen. Im Sudan ist es zum Beispiel üblich, dass Frauen sich einige Minuten mit Kräutern einräuchern, um den Geruch als „Parfum“ auf dem Körper zu tragen.

Während den Rauhnächten sehen Rituale vor, dass man jeden Raum der Wohnung oder des Hauses mit Rauchwaren betritt. Dann werden 3 Runden im Raum, entgegen dem Uhrzeigersinn, gedreht. Das soll als Schutz vor bösen Geistern dienen und den Raum mit positiver Energie auffüllen.

Wenn du erfahren möchtest, wie du deine eigenen Räucherstäbchen etc. herstellst, schau doch bei unserer Kräuterpädagogik Ausbildung vorbei. Hier lernst du mit dem Kreislauf der Natur viele Wildkräuter und deren Wirkung kennen und lernst sie zu verarbeiten. Egal ob Naturkosmetik, als Leckerei, zum Trinken, als Medizin oder doch zum Räuchern – bei uns kannst du all das praktisch ausprobieren!Mehr Infos zur Ausbildung

Die Rituale haben allerdings auch eine andere Wirkung. Durch das Verglühen der verwendeten Pflanzen können unterschiedliche Wirkungen entstehen. So helfen diverse Kräuter uns dabei, für Ruhe und Gelassenheit zu sorgen. Das ist besonders in der derzeitigen schnelllebigen Zeit besonders wichtig. Welche Kräuter für welche Wirkung sorgen, hat unsere Lehrgangsleiterin des Kräuterpädagogik Lehrgangs für dich weiter unten zusammengeschrieben.

Früher wurde für Räucherungen heiße Glut aus dem Küchenofen entnommen, die dann in eine Pfanne gelegt wurde. Darauf wurde anschließend das Räucherwerk platziert. Während Kräuter und Harze langsam verglühten, schritt man durch das Haus, Ställe, den Hof und überall, wo man den heiligen Rauch noch verbreiten wollte. Dies wurde an allen 12 Tagen bzw. Nächten vollzogen, die hier für jeweils ein Monat des kommenden Jahres standen. Für jeden Tag gab es übrigens ein eigenes Thema bzw. ein geeignetes Rauchwerk.

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Auch heute noch stehen die Rauhnächte unter verschiedenen Themen. Allerdings wird oft nur mehr an bestimmten Tagen, wie an Weihnachten, Silvester oder den Heiligen Drei Königen geräuchert. Für das Räuchern gibt es Kräutermischungen, die gekauft werden können, oder aber du stellst dir dein eigenes Räucherwerk nach deiner benötigten Wirkung zusammen. Was du dabei beachten musst und welche Kräuter verwendet werden können, erfährst du später noch genauer.

Räuchern – So geht’s!

Um während der Raunächte die bösen Geister auszutreiben und gute Energie ins Haus zu holen, wird das Haus geräuchert. Wir haben für dich hier eine Anleitung zusammengestellt. Bei Raumräucherungen solltest du übrigens im Raum auf und ab gehen und den Rauch in Richtung der Mauerecken streichen. Neben dieser Anleitung zum einfachen Räuchern kannst du auch deine eigenen Räucherkegel oder Räucherstäbchen selber herstellen. Wie das geht erfährst du zum Beispiel auch in unserer Ausbildung zur/zum Dipl. Wildkräutertrainer*in. Hier lernst du unter anderem auch, welche Kräuter du für deine Räuchermischungen verwenden kannst, welche Wirkungen diese haben und weitere tolle Tipps rund ums Räuchern.

Zutaten

  • eine Räucherschale
  • Räuchersand
  • Räucherkohle
  • Kräutermischung
  • Feuerzeug
  • Räucherzange

Anleitung

1.Gib den Räuchersand in deine Räucherschale.

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2. Zünde nun die Räucherkohle mithilfe der Zange an und lege sie dann auf den Räuchersand in die Schale.

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3. Sobald die Kohle glüht und weiß ist, lege die Kräutermischung darauf.

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4. Den entstehenden Rauch mit der Hand in die gewünschte Richtung streichen.

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Welche Kräuter können für Räuchermischungen verwendet werden?

Es gibt zahlreiche Kräuter, denen allen verschiedene Wirkungen zugeschrieben werden. Wenn du zu diesem Thema mehr erfahren möchtest, schau doch bei unserer Kräuterpädagogik Ausbildung vorbei. Hier erfährst du, wie du im Zyklus der Natur Kräuter verarbeiten kannst. Außerdem lernst du das Erkennen von Wildkräutern und welche Wirkungen diese haben. Lernen in und mit der Natur ist der Leitsatz dieser Ausbildung. Egal ob zum Essen, Trinken, als Naturkosmetik oder doch zum Räuchern – bei uns erfährst du alles, was du aus den heimischen Powerfoods herstellen kannst. Natürlich legst du hierbei auch immer selber Hand an und lernst dank unserem erfahrenen Expertenteam das praktisches Üben, Kochen und Herstellen von diversen Produkten mit Wildkräutern.

Unsere Lehrgangsleiterin, Eunike Grahofer, hat für dich eine Liste mit Kräutern für deine Räuchermischung zusammengestellt, die du dir hier herunterladen kannst.

Wir hoffen wir konnten dir mit diesem Blogartikel einen kleinen Einblick in die Welt der Rituale, Mythen und Bräuche rund um die Raunächte bieten. Für mehr Infos besuch uns gerne in unserer Wildkräuter Ausbildung. Wir wünschen dir ein schönes neues Jahr voller Glück und Freude! 😊

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